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physio-Journal I 1/2018

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VORGESTELLT © magele-picture - Fotolia.com DER UNTERARMSTÜTZ W·O·R·K·O·U·T UND SEINE VARIANTEN Ein zentraler Bestandteil der physiotherapeutischen Behandlung ist die Durchführung von Kräftigungsübungen. In der Reihe »Workout« werden verschiedene Übungen vorgestellt, die vielleicht auch für Deine Patienten interessant sind. Viel Spaß beim Lesen und Ausprobieren. Text: Jesper Schwarz In Zeiten des Functional- oder Core-Trainings ist der Unterarmstütz oder neudeutsch auch »Planke« eine bekannte Übung. Sie wird häufig dafür verwendet, um die Körpermitte, den sog. Core zu trainieren. Der Core umfasst den Bereich vom Zwerchfell bis zum Becken, darin inbegriffen alle skelettalen und muskulären Partien sowie deren beteiligten Bandstrukturen. Das Core-Training bildet die Grundlage für kräftige, effiziente und sportartspezifische Bewegungen und mindert zugleich das Verletzungsrisiko. So stützt und schützt die Core-Muskulatur beispielsweise den Rumpf, ist an der Atmung beteiligt und sorgt für die Bewegungen der Wirbelsäule. Aber die Indikationen für den Unterarmstütz gehen weit über eine Verbesserung der athletischen Fähigkeiten hinaus. Viele Rückenprobleme lassen sich zum Beispiel auf eine seitlich abgeschwächte Bauchmuskulatur und auf eine fehlende Stabilität des Beckens zurückführen. Auch eine mangelnde Kontrolle und unzureichende Feinabstimmung der Wirbelsäulenmuskulatur führen oftmals zu Rückenschmerzen. Eine gut ausgeprägte Rumpfmuskulatur hilft, Ausweichbewegungen im Oberkörper zu vermeiden. Auch Dysbalancen und Instabilitäten, die u. a. Belastungsspitzen auf den passiven Bewegungsapparat zur Folge haben, können durch eine stabile Rumpfmuskulatur vermieden werden. Indikation Indikationen für die Übungen sind ein LWS- oder BWS-Syndrom, unspezifische Rückenschmerzen, sowie Beckenbodenund ISG-Beschwerden. Zudem wirkt die Übung einer kyphotischen Fehlhaltung entgegen. Trainierte Muskulatur Der Unterarmstütz trainiert vor allem die Bauchmuskulatur und die Rückenmuskulatur, aber auch die Gesäßmuskeln und die Muskeln des dorsalen Oberschenkels. Durch die statische Haltefunktion werden zusätzlich die Arm-, Schulter-, und Brustmuskeln trainiert. 22 physio-Journal

ASTE Der Patient liegt auf dem Bauch. Die Zehen sind aufgestellt. Die Unterarme sind parallel zueinander aufgestützt. Die ulnare Handkante – die Finger können auch eine Faust bilden – sind dabei aufgestellt, die Daumen zeigen nach oben. ESTE Der Patient hebt das Becken bis der ganze Körper eine horizontale Linie bildet. Die Daumen zeigen weiterhin nach oben, die Finger sind gespreizt und der Blick geht leicht nach vorne unten (Kopf in Verlängerung der HWS). Während der gesamten Übungszeit wird die Spannung gehalten und der Rumpf stabilisiert. Besondere Aspekte, die beachtet werden sollten Nach einem allgemeinem Warm-Up sollten stets Übungen der Rumpfmuskulatur am Anfang einer Trainingseinheit stehen, damit die wichtigste Haltemuskulatur des Rumpfes gezielt aktiviert und auf die folgenden Bewegungen bzw. Belastungen vorbereitet und trainiert werden kann. Das Core-Training kann also bereits einen Teil des Warm-Ups bilden. Um die Belastungsparameter an die individuellen Gegebenheiten des Patienten anzupassen, eignet sich vor Trainingsaufnahme bzw. Planung ein einfaches Screening. Beschreibung der Übung VORGESTELLT Variationen Es gibt eine nahezu unbegrenzte Anzahl an Stützvarianten. Neben Anpassungen in der ASTE wie zum Beispiel im Seitstütz zum vermehrten Ansprechen der lateralen Muskelketten, kann auch der Unterarmstütz in vielen verschiedenen Variationen durchgeführt werden. Dabei steht die Ausführung im Vordergrund – wie so häufig gilt hier das Credo »Qualität vor Quantität« – auch bei der Auswahl der richtigen Variation spielt das Screening eine entscheidende Rolle. Meiner Erfahrung nach kann eine Progression gewählt werden, wenn der Patient (je nach Zielstellung auch kürzer) 60 Sekunden in der Lage ist, die vorgegebene Position technisch korrekt durchzuführen. Typisch für eine Progression ist es, die Unterstützungsfläche der oben gezeigte Variante zu verkleinern und ein Arm oder ein Bein von Boden zu lösen. Auch ein dynamischer Seitenwechsel der jeweiligen Extremität ist denkbar. Ist der Stütz mit gestreckten Beinen für den Patienten zu anspruchsvoll, empfiehlt sich eine Regression. Indem der Patient die Knie absetzt, kann er die Hebelverhältnisse verkürzen und somit die Übung vereinfachen (Abb. 1). Screening Hier gibt es verschiedene Verfahren wie z. B. den Bunkie-Test. Es ist aber auch möglich und gängig, den Patienten einfach die vorgegebene Position einnehmen zu lassen und die Zeit zu erfassen, über die der Patient die Übung sauber und technisch korrekt durchführen kann. An Hand des aktuellen Leistungsniveaus können dann die entsprechenden Belastungsparameter (Satzdauer, Satzzahl, Pausenzeit) abgeleitet und bestimmt werden. Abb. 1: Unterarmstütz Abb. 2: Regression Hervorragende Osteopathieausbildung auf höchstem Niveau Wir bieten: - eine praxisorientierte 5-jährige berufsbegleitende Ausbildung (BAO anerkannt) mit einem erfahrenen international renommierten Dozententeam (Osteopathen D.O., Ärzte) - 25 Jahre Erfahrung in der Osteopathieausbildung in Deutschland - eine individuelle, persönliche Betreuung Mit unserem Programm der Teilzeitausbildung erfüllen wir die Kriterien der WHO Sie sind: Physiotherapeut, Heilpraktiker, Arzt oder Masseur mit MT-Ausbildung Infoabend: Samstag, 30. Juni 2018 , 18 Uhr Ausbildungsbeginn: jeweils im September Weiterbildung: International renommierte Dozenten für alle osteopathischen Bereiche Präsident: Philippe Druelle D.O. Schulleitung: Guido Drerup D. O. DEUTSCHES OSTEOPATHIE KOLLEG Deutsches Osteopathie Kolleg GmbH Anzengruberstraße 12 83101 Rohrdorf Tel: +49 (0) 8032-988919-13 www.osteopathie-kolleg.com info@osteopathie-kolleg.com Kontakt: Hildegard Siflinger Tel: +49 (0) 8032-988919-13 Wir freuen uns auf Ihren Anruf physio-Journal 23