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1 Rheinlandschaft mit

1 Rheinlandschaft mit Burg Sooneck, 24. Juni 1819. Pinsel in Grau über Bleistift, auf chamoisfarbenem Velin mit Wasserzeichen: F H F, links unten mit brauner Feder bezeichnet und datiert „Hoheneck am Rhein, Juny 1819.“. 27,3:45,9 cm. – Ausriß im oberen Rand ergänzt. Die übliche Namensvielfalt der Burgen am Mittelrhein gilt auch hier. Bereits auf der ersten Rheinreise im Herbst 1818 hatte Fries‘ Reisegefährte Rudolf Kuntz (1797-1848) diese Hangburg gezeichnet und mit „Königstein R. Kunz 1818“ beschriftet (vgl. M. Lehmann: An der Clemenskirche und im Morgenbachtal, Konz bei Trier 2010, S. 100). Ein Jahr später heißt der „Königstein“ bei Ernst Fries „Burg Hoheneck“. Gemeint ist die heutige Burg Sooneck. Sie war eine gut erhaltene Burgruine und für Künstler interessant, aber damals unzugänglich im Gelände. So wurde sie relativ selten dargestellt. Ernst Fries begann seine zweite Rheinreise in Rüdesheim. Am 23. Juni 1819 auf dem Weg nach „Aßmannshausen“ zeichnete er den Ort im Rheintal mit der gegenüberliegenden Seite und lavierte seine Zeichnung großflächig mit grauer Tusche (33,5:43,4 cm, Heidelberg, Kurpfälzisches Museum). Früh am nächsten Morgen setzte er über den Fluß und erkletterte einen Standort im Steilhang, um die Burgruine „Bautzberg“ von Norden gesehen in gleicher Technik festzuhalten (45,5:28,5 cm, ebenfalls in Heidelberg; beide Arbeiten abgebildet bei Wechssler WV 27 und 28. Am selben Tag nachmittags entstand dann die hier vorliegende Arbeit von Burg Sooneck, denn am 26. Juni 1819 war Fries bereits in Oberwesel tätig. Diese drei getuschten Zeichnungen in großem Format sind von heraus ragender Qualität im Frühwerk. 36

2 Oberwesel, mit dem Ochsenturm, 1819. Bleistift, mit einigen Deckweißhöhungen, auf braun-grauem Bütten mit Wasserzeichen: Anker mit Danish Royal Cipher, rechts unten bezeichnet und datiert „Oberwesel den 26ten Juny 1819“. 30:48,3 cm. – Insgesamt etwas fleckig, linker Rand ungleich, in der rechten oberen Ecke leichte Knickfalte sowie mit wenigen Papierergänzungen. Wechssler trennt Fries‘ zwei Rheinreisen nicht voneinander: die erste fand mit Gefährten im Herbst 1818 statt, die zweite dagegen ohne Gefährten im Juni 1819 bis Bonn (vgl. Lehmann, S. 209-213). 37