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s'Magazin usm Ländle, 15. April 2018

Gastgewerbliche

Gastgewerbliche Berufsschule, Lehrlingswettbewerb 1979 ••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••• Am 23. April 1979 besuchte der ehemalige Landesrat Siegfried Gasser die Lehrlinge der Gastgewerblichen Berufsschule in Lochau. Anlass war ein Wettbewerb der Gastronomielehrlinge –den Siegern überreichte Landesrat Gasser eine Medaille sowie ein Diplom. Die einstige Landesberufsschule für das Gastgewerbe ist heute besser bekannt als Weiterbildungszentrum Schloss Hofen – oder auch Neu-Hofen. Neben der Gastronomie- und Hotelfachschule bietet das „Zentrum für Wissenschaft, Aus- und Weiterbildung“ in Kooperation mit der FH Vorarlberg ein breites Angebot an Studiengängen. Untergebracht ist die Bildungseinrichtung in einem schlossartigen Renaissanceanwesen aus dem 16. Jh. Das Areal blickt aber noch auf eine viel ältereGeschichte zurück: Bereits im Jahr 1218 diente der hier errichtete Turm zu Hofen als Sitz gräflich-montfortischer Ministerialen und zugleich als Burg- 14 s’Magazin

MUNDART mannensitz der über Hofen liegenden BurgLochau. Haben Sie auch historische Fotoschätze zu Hause, dann schicken Sie sie uns per E-Mail an vorarlberg@kronenzeitung.at. Die besten Bilder werden veröffentlicht. Foto: Vorarlberger Landesbibliothek /Helmut Klapper nägala Zeitwort •••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••• „I muaß wieder i d’Kälte usse - mi nägalat’s!“ Das Nägala ist ein Gefühl, das jeder kennt,der einmal aus bitterer Winterskälte zu schnell in die Wärme seines Hauses zurückgekehrt ist –jenes nämlich, als ob einem tausend kleine Nägel oder Nadeln durch Fingerkuppen und Zehen gebohrt werden. Über die medizinischen Gründe dieser Empfindung wollen wir uns hier nicht weiter auslassen,uns interessiert vielmehr der sprachliche Ursprung des Nägala, für den es drei Theorien gibt:Erstens der schon erwähnte Nagel,der das durchbohrende Gefühl bildhaft im Kopf entstehen lässt;interessanter und mindestens so plausibel aber scheint eine zweite Erklärung,die auf das alte alemannische Wort Hornigel zurückgeht.Gemeint waren damit früher rasch aufziehende Unwetter mit Wind, Schnee,Regen und Graupelschauern.Diese traten –sofern man der Mundart traut – vermehrt ab dem Monate Februar auf,welcher früher Hornung hieß und vondem besagte Hornigel ihren Namen bezogen. Vondiesen abgeleitet wiederum ist das Verb horniglen,das in seiner Bedeutung exakt dem Voradelberger nägala entspricht,sodass Letzteres eine sprachliche Verkürzung darstellen könnte. Eine dritte und volkstümlichereErklärung schließlich vergleicht den Schmerz des körperlichen Auftauens mit dem mittelalterlichen Ziehen vonFinger-und Zehennägeln zum Zweck der Strafe, Läuterung und Buße. Der Leser mag selbst entscheiden, welche Erklärung er beim nächsten Nägala heranzieht –der Schmerz bleibt stets der gleiche. s’Magazin 15