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Katalog-106_Galerie_Fach

NORBERTINE VON

NORBERTINE VON BRESSLERN-ROTH 1891 – Graz – 1978 7 Kampf; Krake und Hummer im Zweikampf. Farblinolschnitt, um 1923, auf gelblichem Japan, signiert. Darstellungsgröße 22:22 cm, Blattgröße 33,4:29,9 cm. – Verso am Oberrand Reste alter Montierung. Ganz vorzüglicher, farbintensiver Abdruck! Von 1907-1911 studierte die Künstlerin an der Grazer Landeskunstschule bei Alfred von Schrötter (1856-1935), in den Sommer monaten 1907 und 1909 in Dachau an der Tiermalschule von Hans von Hayek (1869-1940). Durch die Vermittlung Schrötters konnte sie 1911-1916 als Schülerin die Privatschule von Ferdinand Schmutzer (1870-1928) besuchen, anschließend war sie in dessen Atelier an der Wiener Kunstakademie tätig. Danach folgte die Rückkehr nach Graz. Ab 1909 folgten Beteiligungen an den Ausstellungen der „Wiener Secession“. Unternahm Studienreisen in Europa. 1919 heiratete sie Georg Ritter von Bresslern (1892-1952). 1921, 1925, 1931 und 1936 mit dem Österreichischen Staatspreis ausgezeichnet, 1922 erhielt sie die Goldmedaille der Stadt Graz, 1934 den Ehrenpreis der Stadt Wien. 1928 unternahm sie eine Nordafrika-Reise, auf der neben Gemälden, die die Sitten und Gebräuche der „Urein wohner“ (elysisch und erotisierend) thematisieren, zahlreiche Tierdarstellungen entstanden; später auch Studien in europäischen Tierparks, zudem Porträtminiaturmalerin und Illustratorin für Kinder- und naturwissenschaftliche Bücher sowie Entwürfe von Gobelins. 1932 wurde ihr der Professorentitel verliehen. Sie war Mitglied des „Women‘s International Art Club“. 1938 Ausschluß aus der „Vereinigung der Künstlerinnen Österreichs“, aufgrund der Herkunft ihres Mannes, der eine jüdische Mutter hatte und von dem sie sich nicht trennte. Einstufung einiger ihrer Arbeiten nach 1933 als regimekritisch. Norbertine von Bresslern-Roth gilt als bedeutende österreichische Malerin und Graphikerin und zählt zu den wichtigsten österreichischen Tiermalern des 20. Jahrhunderts. Durch Rezeption japanischer, expressionistischer Stilmerkmale sowie durch die Auseinandersetzung mit der Jugendstil- Graphi k gelang ihr eine eigene künstlerische Bearbeitung des Linolschnitts. 14

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