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Katalog-Fries_Galerie_Fach

41 Landschaft bei

41 Landschaft bei Olevano mit Blick auf Civitella (Bellagra), Februar 1827. Bleistift, auf cremefarbenem Transparentpapier, mit Bleistiftlinie rechts und unten umrandet, links unten bezeichnet und datiert „Nach Reinhold Rom 16ten Febr. 1827.“ 24,5:33,2 cm. – Verso Reste alter Montierung an den Ecken, rechte untere Ecke wieder angesetzt. Vgl. Lehmann, S. 202: im Nachlaßverzeichnis Nr. 568 mit der bescheidenen Taxe von 1 Gulden und 20 Kreuzern. Hier sind mit Nr. 567 bis 571 fünf „Durchzeichnungen“ nach Reinhold genannt. Wechssler schreibt zu Fries’ Ansicht über Heinrich Reinhold auf S. 26: „An Reinhold lobt Fries besonders die korrekte und zierliche Wiedergabe anspruchsloser Naturausschnitte, hält ihn jedoch nicht für sehr ursprünglich, für kein großes Talent; denn vieles habe er von Koch angenommen.“ Ganz offensichtlich hat er seine Meinung, wahrscheinlich nach Reinholds Tod 1825, neu überdacht. Fries pauste sich insgesamt 14 Zeichnungen nach Reinhold durch. Sie belegen seine besondere Wertschätzung, die keinem anderen Künstlerkollegen zu Teil wurde. Reinhold selbst verwandte Transparentpapier nicht zum Pausen, sondern wegen der feinen, glatten Oberfläche, vgl. dazu Lehmann, S. 259-263. Zu Heinrich Reinhold (1788-1825) und dem gleichen Motiv vgl. den Ausstellungs-Katalog: Heinrich Reinhold (1788-1825). Italienische Landschaften. Gera, Kunstgalerie, 1988, Nr. 77, Abb. 163. Die Pauszeichnungen von Fries nach Reinhold sind etwas Besonderes; bislang bekannt sind: „Straßenbrücke bei Civita Castellana“ (Galerie Joseph Fach, Frankfurt, Kat. 100, Nr. 28) und „Otranto“ (M. Lehmann, S. 261). Hier ist zu bemerken, daß es sich bei dieser Zeichnung Reinholds um eine Pause nach einer Zeichnung von Joseph Thürmer (1789-1833) handelt. Heinrich Reinhold ist selbst nie in Otranto gewesen. 96

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