Aufrufe
vor 9 Monaten

Todesschach

Sie ist im Gefängnis

Sie ist im Gefängnis des Sicherheitsministeriums. Ich bin davon überzeugt, daß man sie nach Io schicken wird.« Grams stand auf und holte eine Flasche Bourbon. Er schenkte ein. »Nun gut, das wissen wir jetzt. Ich frage mich nur, wie ich Ihnen helfen soll? Ich kenne niemanden im Sicherheitsministerium.« »Aber Sie kennen die Todesschachspiele, Grams.« »Allerdings – aber was hat das damit zu tun? Warum wurde Ihre Verlobte verhaftet – darf ich das wenigstens erfahren?« »Sie gehört der verbotenen Organisation an, die Grödig an die Macht bringen will.« Grams hob das Glas. »Auf Ihre Gesundheit, Thorn, und auf Ihren glorreichen Gedanken, ausgerechnet zu mir zu kommen! Grödig also! Und da verlangen Sie, daß ich Ihnen helfe? Ich war noch heute Zeuge, wie die Sicherheitspolizei einen Mann verhaftete, der wegen der Zugehörigkeit zur Grödig-Organisation gesucht wurde. Jemand muß ihn verraten haben.« »Ich gehöre ebenfalls dieser Organisation an«, sagte Thorn. Grams starrte ihn an. »Sind Sie verrückt? Warum sagen Sie mir das? Sie machen mich automatisch zum Mitwisser, und ich wäre verpflichtet, Sie anzuzeigen. Sie wissen das auch.« »Ja, das weiß ich, aber ich vertraue Ihnen …« 58

»Ich bin kein Idealist, sondern ein harter Realist. Die jetzige Regierung erlaubt die Todesspiele, und ich lebe von diesen Spielen. Ich habe nicht den geringsten Grund, mit Grödig zu sympathisieren. Sie begeben sich in große Gefahr, wenn Sie mir vertrauen, Thorn.« »Ich habe Sie in den Spielen beobachtet, Grams, und ich weiß, daß Sie zwar hart, aber auch fair sind. Sie haben jedem Ihrer Gegner eine Chance gegeben, bevor Sie ihn töteten. Geben Sie auch mir eine Chance. Ich will Mira retten, und nur Sie können mir dabei helfen.« »Das müssen Sie mir erklären.« Feh hatte aufstehen wollen, aber ein Blick Grams hielt sie fest. Thorn hatte es bemerkt. »Bleiben Sie ruhig, es ist gut, wenn Sie alles hören. Zuerst möchte ich Ihnen erklären, warum Mira und ich der Untergrundbewegung angehören. Das Ziel, Grödig an die Macht zu bringen, ist nur ein Vorwand. Es ist alles vorbereitet, Grödig unschädlich zu machen, sobald er sein Ziel erreicht hat.« »Das verstehe ich nicht«, gab Grams erstaunt zu. »Ist auch schwer zu verstehen, wenn man die Motive nicht kennt. Sie müssen doch zugeben, daß unsere Gesellschaft auf einen Degenerierungsprozeß zusteuert. Es geht uns zu gut. Der Friede dauert zu lange. Der Fortschritt in jeder Hinsicht ist ins Stocken geraten. Jeglicher Anreiz fehlt. Wir sind faul geworden und träge. Glauben Sie nicht auch, daß ein Aufrütteln notwendig wäre, damit wir wieder wach wer- 59

Spielmagazin de - Carlit
lawsofthegame_2012_d
Volltreffer! Ausgabe 143 - spvgg09.de
EleNEWS_6
Inoffizielles PlayStation eMagazin KRYSCHEN #028
Leseprobe Abo-Magazin 6/2012 - GamersGlobal
summ herum - Österreichisches Spiele Museum
RUND 2017
0.5MB - Badminton Club Bülach