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Todesschach

einzige Alternative. Als

einzige Alternative. Als viel später – der Morgen begann schon zu grauen – der Türsummer sie weckte, ahnte sie nichts Böses. Vielleicht war es Thorn, der früher als erwartet zurückkehrte. Sie lebten zusammen, wie ein Ehepaar. Die Heirat würde nur noch eine Formsache sein. Auf dem kleinen Bildschirm sah sie die Gesichter zweier Männer, die sie nicht kannte. Freunde der Untergrundbewegung? Vielleicht, aber nicht sicher. Brachten sie Nachricht von Thorn? Thorn! Heißer Schreck durchzuckte sie, und ohne eine Frage zu stellen, öffnete sie das elektronische Türschloß. Sie warf sich den Morgenmantel um und ging den Besuchern entgegen. »Mira, Studentin der Sozialwissenschaften?« Er sah nicht schlecht aus, stellte Mira bei sich fest, aber seine Augen gefielen ihr nicht. Sie blickten sie forschend und kalt an, als er seine Frage stellte. Der zweite Mann sah sich aufmerksam nach allen Seiten um, als suche er etwas. Mira nickte. »Sie leben mit einem gewissen Thorn zusammen, ebenfalls Student? « »Ja, das stimmt. Wer sind Sie und warum fragen Sie? Es ist mitten in der Nacht und ich …« Der Mann griff in die Tasche und streckte ihr eine silberne Marke entgegen, um sie gleich wieder verschwinden zu lassen. 34

»Sicherheit, Miß Mira. Wir müssen Sie leider bitten, uns zu begleiten.« In dieser Sekunde wurde der Verdacht in Mira zur Gewißheit: es war etwas passiert, etwas Schreckliches. Vielleicht war Thorn verhaftet worden, aber der hätte sie nicht verraten. Es würde besser sein, den Namen des Freundes nicht mehr zu erwähnen, auch wenn sie danach gefragt wurde. »Warum?« »Sie werden es rechtzeitig erfahren, Miß. Sie haben fünf Minuten, sich anzuziehen. Nehmen Sie einen Koffer mit, als wollten Sie verreisen. Und noch etwas.« Er nickte seinem Begleiter zu. »Schreiben Sie einen kurzen Brief an diesen Thorn. Erklären Sie ihm Ihre Abwesenheit. Besuch bei der Mutter oder so etwas.« Wieder sah er sich suchend um. »Wo steckt Thorn übrigens? Er ist nicht hier?« Mira bemühte sich, ihre Erleichterung nicht zu zeigen. Sie wußten also nichts. »Ich weiß es nicht. Er kam gestern nicht nach Hause.« »Kommt das oft vor?« »Ja. Er sagt mir nicht, wie er seine Freizeit verbringt. Wir sind nicht verheiratet.« Der Mann vom Sicherheitsdienst grinste. »Machen Sie schon, wie haben wenig Zeit.« Von der Sekunde an, in der Mira sich sicher war, daß sie Thorn nicht verdächtigten oder gar schon festgenommen hatten, war ihr das eigene Schicksal relativ egal, zumindest redete sie sich das ein. Solange 35

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