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Katalog-106_Galerie_Fach

GIAMBATTISTA CANAL 1745

GIAMBATTISTA CANAL 1745 – Venedig – 1825 10 Rebekka und Abrahams Diener Elieser am Brunnen vor der Stadt Haran (Genesis 24). Pinsel in Braun, braun laviert, über Bleistift, auf Bütten. 28,3:40 cm. – Mit einem Braunfleck im Bereich des oberen Brunnenrandes. Provenienz: Sammlung SRH im Dreieck mit einer Schale (Wiene r Sammlung), nicht bei Lugt; Sammlung Anton Schmid, Wien, nicht bei Lugt; Sammlung Helmut Märkt, Reutlingen; Galerie Sabrina Förster, Düsseldorf, Herbstkatalog 2006/2007, Nr. 33 mit Abb. Gutachten: Dr. George Knox, Vancouver (29.06.2006). Giambattista war der Sohn und Schüler des venezianischen Malers Fabio Canal (1701-1767), der seinerseits Schüler und lange Zeit Mitarbeiter G.B. Tiepolos war (1696-1770). Giambattista war von 1768-1780 Mitglied der venezianischen Malergilde. Er arbeitete als Freskenmaler in Venedig, der Terra ferma, sowie in Triest und Ferrara. Er soll siebzig Kirchendecken ausgemalt haben, so z.B. eine „Glorie der Titelheiligen“ in der Kirche San Eufemia von 1763, eine „Heimsuchung“ von 1771 in SS Apostoli, eine „Geburt Marias“ im Dom von Sevalle u.a. Die Karrieren von Vater und Sohn ziehen sich durch das gesamte 18. bis in das erste Viertel des 19. Jahrhunderts. Beide waren ausgezeichnete Maler, das zeichnerische Werk ist klein und noch nicht ausführlich bearbeitet. Es sind ca. zwei Dutzend Zeichnungen bekannt, von denen drei den Namen des Vaters tragen. Es gibt nur eine einzige Arbeit, die mit Sicherheit dem Giambattista zugeschrieben werden kann (vgl. L. Padoan Urban, Giambattista Canal, in: Atti dell’ istituto veneto, CXXVIII, 1969-70, Ss. 41-43). Die Komposition hat einen ausgesprochen erzählerischen Charakter . Sie schildert den Moment, in dem Elieser Rebekka als Dank für ausreichend Wasser aus dem Brunnen für sein Gefolge und die Kamele eine Kette und zwei Armreifen aus schwerem Gold überreicht. Die Darstellung wirkt charmant und elegant, sie erhält durch die Kamele und Schafe, die von rechts kommend in das Geschehen hereinlaufen und nicht zuletzt durch die kokette Haltung der Rebekka, eine amüsante Note. Der neoklassizistische Ansatz dieser Zeichnung kann mit den Freskendekorationen im Palazzo Filodrammatico von 1804 in Treviso verglichen werden. 20

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