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Todesschach

Ruhe und Ordnung bei uns

Ruhe und Ordnung bei uns herrschen. Und eine gewisse Zufriedenheit. Nur so kann er die Norm schaffen und Oberst Tilbor davon überzeugen, daß wir ein Musterlager sind. Wir haben dadurch unsere Vorteile, Strafgefangene und Wachpersonal. Wir erhalten bessere Löhnungen und leichter einen Erdurlaub, Sie haben andere Vergünstigungen. Noch Fragen?« Aleks nickte. »Sie haben uns die beiden Zimmer gegeben, ohne sich zu erkundigen, ob wir das auch wünschen. Wie kommt das?« Der Sergeant grinste. »Nun, das sah doch ein Blinder, daß Sie zusammengehören. Und da Sie beide in derselben Abteilung arbeiten werden, lag es doch wohl nahe, Sie nicht zu trennen. Es wird Neider geben, Aleks, und Sie werden Ihren Anspruch mehr als einmal verteidigen müssen, aber vermeiden Sie Gewalttätigkeiten. Melden Sie es dem Major, wenn Sie belästigt werden. Haben Sie mich verstanden?« »Sehr gut sogar, Sergeant. Wann beginnt die Arbeit?« »Steht alles in der Lagerordnung. Morgen werden Sie dem Major vorgestellt, und dann beginnt der Alltag. Ich hoffe, wir bleiben Freunde. Es wäre für beide Seiten gut.« Er ging, und Aleks und Mira waren allein. Die beiden Zimmer hatten einen gemeinsamen Waschraum mit sanitärer Anlage. Da sich beide Zugangstüren abschließen ließen, war Diskretion in je- 92

dem Fall gesichert. Man würde schon miteinander auskommen. Später saßen sie in Aleks’ Zimmer und studierten die Lagerordnung. Der Hauptteil besaß Gültigkeit für alle Lager auf Io und war von Oberst Tilbor unterzeichnet. Der Anhang galt lediglich für das Werkslager »Physik-Chemie III« und war von Major Lendoka unterschrieben worden. »Klingt alles recht logisch«, murmelte Aleks, »und viel geht daraus nicht hervor. Ruhe und Ordnung, na schön und gut. Arbeitseinteilung und Sondervergünstigungen. Fein. Aber niemand garantiert mir, daß Sie, Mira, vor Übergriffen sicher sind. Davon steht nichts in den Regeln. Männer und Frauen leben nach eigener Wahl zusammen, heißt es da. Ein Gummiparagraph, wenn Sie mich fragen. Was also, wenn mein Chef im Werk mit Ihnen zusammenleben möchte, Mira? Um Ruhe und Frieden zu wahren, wie es vorgeschrieben ist, müßte ich ihm das erlauben. Ich denke, wir werden morgen einige Fragen an den Kommandanten richten. Ich bin auf seine Antworten gespannt.« »Ich glaube, wir sollten uns keine überflüssigen Sorgen machen, Aleks«, sagte Mira. »Bis jetzt haben wir es gut angetroffen, und wir werden auch weiterhin Glück haben. Sicher, unsere Welt ist kleiner geworden – eine kleine Station in der unbewohnbaren Wüste des Mondes. Aber wir leben einigermaßen menschenwürdig. Warten wir ab.« Er gähnte. 93

Mira und Laurent Kann es sein, dass wir uns lieben?
2016/17
Ausgabe 02 Untergimpern - Daisbach
#neunnull Heft No. 2
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