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Erfolg_Ausgabe Nr. 11-12 - Nov/Dez 2017

Die Zeitung "Erfolg" ist offizielles Organ des Schweizerischen KMU Verbandes

6 Rechtsberatung

6 Rechtsberatung Ausgabe 11/12 / November / Dezember 2017 / ERFOLG Die Kündigung und ihre Stolpersteine Ihr Ansprechpartner für arbeits- und gesellschaftsrechtliche Fragen. MLaw Patrick Amrein, selbstständiger Rechtsanwalt bei Sigerist Zumbühl Advokatur und Notariat, Luzern. Damit Sie bei der nächsten Kündigung nicht über Fristen und Formalitäten stolpern, hier ein kompakter Rechtsüberblick zum Herauskopieren. Kündigungsfrist / Zustellungszeitpunkt Sofern nicht durch Vertrag abweichend geregelt, gelten folgende Kündigungsfristen und -termine: • während der Probezeit: 7 Tage auf jeden Termin • im 1. Anstellungsjahr: 1 Monat auf Monatsende • ab dem 2. Anstellungsjahr: 2 Monate auf Monatsende • ab dem 10. Anstellungsjahr: 3 Monate auf Monatsende Die Kündigungsfrist kann vertraglich reduziert werden, darf aber grundsätzlich nicht unter einem Monat liegen. Zudem dürfen für Arbeitgeber und Arbeitnehmer keine unterschiedlichen Kündigungsfristen gelten. Wird bei einer Kündigung die Frist nicht eingehalten, so ist die Kündigung nicht unwirksam, sondern bewirkt die Auflösung des Vertrages auf den nächst zulässigen Termin. Massgeblicher Zeitpunkt für die Kündigung ist nicht das Absendedatum der Kündigung (z.B. gemäss Poststempel), sondern der Zeitpunkt, an dem der Gekündigte von der Kündigung Kenntnis erlangt hat oder hätte erlangen können. Verweigert der Empfänger ausdrücklich die Annahme des eingeschriebenen Briefes, gilt die Kündigung dennoch als zur Kenntnis genommen. Bei einer Abholungseinladung wird die mögliche Kenntnisnahme am ersten Tag der Abholfrist vermutet, sofern der Empfänger nicht zur Abholung verhindert war, was z.B. bei Ferienabwesenheit der Fall sein kann. Praxis-Tipp: Damit neben der Kündigungsfrist auch der Zeitpunkt der Kündigung sicher eingehalten werden kann, ist eine persönliche Übergabe des Kündigungsschreibens anlässlich eines Kündigungsgespräches mit anschliessender Unterzeichnung der Kündigung durch den Gekündigten ratsam. Wird die Unterschrift verweigert, kann die Kündigung protokolliert und das Protokoll von zwei geeigneten Zeugen unterzeichnet werden. Form Die Kündigung bedarf – sofern nicht vertraglich abweichend geregelt – grundsätzlich keiner Form. Sie kann deshalb mündlich, per Whats- App oder E-Mail, Fax, Einschreiben