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Profiwissen_Flachdach_2016_ohne_JL_gesamt

D. Details 2. Holzmassiv

D. Details 2. Holzmassiv 2. Holzmassiv Decken und flache Dächer werden in Zukunft immer häufiger in Holzmassivbauart durchgeführt (vgl. Seite 14). Die Vorteile überzeugen: 1. Hohe Tragfähigkeit bei geringer Konstruktionshöhe 2. Rasche Verlegung, keine Trocknungsphasen 3. Dachabdichtung am gleichen Tag möglich 4. Kombination mit System B.2 5. Keine Hohlräume 6. (Fast) höhengleiche Dachterrasse möglich (siehe Detail Abb. 14 auf Seite 34) 7. Einspringende und auskragende Geschosse mit einfachen Anschlussdetails Leiste mit zweiseitig Dichtband ausgefräste Nut Falz im Elementstoß zur statischen Verbindung mit Sperrholzstreifen Luftdichtungsband Abb. 10 Zum Herstellen der Luftdichtung wird bei Dachüberständen im Bereich des Auflagers die Methode „durch“ angewendet (Abb. 6). Im Stoß wird eine Dichtungsleiste eingefügt. die Holzmassivdecke kann für den Raum sichtbar oder bekleidet ausgeführt werden die Auflagerung erfolgt sehr effizient auf einer „tragenden“ Installationsebene die (nichttragende) Holzrahmenwand wird bis Oberkante Attika gefertigt oberer Abschluss z. B. mit zementgebundener Spanplatte Geländer mit Konsolhalter, Blechverwahrung mit geneigten Haften Abb. 11 Die Attika stellt den horizontalen Abschluss der Außenwand her, üblicherweise mit einer Blechverwahrung. Das Dach liegt tiefer hinter der Attika. Damit ist das Niederschlagswasser zunächst eingeschlossen und kann nur über innenliegende Abläufe abgeführt werden. Ggf ist ein Notablauf zu schaffen. 32

3. Sanierung im Bestandsbau Fraglich ist, ob die tragende Schalung und Balkenlage noch vollumfänglich funktionstüchtig ist. Sprich: die Holzsubstanz voll tragfähig ist. Wenn Zweifel bestehen, wird die Schalung vollständig abgetragen und die Balkenlage ggf. durch Beihölzer verstärkt. Eine bestehende Dämmung und auch die Innenbekleidung müssen nicht verändert werden. Denn angestrebt werden sollte das System B.2. Hier werden die wichtigen Funktionsschichten auf die Oberseite der Schalung verlegt. Dies ist bei der Sanierung äußerst vorteilhaft, weil kaum in die Bausubstanz eingegriffen werden muss. Die Aufmerksamkeit sollte auf den Gebäuderand (Anschluss zur Außenwand) gelegt werden. Hier sind zwei wichtige Aufgaben zu bewältigen: die Luftdichtung und die Wärmebrücke. Ziel ist es die verbleibende Luftschicht zwischen den Balken zu einer stehenden „warmen“ Luftschicht zu konstruieren. Ablauf der Sanierung: 1. Rückbau der Schalung, ggf. Verstärkung der Balkenlage. 2. Einbau einer Verblockung zur Luftdichtung am Dachrand. 3. Dämmung der Außenwände bis Oberkante Balkenlage. 4. tragende Beplankung mit Anschluss der Luftdichtung. 5. Aufbau von System B.2. vollständige Dämmung im Bereich Außenwand Verwahrung aus gekantetem Blech schlanker Dachrand siehe Abb. 10 „warmer“ Luftraum Dämm- und Dichtsystem B.2 (Seite 14) luftdichter Abschluss mit OSB-Platte und Dichtbändern Abb. 12 Auch bei der Sanierung von Flachdächern spielt der Dachrand eine bedeutende Rolle. Mit dem Konstruktionssystem B.2 (siehe Seite 14) wird der Luftraum in der Balkenlage „stehend, warm“. Die Dämmung liegt neu oberhalb der Schalung . Es kommt nun auf den luftdichten Abschluss oberhalb der Außenwand an. 33