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Profiwissen_Flachdach_2016_ohne_JL_gesamt

B. Systeme Konstruktion

B. Systeme Konstruktion 1. Dichtungen auf Schalungen, unbelüftet 1. Dichtungen auf Schalungen, unbelüftet 1. Dachabdichtung als Bahn, dunkel 4. tragende Holzschalung (Empfehlung: Rauspund; Holzwerkstoffplatte im Feuchtbereich) 5. tragende Holzbalkenlage 6. vollständige Hohlraumdämmung 7. feuchteadaptive Dampfbremse / Luftdichtung 8. raumseitige Bekleidung Beschreibung geringe Bauteilhöhe Elementierung und Vorfertigung möglich + geringe Baukosten Anschluss der Luftdichtung von innen – ... ,,, V E Funktionstüchtigkeit nur unter bestimmten Bedingungen gegeben (Seite 11) Deckschichten (Kies, Terrassenbeläge, Gründach) nicht möglich Abdichtung nach DIN 18531 Einordnung in die Gebrauchsklasse GK 0 (DIN 68800 „Holzschutz“) möglich (Seite 11) als Variante ist die Metalldeckung mit Drainageschicht möglich, siehe Seite 28 U-Werte siehe Tabelle 5 auf Seite 20 ungenutzte Dächer, oft bei Kleinflächen wie Gauben Verwendung und Nutzung Das einschalige Warmdach (nicht belüftet) mit vollgedämmtem Balkenquerschnitt ist eine weit verbreitete Ausführung bei Flachdächern in Holzbauweise. Der Vorteil dieses Systems liegt vor allem in der geringen Aufbauhöhe und der reduzierten Baukosten. Jedoch ist es feuchtetechnisch gegenüber B.2 als weniger fehlertolerant zu bewerten - siehe Feuchteschutz. Es muss gewährleistet sein, dass das Dach in der Bauart und Nutzung verbleibt (keine Beläge und andere Nutzungen, Verschattung, Installationen jeder Art und stauendes Wasser). Abb. 2 Bei Dachgauben sind die Voraussetzungen für dieses Dachsystem oft gegeben. Bei einer Ausrichtung nach Norden sollte der Grad der Verschattung durch das Hauptdach geklärt werden. Gleiches gilt für Verschattungen aus benachbarten Bauten oder Vegetation (siehe Feuchteschutz). Bild: Fotolia 10

Feuchteschutz / Tauwassernachweis nach DIN 4108-3 Bei kalten Abdichtungen kommt es zu Kondensatbildung unter der Abdichtungsbahn bzw. der Schalung. Die Menge ist unbekannt und hängt von den baulichen Gegebenheiten ab. Bei diesem Dachsystem erfolgt die Austrocknung zur Raumseite. Antrieb dafür ist die Aufheizung des Daches aus Sonneneinstrahlung und die Umkehr des Diffusionsstroms zur Raumseite. Teil der Lösung sind die feuchtevariablen / feuchteadaptiven Dampfbremsen auf der Raumseite. Der Feuchteschutznachweis ist nach DIN EN 15026 mit den spezifischen Rahmendaten individuell für das jeweilige Dach zu führen. Holzschutz nach DIN 68800 Im Anhang A von Teil 2 der Norm (Bild A.20) ist eine vergleichbare Konstruktion aufgeführt. Diese basiert auf den „7 goldenen Regeln“ renommierter Bauphysiker. Die Konstruktion aus Bild A.20 der Norm konnte bisher nachweisfrei im Sinne der Gebrauchsklasse GK 0 ausgeführt werden. Seit Gültigkeit der DIN 4108-3: 2014-11 kann davon ohne Weiteres nicht mehr ausgegangen werden. Dennoch machen die besagten Regeln deutlich, welche Bedingungen Einfluss auf die Reduzierung des Feuchtegehaltes in der Konstruktion haben: Warme, trockene Abdichtungsbahn durch: 1. Gefälle ≥ 3% vor bzw. ≥ 2% nach Verformung 2. dunkle Färbung (Strahlungsabsorption a ≥ 80%), unverschattet und 3. keine Deckschichten (z. B. Bekiesung, Gründach, Terrassenbeläge). Begrenzter Feuchteeintrag von der Raumseite: 4. durch eine feuchtevariable/-adaptive Dampfbremse (siehe unten) und 5. eine geprüfte Luftdichtheit. Trockener homogener Konstruktionsaufbau: 6. keine unkontrollierbaren Hohlräume auf der kalten Seite der Dämmschicht. 7. Dokumentation der Holzfeuchten von Tragwerk und Schalung vor dem Schließen des Aufbaus (u ≤ 15% ± 3%) bzw. Holzwerkstoffbeplankung (u ≤ 12% ± 3%). Gefordert wird die werksseitige Vorfertigung zu Dachelementen (Qualitätssicherung). Weiter ist zu beachten: Der Schutz der Konstruktion vor Niederschlägen (Notabdichtung, Behelfsabdichtung, Abplanung) Der Schutz der Konstruktion vor Baufeuchte (trockene Baustoffe, techn. Bautrocknung) Die Installationsführungen sind raumseitig der Luftdichtung zu führen, Durchdringungen sind abzudichten. Diffusion bei Kälte außen Gefälle 3% feuchtevariable Dampfbremse Rücktrocknung bei bei Sonneneinstrahlung Sonneneinstrahlung Abb. 3 Dächer mit Abdichtung bilden im Bereich der Schalung beträchtliche Kondensatmengen. Bei feuchtevariablen Dampfbremsen soll die Rücktrocknung deutlich größer sein. Dies ist nachzuweisen. 11