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Binnenschifffahrt April 2018

Binnenschifffahrt April 2018

Seehäfen | Shortsea

Seehäfen | Shortsea Häfen im Norden setzen neue Bestmarke Schleswig-Holsteins Häfen haben im vergangenen Jahr insgesamt 53,6 Mio. t Güter umgeschlagen. Im Vergleich zum Vorjahr ist das eine Steigerung von 7,5 % und gleichzeitig ein neuer Rekord Der Hauptteil (51 Mio. t) entfiel auf die vier großen Standorte Brunsbüttel, Kiel, Lübeck und Puttgarden des Gesamtverbands Schleswig-Holsteinischer Häfen (GvSH). Über diese vier Häfen laufen rund 95% des Gesamtvolumens. Aber auch die kleineren Häfen an der Westküste und am Nord-Ostsee-Kanal hätten sich gut behauptet, vor allem bei den Passagierzahlen, hieß es. Lübeck beim Umschlag spitze Lübeck verzeichnete als umschlagstärkster Hafen der Region den höchsten absoluten Zuwachs um 1,3 Mio. t auf rund 25 Mio. t (+ 5,5%). Während die privaten Hafenbetreiber zusammen 2,7 Mio. t umschlugen, war bei der Lübecker Hafen- Gesellschaft vor allem die Zahl der Lkw und Trailer im RoRo-Verkehr (716.000) der Reedereien Finnlines, SOL Continent Line, Stena Line, Transfennica und TT-Line für den Mengenzuwachs auf 21,8 Mio. t ausschlaggebend. Die Lkw- Mengen zogen leicht um 3 % an, die Zahl der Trailer erhöhte sich indes deutlich um 20 %. Positiv entwickelte sich auch das Segment Fertigfahrzeuge, hier stiegen die Mengen um 7% auf knapp 70.000 Stück. Rekordergebnis für Brunsbüttel Die Brunsbütteler Häfen wiesen als zweitgrößter Standort des Landes mit einem Zuwachs um 1,25 Mio. t auf insgesamt 13,1 Mio. t (+11%) eine mit Lübeck vergleichbare Steigerung auf. Mit diesem Rekord sieht sich der Universalhafen in seiner Strategie bestätigt, sich breit aufzustellen und die Erweiterung der Standorte in Schweden und im Norddeutschen Raum voranzutreiben. Nicht nur im Güterumschlag, auch beim Personal konnte Brunsbüttel zulegen – 50 neue Mitarbeiter wurden nach Angaben des GvHS in den letzten drei Monaten eingestellt. Prozentual am stärksten wuchs der Seehafen Kiel. 2017 gingen 7,4 Mio. t über die Kaikanten, 14% mehr als im Vorjahr. Hauptgrund ist nach Angaben des GvSH ein starkes Westschwedengeschäft der Stena Line auf der Route Kiel–Göteborg sowie der Umschlag von Papierprodukten aus Ostschweden am neuen Forstproduktterminal. Die Fährverkehre nach Norwegen und ins Baltikum seien auf hohem Niveau stabil geblieben. Im Kreuzfahrtbereich konnte Kiel indes die Zahl der Anläufe erneut ausbauen. Auch Puttgarden blickt auf ein erfolgreiches Jahr zurück. Steigende Lkw-Mengen auf der Verbindung Puttgarden–Rødby bescherten eine positive Entwicklung des Güterumschlags auf 5,5 Mio. t (+ 5%). Wirtschaftsminister Buchholz zeigte sich besonders erfreut über den Aufwärtstrend in Lübeck: »Nach den Turbulenzen im vergangenen Jahr wird hier mit Hilfe des Landes wieder kräftig investiert – und damit bestehen gute Chancen, unseren größten Ostseehafen wieder in die Erfolgsspur zu bringen.« Das Land sei sich nicht nur seiner Verantwortung für große, sondern auch für kleine Häfen bewusst. Damit sei nicht nur das regelmäßige Ausbaggern der Zufahrten gemeint: »Wir müssen und werden auch noch mehr Anstrengungen hinsichtlich besserer Landanbindungen unternehmen«, so Buchholz. Er forderte die Kommunen auf, hier auch ihren Beitrag zu leisten. Von Bonn und Trier in die Welt: Container-Linienverkehre auf Rhein und Mosel! Intermodal an Mosel und Rhein: Die Am Zehnhoff-Söns Unternehmensgruppe sorgt mit ihren Terminals in Bonn und Trier für eine optimale Verbindung der Moselhäfen mit den Häfen aus dem Rheindelta – und damit für eine konkurrenzfähige Alternative für Industrie, Handel und die Logistikbranche. Rhein- und Moselverkehre sind die integrierte Lösung, die Qualität, Kostenoptimierung und Nachhaltigkeit perfekt verbindet. Mehr Informationen: www.azs-bn.de www.azs-trier.de Wachstumstrend soll anhalten Der Ausblick auf das laufende Jahr ist durchweg optimistisch. Der GvSH rechnet mit weiteren Steigerungen. Er liege damit auf demselben Kurs wie die von der Bundesregierung in Auftrag gegebene »Verkehrsprognose 2030«. Dennoch warnte Sebastian Jürgens, Vorstandsvorsitzender des GvSH und Chef der Lübecker Hafen-Gesellschaft: »Nachhaltiges Wachstum ist kein Selbstgänger. Es bedarf einer leistungsfähigen Infrastruktur, um die Entwicklung der schleswigholsteinischen Häfen, und zwar nicht nur der großen, zielführend zu unterstützen.« Zum geplanten Koalitionsvertrag der Großen Koalition äußert sich der GvSH im Großen und Ganzen optimistisch. Allerdings wären konkretere Umsetzungspläne, beispielsweise bei den Zukunftsthemen LNG oder Landstrom, wünschenswert. RD 42 Binnenschifffahrt – ZfB – 2018 – Nr. 4

