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vor 5 Monaten

von fliegen ANTONIO PALIDO

nicht. Holtenauer 184?

nicht. Holtenauer 184? Neben der Bazille der Eingang. Keine Ahnung mehr, welche Nummer das ist. 14 das Zimmer. Der Flur 5, das Bad 4 Quadratmeter. Ein Loch. Doch hatten wir etwas, wo wir zusammen sein konnten. Biancas Vater kam sogar ohne Axt und hat ein Bett mitaufgebaut, wobei ich mich nun gerade Frage, ob wir das gleich verkauft haben, weil: wir haben die ganze Zeit auf einer Matratze geschlafen. Egal. Nette Geste. Nein. Wirklich. Ganz ernst gemeint. Fand ich gut. Finde ich gut, dass er dagewesen ist. (Es war kein Bett. Nach Rücksprache mit Bianca ist es wohl der Teppichboden gewesen, den er verlegt hat.) Allerdings nur den im Zimmer. Im Bad hätte er es nicht gemacht. Vielleicht war da auch gar keiner? Schön, dass viele meiner Gehirnzellen grau oder schwarz sind. Wir haben uns eingerichtet und hatten es gemütlich, was nicht schwer ist auf dem begrenzten Raum. Einen Fernseher mit Rotstich. Eine Matratze. Herd im Zimmer. Stühle? Nein. Teppichboden. Auch im Bad. Alles egal. Wir haben zusammen gelebt in diesem Raum. Und wir waren glücklich. Die ersten Wochen. Und hatten eine Heizung im Bad. Wir brauchten allerdings eine Leiter, um diese an und aus zu stellen. Sie hing unter der Decke. Traumasyl. Ihr entnehmt den Worten das Richtige: wir wollten zusammen sein, zusammen wohnen. Hatten aber beide keine Ahnung, dass es dort natürlich nicht klappen würde. Mein Freiheitsdrang war zu groß, und Biancas Sucht ließ ihr keinen Raum. Relativ schnell konnte sie ihrer Sucht zum Heroin nicht widerstehen. Verständlich. Ich hab auch die ganze Zeit mein Leben mit dem Alk fortgeführt. Wir lebten zu zweit auf engstem Raum. Und wir liebten uns auch. Auf dem Weg in die City kamen wir täglich an einem Schmuckladen vorbei. Irgendwann suchten wir uns dort Ringe aus. Sie hat ihn immer umgehabt. Ich auch. Wir gehörten zusammen. Und gingen doch immer weiter auseinander. Noch einmal ein wenig zurück in der Zeit. Bianca noch bei ihren Eltern, ich noch auf meinem Dach. Wir haben natürlich trotz allem Nächte miteinander verbracht. Wunderschöne Nächte. Oft habe ich meinen Schlafsack mitgenommen. Sind dann Prieser Strand an die Mole gegangen. Blick aufs Wasser. Blick auf den Leuchtturm. Ganz am Ende der Mole war eine Bank. Das war unser Ort. Dort saßen wir stundenlang. Arm in Arm. Pläne geschmiedet. Geredet. Geschwiegen. Oft dort dann miteinander geschlafen; uns dann irgendwann eingekuschelt und mit Luft und Liebe eingeschlafen. Für mich war Bianca wie eine Fee. Eine Elfe? Ihre Stimme, ihr Körper, ihre Ausstrahlung; alles passte. Ich wollte diese Frau. Ich wollte dieses Mädchen. Es gab ganz viele schöne Momente zwischen uns. Doch hat mein Drogenund Alkkonsum die Hirnzellen absterben lassen, die die schönen Momente gespeichert haben. Scheinbar. Ich bitte also darum zu bemerken, dass nicht alles schlecht war, gerade auch in der Zeit von der ich nun beginne 11

zu schreiben. Wir hatten eine Abmachung getroffen: kein Heroin in unserer Wohnung. Aus heutiger Sicht einseitig, weil: ich durfte natürlich weitersaufen, wie ich wollte. So war ich damals: rigoros was andere betraf, aber mit mir doch ziemlich milde. Und letztendlich hatte ich keinen Schimmer, was Biancas Sucht ihr bedeutete, was die Sucht mit ihr machte. Sie konnte gar nicht anders, wie mich zu bescheißen, was diese Abmachung anging. Sucht ist eine Krankheit. Sie war krank. Wäre genauso sinnlos gewesen, einem Lungenkrebspatienten zu sagen, er solle doch bitte aufhören zu husten in meiner Gegenwart – während ich weiterrauchen würde. So kam es dann, wie es kommen musste. Letztendlich war alles vorauszusehen, hätten wir genau hingeschaut. Ich glaube es war ein Samstag. Ich relativ früh hoch und abgewaschen. Bianca noch auf der Matratze am dösen. „Du, irgendwas ist komisch hier. Die ganzen großen Löffel sind nicht mehr da. Einen einzigen haben wir noch.“ „Hmmm. Na, die werden schon wieder auftauchen. Oder irgendwer hat sie mitgenommen.“ Habe mir erst mal keinen Kopf mehr darum gemacht. Bin dann irgendwann in die City und mich besoffen, wie immer. Danach wahrscheinlich noch in die Sonderbar. Irgendwann dann nach Hause. Bianca da. Schon geschlafen. Hab mich zu ihr gelegt. Konnte nicht einschlafen. Eine ganze Weile nicht. Lasst es eine Stunde gewesen sein. Mit mal begann mein Hirn zu rattern. Die Löffel. Ich weiß, wo sie sind. Bin aufgestanden und ins Bad gegangen zum Wäschekorb. Ganz unten waren drei, vier Geschirrhandtücher, die ich die letzten Male aus mir unerklärbaren Gründen nie mitgewaschen habe. Ich wusste, unter diesen Handtüchern sind die Löffel. Ich nahm die Handtücher hoch: Alles da. Löffel. Abbinder. Die Löffel rußverschmiert. Pumpen. Mein Herz begann zu rasen. Es war mitten in der Nacht. Tränen schossen aus meinen Augen. Wut kam hoch. Enttäuschung. Ich nahm alles raus. Nahm es mit ins Zimmer. Und legte alles um die Matratze rum. Setzte mich an die Heizung und wartete. Wartete bis zum nächsten Morgen, bis Bianca aufwachte. „Was soll das denn?“ Verschlafen, gerade aufwachend sah sie die ganzen Sachen. Anstatt sie in meinen Arm zu nehmen, versuchen mit ihr eine Lösung zu finden, habe ich natürlich genau das Gegenteil gemacht. Ich habe getobt. 12

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