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Profiwissen_Flachdach_2016_ohne_JL_gesamt

A. Einführung 2.

A. Einführung 2. Einteilung der Dächer 2. Einteilung der Dächer nach Dachneigung Grad Prozent Prozent Grad In den Regelwerken sind verschiedene Angaben zur Neigung von Flachdächern bzw. flachgeneigten Dächern zu 1° 1,75% 1% 0,57° finden. Üblicherweise werden Dächer bis 5° Neigung als 2° 3,49% 2% 1,15° Flachdächer bezeichnet. Das Maß der Dachneigung wird 3° 5,24% 3% 1,72° als Steigung in Prozent (%) oder als Winkel in Grad (°) angegeben. Umrechnungswerte Grad ↔ Prozent sind in 4° 6,99% 4% 2,29° Tab. 1 aufgeführt. In DIN 68800-2 „Holzschutz“ werden Dächer im Hinblick 5° 7° 8,75% 12,28% 5% 6% 2,86° 3,43° auf die erforderlichen baulichen Maßnahmen wie folgt 10° 17,63% 10% 5,71° unterteilt: Flachdach - Dach mit einer Neigung von weniger als 3° 15° 26,79% 15% 8,53° (5%), mind. jedoch 2% flach geneigtes Dach - Dach mit einer Neigung von weniger als 5°, mind. jedoch von 3° Tab. 1 Umrechnung von Dachgefälle. geneigtes Dach - Dach mit einer Neigung von mindestens 5° Für die Ableitung des Niederschlagswassers wird bei Dächern mit Abdichtungen ein Gefälle von mindestens 2% empfohlen. nach Konstruktionsart Wie ist die Dämmebene angeordnet? Gibt es Luftschichten in der Konstruktion? Dies sind die wesentlichen Unterscheidungsmerkmale. nicht belüftet (Warmdach): Abschn. B.1 – Balkenlage vollgedämmt, Abdichtung auf Holzschalung oder Zusatzdämmung Abschn. B.2 – Dämmung überwiegend (>80%) oberhalb der Schalung, „das sichere Dach“ Abschn. B.3 belüftet (Kaltdach) – der erforderliche Lüftungsquerschnitt und das Maß der Lüftungsöffnungen übertreffen oftmals die laienhafte Vermutung. Dachentwässerung Wichtig sind in Bezug auf die Konstruktion die Dachentwässerungen. Zumeist werden aus gestalterischen Gründen gerade obere Dachkanten gewünscht, die eine „Attika-Ausbildung“ erforderlich machen (Abb. 1). Ist dies allseitig der Fall, so sind innenliegende Entwässerungen unumgänglich. Diese sind zwar üblich und gewiss funktionstauglich, sind allerdings technisch einer Entwässerung über eine Dachkante in eine außenliegende Rinne in Sachen Sicherheit und Wartung unterlegen. Stauendes Wasser kann bei äußeren Rinnen nicht auftreten. Verstopfungen werden alsbald erkannt. Dachflächen mit nach innen abgeführter Entwässerung müssen unabhängig von der Größe der Dachfläche mindestens einen Dachablauf und mindestens einen Notüberlauf erhalten. Die Notentwässerung ist frei auf das Grundstück zu führen. Eine Notentwässerung kann durch zusätzliche Dachabläufe, Attikagullys, partielles Absenken der Attika oder einen durch die Attika geführten Notüberlauf erfolgen. 6

3. Nutzung der Dächer In der „Flachdachrichtlinie“ 1 werden Flachdächer unterschieden in nicht genutzte Flachdächer, die nur zum Zwecke der Pflege, Wartung und allgemeinen Instandhaltung betreten werden und genutzte Flachdächer, die für den Aufenthalt von Personen geeignet sind (z. B. Dachterrassen). Neben der formellen Beschreibung ist die genaue Nutzung der Dächer weiter zu differenzieren. Dabei spielen die Lasten die entscheidende Rolle. Abdichtungsbahnen und Dämmstoffe müssen für die Auflast ausgelegt werden. Installationen für die Gebäudetechnik oft mit punktuellen Einbindungen und/oder Durchdringungen. Antennenanlagen, Gebäudelüftung oder Solartechnik sind einige Beispiele (siehe Abb. 1 auf Seite 5). Einrichtungen zur Belichtung des obersten Geschosses sowie Rauch- und Wärmeabzugsanlagen (RWA, aus Brandschutzanforderungen) bilden regelmäßige Dachdurchdringungen. Flächige Bepflanzungen werden meist in extensiver Art ausgeführt. Es handelt sich um wasserspeichernde, meist dickfleischige Pflanzen aus Trockengebieten, die eben gewisse Trockenperioden überstehen. Baum- oder buschartige Bepflanzungen mit Kübeln mit entsprechenden Einzellasten. Auch Dacheinlassungen sind möglich. Begehbare Flächen mit unterschiedlichen Belägen wie Betonplatten oder Holz bei aufgestelzter Unterkonstruktion. Alternativ werden Schüttungen, Betonplatten auf Schüttungen oder Kunstrasen gewünscht. Leichte Gebäude meist aus Holz, die auch in Gärten üblich sind, werden durchaus bei den großflächigen Dachgärten gewünscht. Hier ist die standfeste Verankerung von großer Bedeutung. Aus dieser Aufzählung wird deutlich, wie umfassend die Planung für Flachdächer werden kann. Solare Aufheizung Die Sonneneinstrahlung führt bei offenliegenden Dachabdichtungsbahnen zu erheblichen Temperaturschwankungen. Gerade bei dunklen Bahnen können die Temperaturen besonders hoch werden. Nähte und Anschlüsse müssen den thermischen Spannungen standhalten. Helle Dachabdichtungen sowie Begrünungen oder Beläge mindern diese Beanspruchung. Der technische Widerspruch zu den Ausführungen bei Bauteil B1. (Seite 10) ist bei der Planung zu berücksichtigen. Wartung Dächer mit Abdichtungen haben eine begrenzte Lebensdauer. Regelmäßige Kontrollen und Wartungsarbeiten können die Dauerhaftigkeit verlängern. Bei der Planung von Belägen sollte dies berücksichtigt werden. Beispiel: Holzbeläge sollten in Form von leicht entnehmbaren Rosten konstruiert werden. Die Größe sollte begrenzt werden, zwei Personen sollten die Roste tragen können. Eine Fläche bis 2,5 qm ist zu empfehlen. In Ausschreibungen kann ein Wartungsangebot integriert werden. Regelmäßige Kontrollen entlasten den Immobilienbesitzer. Hierbei sollten die Empfehlungen der Hersteller der Dachabdichtungssysteme gelten. 1 „Fachregel für Abdichtungen“, Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks (Ausgabe 2008, letzte Änderung 2011, z. Zt. in der Überarbeitung) 7