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KV.info März 2018

Neues aus dem DRK Kreisverband Güstrow e. V.

Mit Paten auf Weg zur

Mit Paten auf Weg zur Integration DRK Güstrow hat bereits 500 Patenschaften zwischen Flüchtlingen und Einheimischen vermittelt Güstrow, 13.3.18 Alabdulrahman Wael ist glücklich. Glücklich, dass er mit seiner Frau und den drei Kindern der täglichen Lebensgefahr in Syrien entkommen ist und endlich in Sicherheit leben kann. „Güstrow gefällt mir sehr gut. Ich habe schon viele Kontakte hier. Es ist ein schönes Leben“, sagt der 41-Jährige in gebrochenem, aber verständlichem Deutsch. Alabdulrahman Wael fühlt sich angekommen. Das hat er zum großen Teil auch seiner Patin Kristina Schoof aus Güstrow zu verdanken. Mit dem Programm „Patenschaft schenkt Zukunft“ des DRK-Kreisverbandes Güstrow werden Flüchtlinge, die in Güstrow und Umgebung erste Schritte wagen, unterstützt. Die Paten helfen ihren „Patenkindern“ bei den Problemen des Alltags in einem fremden Land. Seit dem Start des Programms 2016 hat das DRK Güstrow bereits 500 solcher Patenschaften vermittelt, 50 allein dieses Jahr. Patenschaft als Freundschaftsdienst „Diese Patenschaft hilft uns sehr. Besonders für meine kleine Tochter ist es schön“, erzählt Alabdulrahman Wael, der seit knapp zwei Jahren in Güstrow lebt. Kristina Schoof ist die syrische Familie ans Herz gewachsen. „Wenn ich in Syrien alleine wäre, würde ich auch Freunde brauchen“, sagt die 41-Jährige. Diese Patenschaft ist für sie ein Freundschaftsdienst. „Ich behandele die Menschen so, wie ich selbst gerne behandelt werden möchte“, erklärt sie. Schon bei Ausbruch der Flüchtlingskatastrophe 2015 half Kristina Schoof im damaligen Auffanglager in Mühlengeez. „Da sind viele Freundschaften entstanden“, sagt die Güstrowerin. „Die Patenschaft ist ein Geben und Nehmen. Menschen stärken Menschen. Es geht darum, füreinander da zu sein.“ Das kann beim gemeinsamen Kochen sein, bei Behördengängen oder bei der Hausaufgabenhilfe für die Kinder. „Zum Beispiel musste ich die Mülltrennung erklären oder wie es mit den Pfandflaschen läuft. Das war ihnen völlig fremd“, sagt Kristina Schoof und lächelt. Auch beim Einkaufen im Supermarkt unterstützt sie die Familie von Wael. Die deutsche Sprache ist für sie besonders wichtig. „Wir unterhalten uns nur auf Deutsch. Darauf lege ich Wert. Wer in Deutschland bleiben möchte, muss auch die Sprache können“, unterstreicht sie. Dennoch handele es sich bei einer Patenschaft nicht um einen „Ganztagsjob“. „Wir sind nicht jeden Tag zusammen. Es ist vielmehr so, als wenn man sich mit Freunden trifft“, sagt Kristina Schoof. „Vor allem gibt man nicht nur, sondern lernt auch andere Mentalitäten und Kulturen kennen.“ Die Güstrowerin ist überzeugt, dass die Patenschaft ein wesentliches Mittel der Integration ist. So sieht es auch Peggy Reimer, beim DRK Güstrow verantwortlich für das Patenschaftsprogramm. Sie selbst hat zehn Patenschaften. „Es gibt immer noch viele Flüchtlinge, die einen Paten suchen. Das wird allerdings immer schwerer. Damals, 2015, war die Hilfsbereitschaft groß. Aber jetzt sind viele Einheimische müde geworden“, sagt Peggy Reimer. Doch das Programm sei bisher ein großer Erfolg und die Güstrowerin wirbt unaufhörlich für weitere Patenschaften. „Mein Freundeskreis ist immens gewachsen. Ich möchte diese Erfahrung nicht mehr missen.“ „Ich hatte keine Ahnung, wie es in Deutschland läuft, als ich hier ankam“, sagt Alabdulrahman Wael. „Alles war so kompliziert.“ Doch Kristina Schoof hat ihm und seiner Familie geholfen, das neue Leben in Güstrow zu bewältigen. „Dafür bin ich sehr dankbar“, sagt der Syrer. Jens Griesbach Foto: Jens Griesbach 14

