Aufrufe
vor 1 Woche

Binnenschifffahrt April 2018

Binnenschifffahrt April 2018

Wasserstraßen | Häfen

Wasserstraßen | Häfen Der Schwerlast- und Containerkran DWG 22 beim Zusammenstellen eines Ganzzuges Foto: LUTRA Mit einem Reachstacker werden 40‘-Container im ElbePort Wittenberge auf einen Ganzzugverladen. Hafeneigene Lkw leisten die Zubringer- und Wegbringerdienste in und aus der Region Foto: M. Lukat ren 64,2% unter deutscher Flagge und 32,8% unter polnischer. LUTRA mit ehrgeizigen Zielen Der LUTRA-Hafen in Königs Wusterhausen verscuht als trimodales Güterverkehrszentrum, Container aus Unternehmen der Hauptstadtregion auf Schiene und Wasser zu bringen. Und trotz des Wegfalls der Rohbraunkohle- Transporte ab Mai 2017 ist der Standort immer noch der mit den höchsten Umschlagsleistungen aller Häfen im Land Brandenburg. Konkret im Schiffsumschlag wurden 903.974 t Güter verladen, im Straßentransport 169.584 t und im Bahnverkehr konnten 678.148 t verladen werden. Die ersten Containerganzzüge gingen voriges Jahr auf die Reise. Laut LUTRA-Geschäftsführer Michael Fiedler ist im GVZ Schönefelder Kreuz neben den bestehenden Verkehren der Ausbau des Schwerlastverkehrs geplant mit dem Umschlag großvolumiger Güter wie Kabelspulen, Windkraftanlagen und ähnlichen Gütern. Außerdem sollen bahnseitig ein höheres Volumen an Kies, Splitt und Bauzuschlagstoffen bei neuen Ansiedlern und damit auch schiffsseitig eine zunehmende Baustoffentsorgung erreicht werden. ElbePort Wittenberge kämpft Der ElbePort Wittenberge ist nicht nur der nördlichste Hafen des Landes Brandenburg, sondern auch der am meisten benachteiligte aller Häfen an der Elbe, liegt er doch oberhalb der sogenannten Reststrecke zwischen Dömitz und Hitzacker, die bei Niedrigwasser immer eine um etwa 20 cm niedrigere Fahrwassertiefe besitzt ist als alle anderen Elbestrecken. Trotzdem ist er im Seehafen-Hinterlandverkehr von und nach Hamburg eine wichtige Größe, stellt er doch hier Ganzzüge mit Containern zusammen, die dann ihren Weg bis nach Südeuropa nehmen, oder sammelt Container in der Region für Hamburg für den Weitertransport nach Übersee. In Wittenberge ist gegenüber dem Jahr 2016 zu 2017 eine beachtliche Steigerung gelungen. Wurden 2016 1.649 Container auf den Weg gebracht, so waren es voriges Jahr 2.076. Im Schiffsumschlag konnte er in 2016 noch einen Umschlag von 8.619 t nachweisen. In diesem Jahr waren es wegen des lang anhaltenden Niedrigwassers nur 1.207 t. Die Gesamtumschlagstonnage gegenübergestellt, waren es 2016 59.548 t und im vergangenen Jahr 78.564 t, also eine Steigerung um 31,9%. Die Entwicklung im Schiffsverkehr auf der Elbe aber zeigt, dass die Wirtschaft sich schnell von der Binnenschifffahrt verabschiedet, wenn durch Niedrigwasser nicht zuverlässig transportieren kann. So ist es wohl nicht zufällig, dass der diesjährige Elbschifffahrtstag am 24. Mai in Wittenberge stattfindet. M Hegemann GmbH Werft Unser Angebot: Neubau, Umbau und Reparaturen von Binnenschiffen bis 85 m Länge Stahlbauarbeiten aller Art. Winterlager, Service und Reparatur für Freizeitboot Hier finden Sie uns: Freiheit 10 • 13597 Berlin-Spandau Ruhlebener Altarm • via Spandauer Schleuse Für weitere Informationen nehmen Sie bitte mit uns Kontakt auf: Telefon: 030 35187 - 211 E-Mail: frank.felkel@hegemann.de Umschlag in Brandenburger Häfen Hafen Hennigsdorf 297.000 t Hafen Velten 105.000 t Hafen Eberswalde 346.000 t Hafen Eisenhüttenstadt 14.000 t Hafen Schwedt /Oder 71.000 t Kalksteinwerk Rüdersdorf 157.000 t Brandenburg / Havel-Silokanal 742.000 t LUTRA-Königs Wusterhausen 903.974 t FGL Fürstenwalde 296.000 t HavelPort Wustermark 58.000 t Hafen Mühlberg 5.800 t ElbePort Wittenberge 78.364 t 76 Binnenschifffahrt – ZfB – 2018 – Nr. 4