Seehäfen | Shortsea Samskip baut UK-Verkehre über Amsterdam aus Zwischen Amsterdam und Hull hat Samskip zwei neue Shortsea- und Multimodal-Dienste eingerichtet. Dreimal pro Woche verbinden die Dienste die Niederlande und das Vereinigte Königreich Neben dem Seetransport schließt das neue Angebot auch Binnenschiffs- und Bahntransporte aus dem europäischen Hinterland nach Amsterdam ein. Seit Mitte März dieses Jahres erweitern die neuen Abfahrten – montags, mittwochs und samstags ab Amsterdam – die bestehenden Amsterdam-Hull-Verbindungen von Samskip und ergänzen die Shortseaund Multimodal-Verkehre nach Tilbury und Grangemouth. »Neben lokalen Möglichkeiten ist Amsterdam bestens gelegen, um multimodale Transportlösungen in die meisten Regionen Europas anzubieten«, sagt Richard Beales, Trade Director UK. Samskip will nach eigenen Angaben künftig weiter neue Verbindungen von und nach Amsterdam ausbauen, was eine starke Ausweitung der kontinentalen Multimodaldienste ins Vereinigte Königreich bedeuten würde. Vorbereitung auf den Brexit Der Ausbau der Verbindungen soll auch den Kunden helfen, besser für die verschiedenen Brexit-Szenarien planen zu können. Das Multimodalkonzept sei besonders geeignet, wenn es um die Verkürzung der Dauer möglicher neuer Grenzkontrollen gehe. Denn man sei so weniger abhängig von der Knappheit an Fahrern, die man im Markt beobachte, so Samskip. Die neuen Dienste folgen einer Vereinbarung zwischen Samskip und TMA Logistics zu Schiffsanläufen zum Holland Cargo Terminal. Durch drei 750 m lange, direkt am Terminal gelegene Intermodalgleise ließen sich jegliche Transferkosten vermeiden, heißt es. Dass es gelungen sei, Samskip zu TMA Amsterdam zu holen, zeige die Attraktivität des Standorts für die Route Niederlande-UK, meint Michael van Toledo, Grafik: Samskip General Manager TMA Logistics. Femke Brenninkmeijer, Director Energy, Cargo & Offshore bei Port of Amsterdam, erklärt: »Wir begrüßen Europas größten Multimodalanbieter in Amsterdam und die neuen Möglichkeiten, die sich den Kunden nun via Shortsea, Schiene, Binnenschiff und Lkw bieten.« Insgesamt bietet Samskip nun acht Abfahrten pro Woche zwischen Rotterdam/Amsterdam und Hull für alle Arten von Intermodalladung, wie z.B. 45’-, Reefer-, Flat Rack, Tank- und Bulk-Container. Diederick Blom, Chief Operating Officer von Samskip, fügt hinzu: »Wir haben Performance-Garantien von den Terminalbetreibern, die sehr schnelle Turnaround-Zeiten für Schiffe, Lkw und Züge versprechen.« Demnach öffne die Partnerschaft mit TMA eine neue Dimension für Samskips Transportangebote.RD Hafenlogistik in Neuss, Düsseldorf und Köln Größter Verbund öffentlicher Binnenhäfen in Deutschland Europaweite Schienenlogistik Eine der größten privaten Güterbahnen in Deutschland Binnenschifffahrt – ZfB – 2018 – Nr. 4 43