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Katalog-106_Galerie_Fach

LUDWIG EMIL GRIMM 1790

LUDWIG EMIL GRIMM 1790 Hanau – Kassel 1863 21 Bildnis der Hedwig von Münchhausen, verh. von Scholley (1822-1889); Büste mit gesenktem Blick, den Kopf leicht nach links gewandt. Aquarell über Bleistift, auf cremefarbenem Velin. 16,1:12,5 cm. Provenienz: C. G. Boerner, Düsseldorf, 1976, Kat. 67, Nr. 101; Sammlung MWD im Doppelkreis; Privatbesitz Rheinland. Vergleichsliteratur: Stoll, Ölbilder B, 4, S. 511/12; I. Koszinowski/ V. Leuschner, Ludwig Emil Grimm. Zeichnungen und Gemälde. 2 Bde. Marburg, 1990, Bd. 1, Ö 52, Farbtaf. S. 208 u. Abb. S. 404. Bei diesem Aquarell handelt es sich um eine Vorstudie für das 1841 entstandene Gemälde „Die Mohrentaufe“ im Besitz der MHK Neue Galerie, Kassel. Das Modell für die weibliche Hauptfigur des Gemäldes war Hedwig von Münchhausen, die 1845 den österreich. Feldmarschallleutnant Otto von Scholley geheiratet hatte. Ihre Schwester Agnes von Münchhausen hatte 1837 Grimms Schwager Ludwig Hassenpflug nach dem Tode von dessen erster Frau geheiratet. Grimm hat sie auf einer weiteren – 1839 entstandenen – aquarellierten Bleistiftzeichnung porträtiert. Der vor allem als Radierer tätige Grimm war 1804-1808 Schüler der Kasseler Kunstakademie bei Gottlieb Kobold (1769-1809), Andreas Range (1762-1828) und Ernst Friedrich Ferdinand Robert (1763-1843). Durch seine Brüder Jacob und Wilhelm Grimm wurde er mit Clemens Brentano (1778-1842) und Achim von Arnim (1781-1831) bekannt, mit denen er zusammenarbeitete. Wohl 1807 lernte Grimm Bettine Brentano (1785-1859) kennen, von der er zahlreiche Porträts anfertigte. Im November 1808 zog er nach Landshut zu Brentano und dessen Schwager Friedrich C. von Savigny. Auf ihre Vermittlung hin ging er nach München und erlernte das Kupferstechen bei Carl Heß (1755- 1828). Zugleich studierte er an der Münchner Akademie unter Andreas Seidl (1760-1834). Die Teilnahme an den Freiheitskriegen 1814 zwang ihn das Studium zu unterbrechen. Mit Georg Brentano reiste er im Frühjahr 1816 nach Italien, wo er zwei Monate blieb. 1817 kehrte er nach Kassel zurück. 1824 reiste Grimm zum ersten Mal nach Willingshausen und wurde hier mit Gerhard Wilhelm von Reutern (vgl. Kat. Nr. 40) zum Mitbegründer der Willingshäuser Malerkolonie, eine der ersten Künstlerkolonien Deutschlands. 1832 wurde er an die Kasseler Kunstakademie als Lehrer berufen. 42

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