etc. erfolgen. Wurde Schriftlichkeit vereinbart, ist eine Kündigung per E-Mail nur mit qualifizierter elektronischer Signatur (z.B. SwissID) gültig. Praxis-Tipp: Zu Beweiszwecken ist eine schriftliche (eingeschriebene oder persönlich übergebene) Kündigung empfehlenswert. Begründungspflicht Die Kündigung ist auch ohne Begründung wirksam. Auf Verlangen hat der Kündigende dem Gekündigten aber den Grund der Kündigung schriftlich bekanntzugeben. Für das Begehren nach einer solchen Begründung besteht keine Frist. Kündigung vor Stellenantritt Bei der Kündigung vor dem Stellenantritt beginnt die Kündigungsfrist nach hier vertretener Ansicht mit dem Stellenantritt. Da weder der Arbeitgeber noch der Arbeitnehmer in der Regel Interesse am kurzen Stellenantritt hat (in der Probezeit gilt eine Kündigungsfrist von 7 Tagen), ist ein Aufhebungsvertrag in diesen Fällen eine sinnvolle Lösung. Sperrfristen Sperrfristen schützen den Arbeitnehmer vor einer Kündigung zur Unzeit. Ist der Arbeitnehmer wegen einem unverschuldeten Unfall oder einer unverschuldeten Krankheit ganz oder teilweise arbeitsunfähig, gelten folgende Sperrfristen: • im 1. Dienstjahr (nach Ablauf der Probezeit) maximal 30 Kalendertage • ab dem 2. bis und mit dem 5. Dienstjahr maximal 90 Kalendertage • ab dem 6. Dienstjahr maximal 180 Kalendertage Dauert die Arbeitsunfähigkeit über einen relevanten Dienstjahreswechsel hinaus, ist die längere Sperrfrist anwendbar. In der Probezeit, bei befristeten Verträgen, bei der Kündigung durch den Arbeitnehmer, bei Aufhebungsvereinbarungen und bei gerechtfertigter fristloser Kündigung, findet die Sperrfristenregelung keine Anwendung. Verschiedene Gründe der Arbeitsunfähigkeit, die keinen Zusammenhang miteinander haben (z.B. unterschiedliche Krankheitsfälle oder Unfall und Krankheit), lösen jeweils eigene, neue Sperrfristen aus. Rückfälle hingegen haben keine neuen Sperrfristen zur Folge. Zu beachten ist, dass der Kündigungsschutz nichts mit der Lohnfortzahlungspflicht zu tun hat. Die Lohnfortzahlung kann unter Umständen kürzer oder länger sein als die jeweilige Sperrfrist. Abschliessend ist auf die Sperrfrist während der Schwangerschaft (ab Nidation) und 16 Wochen nach der Niederkunft hinzuweisen. Weitere Sperrfristen sind für den Militär- und Zivildienst oder bei Hilfsaktionen im Ausland vorgesehen. Rechtsanwalt Patrick Amrein Sigerist Zumbühl Advokatur und Notariat Pilatusstrasse 35 · 6002 Luzern Telefon 041 229 60 00 amrein@sizu.ch · www.sizu.ch

