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Profiwissen_Flachdach_2016_ohne_JL_gesamt

B. Systeme Konstruktion

B. Systeme Konstruktion 2. Dichtungen auf „>80%-Aufdachdämmung“ 2. Dichtungen auf „>80%-Aufdachdämmung“ 1. Dachabdichtung 2. druckfeste Dämmung mit Gefälle (≥ 2%) 3. Dampfsperre, Luftdichtung und Notabdichtung in einer Funktionsschicht 4. tragende Holzschalung 5. tragende Holzbalkenlage 6. ggfs. Luftraum 7. optional: Teildämmung 8. optional: raumseitige Bekleidung ohne (!) Dampfbremse Alternative: Holzmassivelemente (Abb. 4) Beschreibung kein Tauwasserausfall an der Tragkonstruktion Gefälleausbildung mit Dämmkeilen möglich + extrem schnelle Montage mit Holzmassivelementen (Abb. 4) zwei Abdichtungsebenen – ... ,,, V E druckfester Dämmstoff erforderlich bei Balkenlage größere Aufbauhöhe Anschluss der Luftdichtung von außen alle Deckschichten möglich (Kies, Terrassenbeläge, Gründach) ohne Tauwassernachweis (DIN 4108-3 und DIN 68800-2) Luftdichtung an den Dachrändern sorgfältig planen und ausführen! Metalldeckung mit speziellen Haften in der Hauptdämmebene verankert Holzmassivdecke statt Balkenlage U-Werte siehe Tabelle 7 auf Seite 21 Holzmassivdecke zu empfehlen bei Dachüberstand, auskragenden oder einrückenden Geschossen und Dachterrassen (Seite 34); U-Werte siehe Tabelle 6 auf Seite 20 Verwendung und Nutzung Diese Flachdachkonstruktion ist besonders robust, da sich alle Holzbauteile im warmen Bereich befinden. Die Tragkonstruktion kann entweder als Balkenlage oder mit Massivholz-Elementen ausgeführt werden. Die Aufdachdämmung lässt sich mit einer zusätzlichen Dämmlage innerhalb / unterhalb der Tragkonstruktion kombinieren. Durch die Zusatzdämmung und Bekleidung ist ein verbesserter Schall- und Brandschutz zu erzielen. Abb. 4 Die aufliegende Dämmung ermöglicht eine interessante Raumgestaltung (hier Brettsperrholz). Veränderungen der Dachnutzung im Laufe der Jahre sind unkritisch. Allerdings müssen die Dämm- und Dichtungssysteme für veränderte Nutzlasten geeignet sein (Nachweis erforderlich). So können aus bauphysikalischer Sicht Beläge aufgebracht oder Solaranlagen aufgestellt werden. Dies wäre bei dem System B.1 nicht möglich. 14

Feuchteschutz / Tauwassernachweis Durch die aufliegende Dämmung ist die Holzkonstruktion auf die warme Seite verschoben. Die Temperatur an der oberen Schalung ist im unkritischen Bereich (≥ 15°C) und damit tauwasserfrei (kein Taupunkt). Dies gilt ebenfalls für Räume mit erhöhter Raumluftfeuchte. Das Material unterhalb der Dampfsperre darf einen Anteil am Wärmedurchlasswiderstand in Höhe von 20% aufweisen. Dämmmatten mit geringer Dicke sind möglich (vgl. Tab. 7 auf Seite 21). Ebenso ist ein Feuchteeintrag aus Konvektion nicht zu erwarten (bitte die Ausführungshinweise unten beachten). Bei mehr als 20% ist ein Feuchteschutznachweis nach DIN EN 15026 notwendig (siehe auch „... mit Zusatzdämmung“ auf Seite 13). Holzschutz nach DIN 68800 Die Konstruktion kann der Gebrauchsklasse GK 0 nach DIN 68800 Teil 2 Abschn. 7.7 zugeordnet werden bei (Ergänzungen zur Legende): 1. - Dachabdichtung optional mit Kiesschüttung, Begrünung oder Gehbelag 2. - druckfester Dämmstoff gemäß DIN 4108-10 3. - Dampfbremse nach DIN 4108-3 mit s d,i ≥ 100 m, üblicherweise wird eine Dampfsperre mit Alueinlage ( s d ≥ 1500 m, Notabdichtung) gewählt 4. - Schalung aus technisch getrocknetem Holz oder Holzwerkstoffen (Empfehlung: Feuchtbereich) 5. - technisch getrocknetes Holzprodukt 6. - Hohlraum als stehende (warme) Luftschicht, kein (!) Kontakt zur Außenluft Abb. 5 Flachdächer mit aufliegender Dämmung zählen zu den feuchtetechnisch Robusten ihrer Art. Ausführungshinweise Die Luftdichtung verhindert Konvektionsfeuchte innerhalb des Bauteils. Bei diesem System liegt die Luftdichtung ungünstig oberhalb der Schalung. Dies erschwert den Anschluss zur Innenseite der Außenwand im Bereich des Dachrandes. Aus diesem Grund sollten in den Anschlussdetails die Führung der Luftdichtung sowie die notwendigen Materialien festgelegt werden. „herum“ „durch“ Abb. 6 Die Luftdichtungsebenen befinden sich auf der Wandinnenseite und Dachoberseite (oberhalb der Schalung). Zwei Möglichkeiten diese zueinander zu führen: 1. links - mit einer diffusionsoffenen Luftdichtungsbahn um die Holzkonstruktion „herum“, oder 2. rechts - „durch“ die Holzkonstruktion (Ausführung siehe Abb. 10). 15