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Todesschach

»Glaubt Harry aber.

»Glaubt Harry aber. Also warte noch ein wenig. Trinken wir noch einen. Spendierst du ein Gläschen?« »Milch, wie immer?« »Milch, wie immer«, sagte sie und lachte. Später kam Harry und setzte sich zu ihnen. Ehe Grams fragen konnte, sagte er: »Ja, natürlich, geht in Ordnung. Feh kann in einer Stunde gehen. Der Sieg heute muß gefeiert werden, das kann ich verstehen.« »Danke, Harry.« Grams prostete ihm zu. »Aber wir werden kaum an das Spiel denken, wenn wir …« »Kann ich mir denken.« Harry sah auf. »Nanu, was soll denn das …?« Drei Männer waren eingetreten. Sie sahen sich suchend um, dann blieb einer von ihnen an der Tür stehen, während der zweite auf die Hintertür zuging und neben ihr Posten bezog. Der dritte zog eine silberne Marke aus der Tasche und hielt sie hoch. Dann steckte er sie wieder ein. Die rechte Hand blieb in der Rocktasche. »Sicherheit! Eine Routinekontrolle. Würden Sie bitte Ihre Identitätsmarken bereithalten?« Er ging von Tisch zu Tisch und überprüfte die Marken mit einem Mikrotester. Dann verglich er die Namen mit den vorprogrammierten in einem Taschencomputer. Es war nur zu offensichtlich, daß sie mehrere ganz bestimmte Personen suchten. Grams hatte ein reines Gewissen. Als der Beamte an seinen Tisch kam, hielt er ihm seine Marke hin. Er 54

ekam sie Sekunden später anstandslos und mit einem freundlichen Lächeln des Erkennens zurück. Auch bei Feh ging alles glatt, wie erwartet. »Wen suchen Sie?« fragte Grams. »Vielleicht kann ich Ihnen helfen.« Der Beamte schüttelte den Kopf. »Wohl kaum, fürchte ich. Wir suchen einige Leute der Grödig-Organisation. Mit der haben Sie doch nichts zu tun, nicht wahr?« »Allerdings nicht. Um Politik kümmere ich mich nicht.« Der Beamte ging weiter. Er nahm einen Gast mit, der am letzten Tisch gesessen hatte. Es war ein noch junger Mann, der keinen schlechten Eindruck machte. Widerstandslos ließ er sich aus der Bar bringen, ohne ein Wort zu sagen. Grams sah hinter ihm her. »Seltsam. Was kann so einen Menschen dazu veranlassen, einer Organisation beizutreten, die den Sturz der Regierung vorbereitet? Was hätte er davon? Und dann noch Grödig mit seinen Hirngespinsten und Kriegsideen! Was soll das?« »Man müßte ihn wahrscheinlich fragen, um es herauszubekommen«, meinte Feh und setzte sich wieder auf seinen Schoß. »Ach was, warum sollen wir uns darüber den Kopf zerbrechen? Haben wir nicht andere Sorgen?« Er nickte. »Ja, haben wir. Zum Beispiel das nächste Glas …« Harry kam schon nach einer halben Stunde und 55

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