Finanzen Ausgabe 11/12 / November / Dezember 2017 / ERFOLG 7 Endlich mehr Kredit für KMU dank Crowdlending Laut Bankgesetz und -verordnung war es bisher nicht möglich, dass ein Darlehensnehmer seinen Kredit von mehr als 20 Personen finanzieren lassen konnte. Der Bundesrat hat am 5. Juli 2017 eine Änderung der Bankenverordnung – auch Fintech-Regulierung genannt – verabschiedet. Somit wurde diese Einschränkung für KMU bis zu CHF 1 Mio. am 1. August 2017 aufgehoben. Ab sofort können kleinere und mittlere Unternehmen davon profitieren, dass unzählig viele Anleger bereits ab CHF 1‘000.– Kredite über die Crowdlending-Plattform von Cashare an Unternehmen bis zu CHF 1 Mio. vergeben können. Durch diese Neuerung wird den Anlegern eine noch höhere Diversifikation ermöglicht und die Vergabe von Krediten an Schweizer Unternehmen noch attraktiver. Unternehmen werden dadurch noch unabhängiger von der Kreditpolitik ihrer Bank, dank Crowdlending als interessante Finanzierungsalternative. Viele Unternehmen haben von Crowdlending profitiert Eine Erfolgsgeschichte ist zum Beispiel die Paracelsus Clinica al Ronc AG! Sie liegt in Castaneda, hoch über dem Calancatal. Das moderne Gebäude mit 25 Doppelzimmern ist umgeben von einer typisch südschweizerischen Flora und eingebettet in einen Kastanienhain. Seit Eröffnung bietet die Klinik eine intensive biologisch-integrative Medizin an. Das Konzept der Klinik lautet: «Wo man Menschen behandelt – und nicht Diagnosen.» Die Paracelsus Clinica al Ronc AG hat den Status eines Schweizer Kurhauses und ist Mitglied im Verband Schweizer Kurhäuser. Die Klinik hat, mit einer Finanzierung über Cashare, mehr als eine halbe Million Franken erhalten, um die fehlenden Erträge infolge eines Brandfalles zu decken. Zusätzlich wurde der Liquiditätspuffer ausgebaut. Aufgrund der soliden Finanzzahlen und der Absicherung durch ein Grundpfand, wurde dem Unternehmen das beste Rating A vergeben. Bei einer Laufzeit von 60 Monaten wurde ein Zinssatz von 5.6% vereinbart. Das Unternehmen profitiert auch vom einzigartigen Vorteil, dass der Kredit während der Laufzeit jederzeit vorgängig zurückbezahlt werden kann, ohne zusätzliche Kosten. Dies ermöglicht weitere Einsparungen bei einem positiveren Geschäftsverlauf. Ein weiteres Beispiel ist Siam Thai. Das Restaurant im Einkaufszentrum Bülach ist eine kleine thailändische Oase, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, ihren Kunden eine qualitativ hochwertige, gesunde und günstige Verpflegung zu offerieren. Um Ihren Kunden weiterhin das Beste bieten zu können, wurde die Küche umgebaut und auf Gasbetrieb umgerüstet. Durch diese Erneuerungen konnte die Kapazität gesteigert und Arbeitsprozesse und Qualität der Gerichte verbessert werden. Das Restaurant suchte ein Darlehen von Hunderttausend Franken mit einer Laufzeit von 18 Monaten. Mit einem B Rating bewertet, wurde es zu einem Zinssatz von 5.6% innerhalb kürzester Zeit voll finanziert. Zusätzlich konnte sich Siam Thai bei einem breiten Publikum bekannt machen und auch Kreditgeber als neue Kunden gewinnen. Wie werden das Rating und der Zinssatz ermittelt? Das KMU selber braucht im Schnitt nur fünf Minuten Aufwand, um ein Darlehen zu beantragen. Sich registrieren, den gewünschten Kredit beantragen und die benötigten Dokumente einsenden. Den Rest erledigt Cashare in weiteren drei Schritten. Zu Beginn wird eine umfangreiche Bonitätsprüfung in Zusammenarbeit mit externen Datenbanken durchgeführt. Der nächste Schritt beinhaltet eine weitere Firmenanalyse aufgrund der hochgeladenen Dokumente. Dort werden die Finanzstärke und Business Risikofaktoren wie Konkurrenz, Geschichte des Unternehmens und die dazu gehörende Industriebranche untersucht. Exklusiv bei Cashare gibt es auch die Möglichkeit, dass das KMU zusätzliche Sicherheiten in Form von Grundpfand oder Bürgschaften anbietet. Durch solche Sicherheiten kann man sein Rating weiter verbessern. Schlussendlich stellt sich das Unternehmen selber vor, beschreibt für was der Kredit verwendet werden soll und weshalb es für Anleger sinnvoll ist einen Kredit zu vergeben. Ist das Rating einmal bestimmt, hängt die Zinshöhe von der Laufzeit des gesuchten Darlehens ab. Im Idealfall kann ein Kredit bereits nach 2 Wochen bereits ausbezahlt werden und das Unternehmen in die Zukunft starten. Über Cashare AG Als vorausschauender und innovativer Kreditmarktplatz betreibt Cashare seit 2008 die grösste Crowdlending-Plattform der Schweiz mit mehr als 22‘000 Nutzern und einem angefragten Kreditvolumen von über CHF 325 Millionen. Mit dem digitalen Geschäftsmodell – das schon unzählige Nachahmer gefunden hat – bietet Cashare eine fortschrittliche Plattform für Peer-to- Peer-Kredite, die ohne Umwege über herkömmliche Bankprodukte zwischen Investoren und Kreditnehmern vermittelt werden. Im Zentrum steht die sichere, schnelle, effiziente und einfache Finanzierung von Privat- und KMU-Krediten. Cashare trägt seit Gründung aktiv zu einem zukunftsfähigen und innovativen Finanzplatz Schweiz bei und kann als Wegbereiter für die disruptive Fintech-Szene gesehen werden. Cashare AG Bösch 73 · 6331 Hünenberg www.cashare.ch

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