Kleiderkammern in großer Not Spenden nötig: Andrang in Bützow und Güstrow ist bei der Kälte so groß, dass warme Anziehsachen fehlen * * * * * Güstrow, 3.3.2018 Die Tage sind kalt, doch die Winterkleidung in der Bützower Kleiderkammer des DRK geht zur Neige. „Jeden Tag kommen um die acht Bedürftige zu uns“, sagt die Leiterin der Kleiderkammer in Bützow, Sieglind Ahlgrimm. Seit acht Jahren arbeitet sie bereits ehrenamtlich bei der Bützower Kleiderkammer und hat auch schon einiges mitgemacht. Doch gerade in diesen Tagen werde nicht genug verwertbare Kleidung abgegeben, erklärt sie. Besonders an wärmerer Garderobe sowie Kleidung für jüngere Leute ab Größe 140 aufwärts mangelt es. „Aber egal wer zu uns kommt. Jeder, der es beansprucht, geht nicht ohne irgendetwas wieder raus“, sagt die Leiterin. Güstrow nutzt das Zwiebelprinzip In der Güstrower Kleiderkammer des DRK sieht die Lage ähnlich aus. „Die Nachfrage nach Winterkleidung hat sich drastisch erhöht, aber der Nachschub fehlt“, stellt Doris Proplisch, die dort seit 24 Jahren ehrenamtlich arbeitet, frustriert fest. Bis zu 70 Bedürftige kommen derzeit pro Woche in die Güstrower Kleiderkammer. „Winterschuhe haben wir fast gar nicht“, sagt sie. „Und auch Wintersachen für Babys sind stark nachgefragt. Wir haben sehr viele Schwangere, aber oft müssen wir sie ohne etwas wieder wegschicken“, erzählt sie. Die sechs ehrenamtlichen Mitarbeiter der Kleiderkammer in der Hagemeisterstraße sind bereits zum „Zwiebelprinzip“ übergegangen. „In Ermangelung von Winterklamotten geben wir gerade auch Sommerkleidung raus, mehrere Einzelteile auf einmal, die die Leute übereinander anziehen sollen“, sagt Doris Proplisch. Es mangelt an allem: Mützen, Handschuhe, Schals, warme Pullover. „Es kommt kaum was rein. Und wenn was reinkommt, ist es oft so abgetragen, dass wir es nicht mehr rausgeben können“, sagt die Kleiderkammer-Mitarbeiterin. Mit diesem Problem hat auch die Bützower Kleiderkammer zu kämpfen. „Es wird leider nicht genug Vernünftiges abgegeben“, so Sieglind Ahlgrimm. Der Nachschub für die sechs Kleiderkammern des DRK- Kreisverbandes in Bützow, Güstrow, Krakow am See, Kronskamp, Teterow und Gnoien kommt nahezu ausschließlich aus den Altkleider- Sammelcontainern. Sie müssen viel aussortieren „Da müssen wir aber immer viel aussortieren, weil die Leute auch Müll in die Container schmeißen“, bedauert Gabriele Panitz, beim DRK verantwortlich für die Kleiderkammern. „Wer zu Hause noch warme Sachen hat, sollte sie bitte sofort vorbeibringen. Auch Geldspenden sind immer gerne gesehen, um den Betrieb der Kleiderkammern aufrecht erhalten zu können“, sagt sie. Immer dienstags hat die Kleiderkammer in Bützow geschlossen, dann wird neue Ware angeliefert. In Güstrow passiert dies immer donnerstags. Die Ausbeute fällt oft mau aus. „Schon Freitagmorgen herrscht dann immer sehr großer Andrang bei uns“, sagt Doris Proplisch. Jeder Bedürftige bekommt nicht mehr als fünf Teile. „Wir würden gerne mehr geben, aber dann wäre unsere Kleiderkammer ruckzuck leer.“ Seit der Flüchtlingskrise im Jahr 2015 sei die Zahl der Bedürftigen extrem angestiegen, informiert Gabriele Panitz. „Die Zahl derjenigen, die zu uns kommen, hat sich verdoppelt“, sagt sie. Oft muss Doris Proplisch den Bedürftigen, die bei Frost vor der Güstrower Kleiderkammer warten, sagen, dass nicht genug warme Kleidung vorhanden ist. „Viele glauben uns dann nicht und schimpfen“, schildert sie. „Aber wir haben wirklich nichts.“ Lennart Stahlberg/Jens Griesbach 15

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