Wasserstraßen | Häfen Mit RIS COMEX in die Digitalisierung Mit besseren Informationen entlang der Wasserwege sollen die Binnenschifffahrt und ihre Logistikpartner ihre Transportaufgaben künftig effizienter erfüllen können. Helfen soll dabei ein von der EU finanziertes Forschungsvorhaben Von Christian Knoll Ziel des jetzt gestarteten Projektes ist es, die Binnenschifffahrt und ihre Logistikpartner mit bestmöglicher Information für grenzüberschreitende Transporte zu unterstützen. Die Abkürzung RIS steht für (River Information System), COMEX (Corridor Management Execution) für ein von der Europäischen Kommission (CEF) finanziertes Projekt, das auf die Definition, Spezifikation, Implementierung und den nachhaltigen Betrieb von RIS-Diensten im Anschluss an die CoRISMa-Studie (bis Ende 2015) abzielt. RIS COMEX hat im Laufe des Jahres 2016 begonnen und wird bis Ende 2020 andauern. Das Projektgebiet umfasst insgesamt 13 verschiedene europäische Länder mit 15 Partnern, die sich unter der Koordination der Österreichischen Wasserstraßenverwaltung »viadonau« mit dem gemeinsamen Ziel zusammengeschlossen haben, Informationsdienste zu realisieren. Die Wasserstraßen sind dabei in sechs Korridore eingeteilt. Einer davon betrifft die Wasserstraße Elbe, einschließlich der Moldau, durchgängig vom Beginn der Schiffbarkeit bis nach Hamburg und von Magdeburg bis zu den ARA-Häfen. Er trägt den Arbeitstitel »Elbe-Weser-Korridor«. Die Verkehrsministerien von Deutschland und Tschechien hatten Arbeitsgruppen eingerichtet, welche die Ergebnisse der Arbeiten an der CoRISMa-Studie zusammenführen werden. Ihre Leiter Nils Braunrodt vom BMVI und Jan Bukowsky von der tschechischen Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung (Vodni Cesty a Plavba) berichteten jüngst im Bundesverkehrsministerium vor rund 40 Vertretern von Reedereien, Logistikunternehmen und Verladern über den bis dato erreichten Arbeitsstand. Derzeit werden AIS-Stationen eingerichtet, die in Echtzeit jedem vorbeifahrenden Schiff die Beschaffenheit der Wasserstraße an dessen Position anzeigt. Das Netz soll so dicht genüpft werden, dass es keine »Funklöcher« geben wird. Alle Schifffahrtszeichen werden dazu mit Sendern ausgestattet, die den Schiffern ihre Lage, die Tauchtiefen, Untiefen, aktuelle Brückendurchfahrtshöhen etc. auf dem Bildschirm des Bordcomputers anzeigen werden. Auch die Logistiker in Häfen oder die verladenden Unternehmen können die aktuelle Position eines Schiffes zu Lageplan der AIS-Stationen in Tschechien jeder Zeit abfragen, um zum Beispiel die genaue Ankunftszeit zu erfahren. Jedes Schiff wird dafür mit einem entsprechenden Bord-Computer ausgerüstet werden müssen. In der Pilotphase stehen auf deutscher Seite 5.000 € pro Schiff als Förderung zur Verfügung. Die aktuelle Studie läuft noch bis Dezember 2020. M Schiffswerft 5 | 39317 Elbe-Parey OT Derben | +49 (0) 39349 / 9459 - 0 Schiffswerft Bolle Schiffsneubau Reparaturen Wartung www.Schiffswerft-Bolle.de info@Schiffswerft-Bolle.de Quelle: RIS COMEX Binnenschifffahrt – ZfB – 2018 – Nr. 4 77