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Zoonews Frühling 2018

Willkommen in Down Under: Rote Erde, rauer Fels, karge Vegetation. Im ehemaligen Afrikahaus hat die australische Savanne Einzug gehalten und lockt mit allerlei Lieblichem: Koalas, Wallabies und Riesenwaranen.

6 SCHWERPUNKT Rote Erde,

6 SCHWERPUNKT Rote Erde, rauer Fels, karge Vegetation. Im ehemaligen Afrikahaus hat die australische Savanne Einzug gehalten und lockt mit allerlei Lieblichem: Koalas, Wallabies und Riesenwaranen. TEXT Dr. Robert Zingg Man möchte fast meinen, dass der frühere Zoodirektor Heini Hediger mit dem 1965 eröffneten Afrikahaus bereits eine Vision für die spätere Verwendung dieses Hauses hatte. Mit den beiden schalenartigen Dachelementen erinnert es entfernt an das Opernhaus von Sydney. Nun zieht hier ein australisches Tier mit einer einzigartigen Erscheinung ein: mit dichtem grauem Fell, flauschigen Ohren und Knopfaugen. Mit kurzen, aber kräftigen Armen und Beinen sitzt das ganze Wesen wie ein Päcklein am Eukalyptusbaum. Die Rede ist natürlich von den Koalas, die unbestritten die Besucherlieblinge der neuen Australienanlage sind. Sie sind nicht nur bei uns eine Premiere, sondern überhaupt die ersten Koalas, die die lange Reise von Australien bis in die Schweiz gemacht haben. FRESSEN UND VIEL SCHLAFEN Unsere Koalas sind Halbbrüder, die 2016 im Australian Reptile Park, rund 50 Kilometer nördlich von Sydney, geboren und von ihren Müttern aufgezogen wurden. Wie in der Natur haben auch diese Koalas regelmässige Schlafphasen. Die ausgedehnten Ruhezeiten der Tiere haben aber nichts mit Faulheit zu tun. Sie stellen vielmehr eine Anpassung an ihre spezielle Ernährungsweise dar. Denn die Nahrung der Koalas besteht aus nährstoffarmen und schwerverdaulichen Blättern verschiedener Eukalyptusarten. Richtig aktiv zeigen sich die Koalas, wenn frischer Eukalyptus gefüttert wird. Dabei ist Grün nicht gleich Grün. Die Blätter aller Eukalyptusbäume enthalten toxische Substanzen, sie unterscheiden sich aber in Art und Menge der Bild: Robert Zingg Der Riesenwaran ist mit einer Körperlänge von bis zu zwei Metern Australiens grösste Echse. ZOONEWS FRÜHLING 2018

SCHWERPUNKT 7 Giftstoffe. Die Koalas prüfen die Verträglichkeit der Blätter darum mit ihrer feinen Nase. RIESIGE WARANE, BUNTE TANNZAPFEN Im Australienhaus sorgen Reptilien für einen weiteren Höhepunkt und zwar mit Vertretern der in Australien artenreich vorkommenden Warane und Skinke. In den beiden Anlagen für die Riesenwarane sorgen örtlich im Tagesverlauf wechselnde Hotspots für Stellen, wo sich die drei halbwüchsigen Riesenwarane bei Temperaturen von 40 bis 60 ° C richtig aufheizen können. Ausgewachsen können sie bis zu zwei Meter lang werden. In den beiden kleineren Reptilienanlagen werden Pilbara-Felsenwarane, eine sehr kleine Waranart, und Tannzapfenechsen gezeigt. Die Tannzapfenechsen zeichnen sich aus durch langjährige Partnerbeziehungen. Bei unseren Tieren augenfällig ist das Schuppenkleid mit braunorangem Farbmuster. Arten greift die Ausstellung auf, die im Besuchergang des Australienhauses installiert ist. Dieses Thema illustrieren auch die von dort aus einsehbaren Wildkaninchen. zoo.ch/australien GÖTTIS UND GOTTIS GESUCHT! Möchten Sie sich für eines unserer Bennett-Wallabies engagieren? Oder schlägt Ihr Herz für die faszinierenden Riesenwarane? Für alle australischen Tierarten suchen wir Paten, die uns in der Tierpflege finanziell unterstützen. Im Gegenzug laden wir Sie unter anderem zum Patentag ein, wo wir Sie mit seltenen Einblicken in den Zooalltag verwöhnen. zoo.ch/patenschaften AUG IN AUG MIT WALLABY UND EMU Auch die früheren Aussenanlagen des Afrikahauses sind der australischen Landschaft gewichen. Hier durchstreifen die Besucher die begehbare Anlage für Bennett-Wallabies und Emus und erleben Koalas, Riesenwarane und den Lachenden Hans in ihren Aussenanlagen. WILDKANINCHEN ALS BEISPIEL EINER INVASIVEN ART Australien hat eine einzigartige Tierwelt, die sich über einen grossen Zeitraum eigenständig entwickeln konnte. Mit der Besiedlung brachte der Mensch auch Tiere anderer Kontinente nach Australien. Verschiedene dieser Tiere wie etwa Fuchs, Hauskatze oder Agakröte haben einen verheerenden Einfluss auf die ursprüngliche Tierwelt und haben zur Ausrottung oder starken Gefährdung zahlreicher australischer Arten beigetragen. Diese Thematik der invasiven Bilder: age fotostock/Prisma by Dukas, Claudia Rudolf von Rohr Ein alter Bekannter im Zoo Zürich: der Lachende Hans. MEHR ERFAHREN ZUM LACHEN DER HÄNSE Möchten Sie mit Ihrer Familie, mit Freunden oder Ihrer Firma noch tiefer in Australien eintauchen? In Begleitung eines Zooführers lernen Sie spannende Hintergründe zur Anlage, zu den Tieren und ihren Lebensräumen kennen. Erfahren Sie aus erster Hand Zoogeschichten, die Sie und Ihre Gruppe zum Staunen und zum Schmunzeln anregen. Und mit etwas Glück erleben Sie sogar den Lachenden Hans in schallendem Gelächter. zoo.ch/fuehrung ZOONEWS FRÜHLING 2018