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vor 9 Monaten

von fliegen ANTONIO PALIDO

Meist gegenüber, so

Meist gegenüber, so dass wir uns sehen konnten. Ging ich in die Küche, kam sie kurz danach hinterher. Küssten uns. Schön war es. Aber auf Dauer wollte ich es so nicht. Haben miteinander geredet, wie wir es Guido erzählen. Abgewogen, was er wohl sagen würde. Wir waren uns einig, dass er uns beide rausschmeißen würde. So war es dann auch. Eine Woche, nachdem wir uns im Bett gefunden haben, haben wir mit ihm geredet. Und durften noch im selben Moment unsere wenigen Sachen packen. Sind zu mir aufs Dach. Unsere erste Nacht allein. Frei. Wäre das Dach nicht gewesen; unterm Sternenhimmel. Aber wollen wir mit der Romantik mal nicht übertreiben. Denn auch so etwas passierte: Eines Nachts waren wir auf dem Weg zum Dach. Es hat geregnet. Wir bogen von der Holstenstraße auf den Europaplatz ein. Dort saßen zwei Typen. Noch nie gesehen. Waren keine Kieler. „Wollt ihr auch mal?“, fragte der eine und hielt uns etwas hin, was ein Joint zu seinen schien. Ich hatte ein ungutes Gefühl. Mitten in der Nacht? Zwei, die ich noch nie gesehen habe? Irgendetwas stimmte nicht. Wir rauchten trotzdem beide. Beim Zweiten Zug meinte ich zu Bianca, lass uns gehen. Irgendetwas stimmt hier nicht. Der Typ, der nichts sagte, war inzwischen verschwunden. Wir gingen zum Dach. Vorher schenkte mir der Typ noch einen Bobbel. Wir gingen ums Dach herum, damit er nicht sieht, dass wir raufklettern. Soweit kam es nicht. Bianca brach zusammen. Und mir wurde auch alles weich in der Birne und im Körper. Ich versuchte sie wach zu kriegen. Schaffte es nicht. Selbst auch schon am ankacken. Auf allen vieren kroch ich zu MacDonalds. Ein Engländer merkte, dass etwas nicht stimmte und kam mit. Sah Bianca und rief einen Krankenwagen. Sie wurde wiederbelebt. Mir Gings inzwischen wieder einigermaßen. Wir wurden beide mitgenommen. Als sie mit mir fertig waren suchte ich Bianca im Krankenhaus. Fand sie. Sie konnte noch nicht wirklich laufen. Ich suchte einen Rollstuhl, fand einen, setzte sie hinein und im Sprinttempo raus mit ihr. Den Rolli dann stehen gelassen und ab zum Dach. Irgendwie sind wir beide raufgekommen. Haben uns schlafen gelegt. Am nächsten Morgen bin ich als erstes wach geworden. Hab sie gestreichelt. Sie lag auf dem Rücken. Sie wachte auf. Ich streichelte über ihre Nippel. Sie fragte: „Was machst du da?“ Ich war verwirrt. Ich nahm den Schlafsack beiseite und sah die Plastiknippel vom Defibrillator. Sie klebten noch an ihrem Körper. Was haben wir gelacht. Wir lebten wieder! Irgendwann sah ich Deutschmann, den Bullen. Ich gab ihm den Bobbel, den der Typ mir schenkte. Er solle mal gucken, was da drin ist. Erzählte ihm die Geschichte. Tage später das Ergebnis: Crack war da drinnen. Ich wollte nicht, dass sie mit mir draußen lebt. Und sie wollte es auch nicht. Nicht auf Dauer. Also: ich war bereit mir eine Wohnung zu suchen. Mein 9

Leben auf der Straße wollte ich aufgeben. Für Bianca. Und sie wollte es noch einmal mit ihren Eltern versuchen. Gesagt, getan. Unser Verliebt sein hat uns beide angetrieben, Dinge zu tun, die wir vermeiden wollten. Sie sprach mit ihren Eltern. Hat entgiftet, so weit ich mich richtig erinnere. Hat kein Heroin genommen, die nächsten Wochen. Durfte wieder zu ihren Eltern nach Hause. Und ich durfte sie besuchen. Allerdings nicht dort schlafen. Ihr Papa war nicht gut auf mich zu sprechen. Heute verstehe ich ihn, damals nicht. 22:34 ging der letzte Bus nach Kiel rein. Fünf vor halb musste ich die Wohnung verlassen. An einem Abend hatten wir die glorreiche Idee, uns oben auf dem Dachboden zu treffen und dort dann gemeinsam zu schlafen. Wie jeden Abend verlies ich also um fünf vor halb die Wohnung. Ging aber nicht aus dem Haus, sondern ganz leise hinauf. Bianca hatte mir vorher den Schlüssel für oben gegeben. Dort wartete ich auf sie. Eigentlich sollte sie sich Zeit lassen. Doch sie konnte es nicht und folgte mir ungefähr zehn Minuten später. Wir schlossen uns oben ein. Und verhielten uns erst einmal ruhig. Keine fünf Minuten später hörten wir Schritte hochkommen. Ihr Vater. Er hatte es natürlich gerafft, dass wir irgendetwas planten. Er stand vor dem Bodenverschlag und wollte, dass wir aufmachen. Noch sagten wir nichts. Dann drohte er, die Tür aufzubrechen. Wir standen auf: uns war nun klar, dass wird keine ruhige, entspannte Nacht zu zweit. Wir schlossen auf, und draußen stand er. Mit einer Axt im Anschlag. Die senkte er auch nicht, als ich vor ihm die Treppe hinunterging. Damals war ich nicht erfreut. Nein. Wir blieben aber alle drei relativ ruhig. Ein misslungener Abend war es. Und ich musste laufen. Von Friedelört bis in die Innenstadt von Kiel. Gut 20 Kilometer? Ok. Die 4 konnte ich nehmen, nachdem ich über die Holtenauer Hochbrücke gegangen war. Aber das, war erst einmal recht anstrengend. Die Autos kamen entgegen und blendeten. Ich bin in dieser Nacht mehr wie einmal im Graben neben dem Weg gelandet. Nach Hause auf mein Dach bin ich dann auch nicht gegangen. Nächsten Tag war Sozitag, also ab in die Fleethörn und reingelegt in die blaue Mülltonne. Papier wärmt. Nur rauchen konnte ich nicht. Und am nächsten Tag war ich der erste in der Reihe. Schön verdutzte Gesichter blickten mich an, als ich den Streit unterbrach, wer denn der erste gewesen sei. Mülltonne auf: „Ich. Jungs.“ Ich schweife ab. Und komme wieder zurück. Bianca hat ihren Part gemacht. Zurück zu ihren Eltern. Nun war ich an der Reihe. Damals gab es vom Sozialamt einen Schein, mit dem ich zum Makler gehen konnte, um mir eine Wohnung zu besorgen. Alles recht einfach. Vier Wände, Fenster und ein Dach. Wohnung. Ich mag keine. Heute noch immer 10

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