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Todesschach

Ich werde nur noch

Ich werde nur noch warten, bis das Gesetz angenommen oder abgelehnt wird. Dann werde ich mich entscheiden.« * Der Gleiter landete glatt, und dann schritt Larko bedächtig über die Terrasse des Bungalows, der seinem Freund Bender gehörte. Sie hatten sich heute nicht verabredet, aber bei der morgendlichen Parlamentsdebatte kurze Blicke des Einverständnisses gewechselt. Zu einer Aussprache war es aus Zeitgründen leider nicht gekommen. Aber das war auch nicht nötig gewesen. Beide hatten, wenn auch aus verschiedenen Gründen, für die Zulassung Strafgefangener zu den Todesspielen gestimmt. Larko war gekommen, um Bender nach seinen Motiven zu fragen. Er war nicht nur Politiker, sondern auch Psychologe. Bender kam ihm mit ausgestreckten Armen entgegen. »Lieber Freund, eben hörte ich es über den Informationssender: Das Gesetz ist angenommen, die Regierung hat gesiegt. Die Entscheidung war nicht schwer.« Larko lachte. »Gesiegt? Nur mit unserer Unterstützung, Bender. Wir waren auch für das Gesetz. Haben Sie Zeit?« »Für Sie immer, Larko. Was darf ich Ihnen anbieten?« 82

»Einen Sitzplatz, wenn es möglich ist …« Bender lachte und deutete auf den Liegestuhl. »Was zu trinken?« Der Robotdiener brachte Flaschen und Gläser. »Die heutige Entscheidung war nicht schwer, Bender, das stimmt. Ich frage mich nur, warum Sie dem neuen Gesetz zustimmten, obwohl Sie doch gegen die Spiele sind.« »Das neue Gesetz hat nichts mit Ablehnung oder Befürwortung der Spiele zu tun. Es bietet jedoch die Möglichkeit, Strafgefangenen, die zum Leben auf einem unwirtlichen Mond verdammt sind, die Rückkehr zur Erde zu gestatten. Deshalb stimmte ich dafür.« »Nur wenige von ihnen werden die Freiheit erlangen, Bender.« »Richtig, aber sie haben immerhin die Chance dazu. Auf Io sind sie verloren.« »Sie riskieren ihr Leben, wenn sie sich melden. Sie sind doch sonst gegen das Spiel. Gegen jedes Spiel.« »Nicht dieses Mal, denn es geht um Humanität.« Larko schüttelte den Kopf. »Humanität! Sie stimmen für den Tod, weil Sie für die Humanität sind …! Erklären Sie mir den Widerspruch, wenn Sie es können.« »Nichts einfacher als das. Es gab einmal die Todesstrafe, und ich sah sie immer nur als Abschreckung, nicht als Strafe. Später gab es dann nur das lebenslängliche Zuchthaus oder Arbeitslager. Wer 83

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