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Katalog-106_Galerie_Fach

FERDINAND AUGUST FELLNER

FERDINAND AUGUST FELLNER 1799 Frankfurt/Main – Stuttgart 1859 Hagen wirft den Kaplan in die Donau. 15 Illustration zum „Nibelungenlied“. Lithographie, um 1820/25, auf Velin. Darstellungsgröße 28,3:39,8 cm, Blattgröße 50:70,9 cm. – Mit einzelnen Fleckchen in den sehr breiten Rändern. Literatur: V. Schauz, Ferdinand Fellner (1799-1859). Ein Beitrag zur illustrativen Kunst des 19. Jahrhunderts. Stuttgart, Diss. 1976, S. 87, Nr. 25 (S. 165); M. von Boehn, Das Nibelungen Lied. Richard-Wagner-Gedächtnis-Ausgabe. 1933, Vorwort von Max von Boehn. S. 21, Abb., irrtümlich als Fohr; K. Busch, Das Nibelungenlied in deutscher Geschichte und Kunst. Die Kunst dem Volke, Nr. 81, München 1934, Abb. 43, irrtümlich als Fohr. Die Zeichnung, nach der die Lithographie angefertigt wurde, hat Fellner dem alten Frankfurter Kunstverein zur Verlosung überlassen und kam als erstes Blatt von ihm in den Besitz des Städelschen Kunstinstituts (vgl. Ph.Fr. Gwinner, Kunst und Künstler in Frankfurt am Main... Frankfurt a.M., 1862, S. 457, Anmerkung). Im Winter 1803/04 hatte August Wilhelm Schlegel in seinen Berliner Vorlesungen so nachdrücklich auf das Nibelungenlied hingewiesen, daß eine außergewöhnliche Beschäftigung mit dieser Dichtung einsetzte. Die 1807 erschienene Ausgabe von Fr. H. v. d. Hagen (1780-1856) trug wesentlich zur Verbreitung des Nibelungenliedes bei. Bildende Künstler wandten sich dem neuen Stoff zu. Neben Peter Cornelius‘ Zeichnungen zum Nibelungen lied sind die Blätter von Carl Philipp Fohr (1795-1818) der bedeuten dste Beitrag zu diesem Thema. Aber auch Eduard Bendemann (1811-1889), Julius Hübner (1806-1882), Alfred Rethel (1816-1859) und Julius Schnorr von Carolsfeld (1794-1872) sind mit Werken auf diese Dichtung eingegangen. In Fellners Nibelungen-Illustrationen werden sichtbar Einflüsse von Peter von Cornelius und Julius Schnorr von Carolsfeld verarbeitet. „Das Nibelungen-Triptichon Carl Philipp Fohrs befand sich im Besitz von Johann David Passavant und wurde 1861 als sein Vermächtnis vom Städelschen Kunstinstitut erworben. Es ist also nicht auszuschließen, daß Fellner die Arbeit Fohrs bei seinem Freund gesehen hat und dadurch zu einer entsprechenden Komposition angeregt wurde.“ (Schauz, S. 86). Fellner zeichnete sich besonders auf den Themengebieten der Geschichte, Sage und Dichtung aus, die er mit unerschöpflicher Phantasie zeichnerisch variantenreich verarbeitete, wobei er bewußt Stilmerkmale der altdeutschen Kunst verwendete. Ein Teil seines zeichnerischen Nachlasses befindet sich heute im Städel Museum, Frankfurt am Main, auch das Goethe-Museum in Düsseldorf besitzt Arbeiten des Künstlers. 30

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