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Profiwissen_Flachdach_2016_ohne_JL_gesamt

A. Einführung Foto:

A. Einführung Foto: SWISS KRONO, Copyright: MAX-HAUS / Fotografen: Michél Haese und Robert Hempel A. Einführung Das Foto oben zeigt bei einem Wohnhaus Flachdachbereiche mit unterschiedlichen Bedingungen: Flachdach des Anbaus als Dachterrasse genutzt, verschattet Flachdach des Hauptgebäudes ungenutzt, teilweise verschattet Flachdächer werden mit einem oberen Abschluss aus Abdichtungsbahnen ausgeführt. Diese sind quasi diffusionsdicht und entsprechen somit nicht dem bewährten Konstruktionsprinzip des Holzbaus, der außenseitigen Diffusionsoffenheit. Flachdachkonstruktionen sind feuchtesensible Bauteile. Die sinnvollste Konstruktion sollte daher je nach Nutzung (z. B. Bekiesung, Begrünung, Dachterrasse) und in Abhängigkeit von den Randbedingungen (z. B. Raumnutzung, Tragwerk, Verschattung) gewählt werden. Im Abschn. B. „Systeme Konstruktion“ werden dazu Hilfen angeboten. Dieses Heft befasst sich mit den Konstruktionen aus Holz in verschiedenen Ausprägungen. Wichtig sind dabei die planerischen Notwendigkeiten. Angegeben werden Vorzüge, aber auch Ansätze zur kritischen Auseinandersetzung sowie der Bedarf an planerischen Details und Nachweisen. 4

1. Betrachtungen der Beteiligten am Bau Dächer mit Abdichtungen rufen immer wieder Konflikte bei den Beteiligten hervor. Von der Planung über die Ausführung bis zur schadensfreien Nutzung über einen angemessenen Zeitraum reichen die Betrachtungen. Bauherr Nutzung und Kosten sind im Fokus bei der Auswahl der Systeme und Konstruktionen. Sicherheit und Dauerhaftigkeit der Konstruktion sollten im Fokus sein. Letzteres wird leider allzu häufig den Verlockungen von günstigen Einstandskosten preis gegeben. Die Risiken von Dächern mit Abdichtungen sollten nicht unterschätzt werden. Um so wichtiger ist die Wartung dieser Dächer zu beurteilen. Hauseigentümer sollten sich im Sinne der Dauerhaftigkeit verpflichtet fühlen. Architekt Die Wünsche der Bauherren und die Randbedingungen im Projekt sind häufig schwierig zu vereinbaren. Für einen Architekten ist es kaum möglich die Vielzahl an Systemen und Produkten zu kennen. Notwendige Berechnungen sollten von Spezialisten oder den Systemherstellern durchgeführt werden. Im Sinne einer soliden Ausführung empfehlen die Planer ihren Bauherren sinnvollerweise kompetente Fachhandwerker, auch wenn auf die besonders günstigen Einstandskosten verzichtet werden muss. Handwerker Für jede, auch minderwertige Konstruktion wird man Handwerker finden, die diese vorbehaltsfrei zum günstigen Preis erstellen. Erfahrene Fachhandwerker beraten zu bewährten und fachgerechten Konstruktionen. Warnungen und Bedenken von kompetenten Fachhandwerkern sollten im Zuge der Vergabe gehört und berücksichtigt werden. Der traditionelle Handwerksbetrieb / Dachabdichter ist mit den in den letzten Jahren gestiegenen Anforderungen aus Bauphysik (Tauwasserschutz), Energieeinsparverordnung EnEV (Wärmeschutz, Luftdichtheit), Baustoffkunde im Hinblick auf Materialunverträglichkeiten, dem Langzeitverhalten und Verarbeitung angesichts der Vielzahl von Dachbaustoffen sehr stark gefordert. Foto: SWISS KRONO Abb. 1 Es ist weit mehr als eine Abdichtungsbahn. Ein gutes Abdichtungssystem berücksichtigt alle Details. Sachverständiger Jedes Gutachten, das nach Gebäudeerstellung verfasst wird, schafft Unzufriedenheit bei allen Beteiligten. Dies ist vermeidbar. Sachverständigenhonorare sind besser in der Planungsphase zu investieren, dann wenn noch nach guten Lösungen erfolgreich gesucht werden kann. Systemlieferant Eine ganze Branche an Herstellern befasst sich mit Abdichtungssystemen für flach geneigte Dächer. Zu den Systemen gehören heute druckfeste Dämmungen. Das „gute System“ passt zu den Anforderungen und zeichnet sich durch fundierte Planungsgrundlagen in allen Details aus. Der Planer erhält umfassende Ausschreibungsunterlagen. 5