Aufrufe
vor 1 Monat

maxfeldbote-201804-1

24 Predigt

24 Predigt Alleinstehende um ihren gerechten Lebensunterhalt betrogen werden. Der Prophet Amos erträgt die Scheinheiligkeit der Menschen nicht mehr. Und so ruft er – in Gottes Namen: ich hasse eure Feste ich mag eure Versammlungen nicht riechen tut weg, das Geplärr eurer Lieder ich mag dein Harfenspiel nicht hören. Amos erhebt seine Stimme. Er protestiert. Aber da steht nicht nur ein großes "DAGEGEN!!!" auf seinem Schild. Nein. Amos weiß auch was er – WAS GOTT – will: Recht soll strömen wie Wasser und die Gerechtigkeit sein wie ein nie versiegender Bach. Auch in unserer Zeit erleben wir, dass Menschen nicht zu ihrem Recht kommen. Unsere Wirtschaft blüht und doch ist der Wohlstand in unserem Land nicht gerecht verteilt ist. Immer wieder hören wir von Kinderarmut, vom Armutsrisiko dem Alleinerziehende ausgesetzt sind. Menschen arbeiten als Leiharbeiter und müssen einen Teil ihres Lohnes abtreten, andere sammeln Pfandflaschen aus dem Müll oder tragen mitten in der Nacht Zeitungen aus, um irgendwie über die Runden zu kommen. Und wir alle wissen es, dass unser Wohlstand von Menschen in anderen Teilen der Welt bezahlt wird. Wir leben auf Kosten dieser Menschen. Sie zahlen mit ihrer Gesundheit, mit ihrer Freizeit und z. T. auch mit ihrem Leben für unseren Wohlstand. Ein Bekannter von mir, der als Unternehmensberater für große Energiekonzerne arbeitet hat mir erzählt, dass in dieser Branche billigend in Kauf genommen wird, dass täglich mehrere Menschen bei der Energiegewinnung ihr Leben lassen. "Nur einer pro Tag", so hat er gesagt, "das ist schon ein hoch ambitioniertes ethisches Ziel – das sich nur die Unternehmen, die als die ethisch verantwortlichsten in der Branche gelten, gesteckt – aber noch nicht erreicht haben." Ja. Die Ungerechtigkeit und Ausbeutung in unserer Welt stinkt auch in unserer Zeit zum Himmel. Arbeitszeiten sollen immer flexibler sein. Die Anforderungen von Beruf und Familie sollen einfach weggelächelt werden. Pflegekräfte sollen noch mehr Zeit einsparen. Krankenhäuser noch mehr Profit machen. Die Liste ist lang. Und wir – zumindest ich – fühle mich dem gegenüber oft hilflos. Recht soll strömen wie Wasser und die Gerechtigkeit wie ein nie versiegender Bach. Das ist GOTTES VISION für uns. Und ich würde Ihnen und uns Unrecht tun, wenn ich Sie nun mit diesem Gefühl von Lähmung und Scham oder vielleicht auch Wut auf soviel Schwarzmalerei nachhause schicken würde. Ich bin mir nämlich ganz sicher, dass jeder und jede von Ihnen selbst unter so manchen Ungerechtigkeiten in unserer Gesellschaft leidet: starre Gesetze und Regelungen machen uns oft das Leben und Arbeiten schwer. Und auch in unseren Partnerschaften und Familien geht es nicht immer gerecht zu. Ich bin mir aber auch sicher, dass

Predigt 25 jede und jeder von Ihnen auch ganz viel Gutes tut. Sie wenden Zeit und Energie für Ihre Lieben auf. Sie kümmern sich um andere Menschen und versorgen Tiere, sie machen sich darüber Gedanken, wie sie die Welt ein Stück besser machen können und versuchen ihren Teil dazu beizutragen. Die Welt zu revolutionieren und die großen strukturellen Ungerechtigkeiten auf einen Schlag zu beseitigen, das ist uns leider unmöglich. Aber es ist wichtig, dass diese Ungerechtigkeiten immer wieder zur Sprache kommen, damit sich etwas ändern kann. Frei nach dem Motto: Steter Tropfen höhlt den Stein. Denn: Recht soll strömen wie Wasser und die Gerechtigkeit wie ein nie versiegender Bach. Recht und Gerechtigkeit ist das was uns Gott in Aussicht stellt. In den kommenden Wochen schauen wir auf das Kreuz. Das Kreuz ist Symbol für die Ungerechtigkeit der Welt. Das Kreuz ist ein Folterinstrument, es ist ein brutales Machtinstrument mit dem die Unterdrücker, Gottes Volk klein halten wollten. Jesus Christus selbst hat die Qualen dieses Kreuz erlitten. GOTT leidet mit uns an der Ungerechtigkeit der Welt. Aber GOTT schweigt nicht zu den Ungerechtigkeiten unserer Welt. Durch die AUFERSTEHUNG unseres Herrn Jesu Christi hat GOTT für immer ein Zeichen gesetzt. Ein Zeichen gegen die Ungerechtigkeit und Unterdrückung der Welt. GOTT hilft uns Menschen zu ihrem Recht. Denn Recht soll strömen wie Wasser und die Gerechtigkeit wie ein nie versiegender Bach. Hinter den biblischen Begriffen Recht und Gerechtigkeit, steckt die Idee, dass jeder und jede das Recht auf ein gutes menschenwürdiges Leben hat. Ein Leben ohne Ausbeutung. Ein Leben ohne Gewalt und Einschüchterung. Ein Leben ohne Angst. Ein Leben im Frieden. Ein Leben in dem wir zu dem Menschen werden können, der wir vor GOTT sein sollen. Vielleicht genießen Sie diese Rechte bereits? Oder vielleicht spüren Sie GOTTES Fingerzeig etwas in ihrem Leben zu verändern? Vielleicht denken Sie auch an jemand anderen, an einen Freund oder eine Freundin, die ihre Hilfe gerade gut brauchen könnten? Geben Sie sich einen Ruck: Achten Sie darauf, dass Sie selbst zu Ihrem Recht kommen und schauen Sie auch auf andere. Auch wenn wir uns Gottes unendliche Liebe ganz gewiss nicht verdienen müssen, so gehört es meines Erachtens auch zu einem christlichen Leben, dass wir hin und wieder unsere Stimme erheben und dort nicht schweigen wo Menschen und Tieren – und auch uns selbst – Ungerechtigkeit widerfährt. Denn unser GOTT will, dass das, das Recht strömt wie Wasser und die Gerechtigkeit wie ein nie versiegender Bach. Deshalb haben wir allen Grund zu feiern und GOTT mit unserem Gesang zu loben! Amen.