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Profiwissen_Flachdach_2016_ohne_JL_gesamt

B. Systeme Konstruktion

B. Systeme Konstruktion 3. Belüftete Dächer 3. Belüftete Dächer 1. Abdichtung mit/ohne Gründach, DN ≥ 3° 2. Schalung aus trockenem Holz 3. belüfteter Hohlraum nachTab. 3 4. Konterlattung mit Nageldichtband (empfohlen) 5. Unterdeckung s d ≤ 0,3 m 6. Dämmstoff aus Mineral- oder Holzfasern 7. trockenes Holzprodukt 8. Dampfbremse s d ≥ 2 m 9. raumseitige Bekleidung oder Beplankung Beschreibung diffusionsoffener Aufbau + Gefälleausbildung mit Kreuzlattung möglich raumseitiger Anschluss der Luftdichtung – ... ,,, V E relativ große Bauteilhöhe höherer konstruktiver Aufwand große Lüftungsöffnungen an den Dachrändern mit Metalldeckung oder Gründach möglich die Querschnitte für die Lüftung sind maßgebend (Tab. 3) Metalldeckung U-Werte siehe Tabelle 8 auf Seite 21 die unbelüftete Konstruktion (Bauteil B.2) ist zu bevorzugen Kreuzlattung bei kompakten Grundrissen Verwendung und Nutzung Belüftete Dachdeckungen gehören zu den Standardausführungen beim Dach. Was beim Steildach zu hervorragenden Ergebnissen führt, ist beim Flachdach weitaus komplexer (siehe „Feuchteschutz / Tauwassernachweis“). Aus der Tradition ist die Luftschicht unter „Dachhaut“ geläufig. Dies darf nicht über eine begrenzte Wirkung bei horizontalen Luftschichten hinwegtäuschen. Der thermische Antrieb in der Luftschicht fehlt. Vorteile von belüfteten Flachdachkonstruktionen scheinen kaum noch vorhanden zu sein: Die Konstruktionshöhe ist vergleichbar mit B.2 Der konstruktive Aufwand (Kosten) für Ausbildung der Luftschicht ist kaum geringer als System B.2 Abb. 7 Frei gespannte Binderdächer mit Abdichtungen sind auch heute eine interessante Lösung - meist im Gewerbebau. Die Dämmebene ist in der Untergurtebene, darüber der Luftraum siehe Seite 18. Foto: Rockwool 16

Feuchteschutz / Tauwassernachweis In den Fachkreisen des Holzbaus hat man sich auf die Anforderungen einer Luftschicht bei einem belüfteten Flachdach verständigt. Dies hat zu Festlegungen in der 2012 erschienenen DIN 68800-2 geführt (Tab. 3, rechte Spalte). Danach, im Jahre 2014, wurde die Neuausgabe der DIN 4108-3 veröffentlicht und enthält in Abschn. 5.3.3.3 krass abweichende Regeln. Um die Gebrauchsklasse GK 0 zu erreichen, bleibt die DIN 68800 maßgebend. Nachweis für: klimabedingten Feuchteschutz Gebrauchsklasse GK 0 nach DIN 4108-3 nach DIN 68800 (z. B. Gründach) Länge des Lüftungsraumes ≤ 10 m ≤ 15 m Höhe Lüftungsquerschnitt ≥ 2‰ der Dachfläche; ≥ 50 mm ≥ 150 mm Be- / Entlüftungsöffnungen ≥ 2‰ der Dachfläche; ≥ 200 cm²/m ≥ 40% des Lüftungsquerschnittes Tab. 3 Anforderungen an belüftete horizontale Luftschichten bei Dachneigung von 3 Grad bis 5 Grad. Bei horizontalen Luftschichten ist keinesfalls sichergestellt, dass zu verschiedenen Tages- und Jahreszeiten mehr Feuchtigkeit heraus gelüftet wird, als zusätzlich eingetragen wird. Fallbeispiel: Bei einem Dachaufbau mit Gründach kommt es im Winter zu Vereisungen bis hin zur Holzschalung. Die im Nacht-Tag-Wechsel eingetragene Luft führt erhebliche Mengen an Luftfeuchte mit, die dann unterhalb der Schalung kondensiert / vereist. Zusätzliche Feuchte kondensiert aus dem Diffusionsstrom von der Raumseite. Ist die Konstruktion über einen längeren Zeitraum in diesem vereisten Zustand, kann die eingetragene Feuchtemenge beträchtlich sein. Schadensfälle zeigen, dass dieses Phänomen in der Planung berücksichtigt werden muss (Empfehlung bei Gründach: Seite 14). Holzschutz nach DIN 68800 Die Konstruktion kann der Gebrauchsklasse GK 0 nach DIN 68800 Teil 2 Anhang A Bild A.17 zugeordnet werden bei: 5. - Unterdeckung s d ≤ 0,3 m auch auf Holzschalung; bzw. Holzfaserdämmplatte als Unterdeckung 7. - belüfteter Hohlraum nachTab. 3, rechte Spalte 8. - Schalung aus trockenem Holz (GK 0) oder Holzwerkstoff (Feuchtbereich) 9. - neben dem Gründach sind auch andere Beläge möglich Abb. 8 Luftschichten müssen tatsächlich belüftet sein. Dazu sind „sich sehende“ Öffnungen notwendig. (Nettofl. ≥600 cm²/m) Als Belüftungselement hier spezielle gekantete/gelochte Bleche. Ausführungshinweise Belüftete Flachdächer sind u. a. nicht geeignet in enger Bebauung (fehlende Windeinwirkung), bei seitlich aufgehenden Gebäuden, Dächern mit Attika sowie Dachterrassen. Die Dachneigung sollte möglichst ≥ 5°betragen. Früher übliche Konstruktion Dächer mit Abdichtungen und unterhalb der Schalung befindlichen Luftschichten gehörten in vielen Jahrzehnten der Bautätigkeit zum Standard. Unter günstigen Bedingungen konnte eine zufriedenstellende Dauerhaftigkeit erzielt werden, allerdings keinesfalls zuverlässig. Feuchteschäden an der Schalung traten und treten regelmäßig auf. Die Gründe dafür sind vielfältig. Bei den heutigen Dämmdicken ist eine Belüftung im Sparrengefach nicht mehr möglich. 17