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■ Titel hNordstadt

■ Titel hNordstadt Porträts LOKALPATRIOTEN ONKEL OLLI Herr der Biere Er ist eine Institution in der Nordstadt: Marc Oliver Schrank alias Onkel Olli führt mit bis zu 300 Sorten Bier und Brause den wohl ungewöhnlichsten Kiosk der Stadt– und ist damit bekannt wie der sprichwörtliche bunte Hund. Bereits seit seinem Studium, das er 2009 abbrach, um „Onkel Olli’s“ zu eröffnen, lebt er selbst in der Nordstadt: „Es ist sehr herzlich hier, fast familiär und man kennt sich“, erzählt er. Besonders der hohe Freizeitwert gefällt ihm: „Die Nordstadt hat eine gute Kneipenszene, ist sehr grün – es ist wie eine Kleinstadt.“ Die Liebe zum Stadtteil kann man sich in seinem Kiosk sogar durch den Magen gehen lassen: So findet sich in Onkel Olli’s Angebot auch das schlicht „30167“ betitelte Bier der Genossenschafts-Brauerei „Nordstadt braut“, der mittlerweile 260 Mitglieder angehören – darunter auch Schrank. 20 UNI-EXTRA

terarm. Am Stadtteil schätzt Alina vor allem das entspannte Flair und den Umgang miteinander: „Die Unterstützung untereinander ist groß“, erzählt sie. Es ist daher kein Zufall, dass sie auch ihr nächstes Projekt in der Nordstadt ansiedelt. Für „Was mit Herz“ gründete Alina einen Verein und mietete die leerstehenden Räumlichkeiten über ihren Produktions- und Büroräumen an, um diese für kreative Projekte zur Verfügung zu stellen. Wer Lust und Ideen hat, kann dort demnächst Workshops, Yoga oder Sprachunterricht anbieten. Der Startschuss dafür fällt in zwei bis drei Monaten, nachdem die Räume komplett renoviert wurden. Auch das ist nur dank Zusammenhalt möglich – das Geld sammelte Alina per Crowdfunding. ROBERT DREES Der Galerist Seit rund 25 Jahren steht der Name Robert Drees in Hannover für zeitgenössische Kunst. Dass es ihn mit seiner Galerie nach geworden“. Auch in der Kunstszene sieht er in den vergangenen Jahren viel Veränderung, die nicht zuletzt die Atelierförderung des Kulturbüro begünstigte: „Es herrscht Aufbruchstimmung“, freut sich Drees. MAYA BIRKEN Freie Radikale Ursprünglich war es das Studium, das Maya Birken nach Hannover zog. Doch auch als sie den Diplom-Abschluss in Visueller Kommunikation längst in der Tasche hatte, blieb sie - und lebt und arbeitet bis heute in der Nordstadt: „Es ist ein sehr belebter Stadtteil mit alter linker Tradition, das mag ich sehr“, erzählt Birken und fügt an: „Sprengel, Korn – das lässt mein Herz aufblühen.“ Dabei war es eigentlich ein Glück, dass sie in der Kleinstadt aufwuchs: „Die Kleinstadt zwingt zur Kreativität“, sagt Birken, „wenn es nichts gibt, muss man sich eben selbst etwas schaffen.“ Etwas selbst zu erschaffen steht heute nicht nur im Rah- 2010 als Teil des Duos „Die Freien Radikalen“ eigene literarische Texte mit Musik. Während ihr eine Großstadt wie Berlin mit ihrem kulturellen Angebot allerdings zu erdrückend wäre, gefällt Birken das Leben im grünen Hannover sehr: „Es entwickelt sich gerade viel in der Nordstadt und der Zusammenhalt ist toll.“ RALF HÖHNE Clown für alle Fälle Es geht nicht nur darum, Spaß zu machen. Es geht darum, die eigene Art der Komik zu finden“, erzählt Ralf Höhne. Seit 1991 gehört er zum Lehr- und Leitungsteam der Tut – Schule für Tanz, Clown & Theater, die seit 2000 in der Nordstadt beheimatet ist. Neben einem Angebot von Kursen und Workshops aus den Bereichen Tanz und Theater, bildet Höhne hier gemeinsam mit Corinna von Kietzell und Dieter Bartels berufsbegleitend zum „geprüften Darsteller*in für Clowntheater & Komik“ aus. Der Standort Hannover gefällt Marc Oliver Schrank Robert Drees Maya Birken Ralf Höhne ALINA ZIMMERMANN Wahre Liebe Die Nordstadt ist ihre Homebase: Die „Love.It.Healthy“-Gründerin Alina Zimmermann lebt nicht nur seit Jahren hier, sondern verlegte mit der Eröffnung des „Lieb.es“ im vergangenen Jahr auch ihren Arbeitsmittelpunkt in die Nordstadt. „Sie ist wie eine Kleinstadt in der Großstadt“, schwärmt Alina, „ich liebe die Nordstadt!“. Diese Liebe trägt sie auch nach außen: Die Postleitzahl 30167 ziert als Tattoo ihren Un- den ersten Jahren in der Südstadt ausgerechnet in die Nordstadt zog, war dabei kein Zufall: Nirgendwo sonst in der Stadt fand Drees Räumlichkeiten, die seinen Vorstellungen einer offenen loftähnlichen Atmosphäre so nahe kamen. In diesem Teil der Stadt fühlt er sich allerdings auch nach 19 Jahren noch immer sehr wohl mit seiner Galerie und nutzt Pausen gerne für Spaziergänge, ein Mittagessen im Spandau oder ruhige Minuten mit einem Fachbuch bei 24grad. „Ich mag die Nordstadt extrem gern“, erzählt Drees. Vor allem der E-Damm sei „step by step in leisen Schritten immer attraktiver Alina Zimmermann men ihrer Arbeit als Designerin im Fokus, sondern auch darüber hinaus. So gründete sie einst eine Lesebühne und verbindet seit Höhne dabei sehr: „Wir leben gern in Hannover.“ Und auch wenn die Ansiedlung in der Nordstadt vor allem dem Zufall geschuldet ist, fühlen sich das Team und die Schüler im Stadtteil wohl: „Die Nordstadt entwickelt sich“, sagt Höhne. „Sie hat ein schönes, offenes Flair.“ J OYCE K UHN SOMMERSEMESTER 2018 21