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vor 5 Monaten

von fliegen ANTONIO PALIDO

Sie beschimpft. Sie

Sie beschimpft. Sie beleidigt. Ihr weh getan mit meinen Worten. Doch habe ich das – wollte ich nicht – in der Zeit nicht so war genommen. Ich habe mich betrogen gefühlt. Mein Vertrauen hat sie missbraucht. Ein genialer Grund für mich, letztendlich doch mein Leben zu führen, welches ich nicht aufgeben wollte: auf der Straße. Besoffen und frei. Wir blieben und waren zusammen, doch führten wir ab dem Zeitpunkt jeder sein eigenes Leben. Trafen wir uns in unserer Wohnung war ich der Diktator. Unterdrückte, sprach Verbote aus, dass sie nicht nach Hannover mit zu den Chaostagen kommen können; wollte sie nicht in Westerland sehen, wenn ich dort war für Wochen und und und. Einen Versuch unternahmen wir: Wir holten uns DJ. Kleiner brauner Mischlingswelpe. Mit DJ sollte es besser werden. Wir mussten uns kümmern. Zum Glück wurde Bianca nicht schwanger. Sonst wäre unser DJ ein Kind gewesen. Stritten wir uns, saß der Kleine in der Ecke und wusste nicht, zu wem er halten sollte. Und letztendlich war mir von Beginn an bewusst, dass ich ihn behalten wollte. Bei einer Trennung wollte ich DJ haben. Wir trennten uns jedoch noch nicht. Erst im Sommer 1996. Bis dahin war es noch eine lange Zeit. Eine lange Zeit, in der ich viel Mist machte. Irgendwann wurde Manner Garnitz, ein Kieler Künstler und guter Freund von mir im Schrevenpark erschlagen aufgefunden. Gegen meine Gewohnheit, ging ich zur Beerdigung auf dem Friedhof am Eichhof. Dort lernte ich Fenja und Paul kennen. Durchgeknallte Kneipenbesitzer. Die Sonderbar. Nach der Beerdigung ging es dort hin. 200 Menschen in einer Kneipe. Alle hackenkacken voll haben Manner verabschiedet. In der Ecke, ein wenig abgeschirmt, saßen seine Eltern und Geschwister. Und feierten mit. Ein wenig leiser. So eine eindrucksvolle Party, und dann auch noch eine Gedenkfeier hab ich so vorher nie erlebt; danach auch nicht mehr. Ziemlich schnell in der nächsten Zeit freundete ich mich mit Fenja und Paul an. Vor allem mit Fenja. Sie hatte den gleichen kranken Kopf wie ich. Und Paul war auch ein Junkie. Sie nur auf Alk. Wir waren wie Geschwister. Verstanden uns blind. Ich verbrachte die Zeit fast nur noch in der Sonderbar. Und wollte Bianca nicht dabei haben. Ich wollte alleine dort sein. Saß stundenlang am Tresen. Hatte ich kein Geld, durfte ich irgendwann offiziell klauen. Bedeutete, ich musste das Bier hinterm Tresen wegklauen, ohne dass es einer der Angestellten mitbekam. Bekam es jemand mit, gab es nichts mehr vom Tresen. Dann aber durfte ich den Gästen das Bier klauen. Ich ging zu den Tischen, sappelte blöd und nahm mit mal das Glas. Und trank es auf Ex aus. Beschwerte sich jemand, wurde er, sie oder die rausgeschmissen. Mussten dann ihre Zeche nicht zahlen, aber waren nicht mehr erwünscht in der Sonderbar. Irgendwann bin ich dann Richtung Wohnung gelaufen. Und ein paar Mal 13

dann noch paar Häuser vorher zu Kerstin gegangen, wenn sie mein Klingeln hörte und aufmachte. Sie schlief mit jedem, auch mit mir. Danach zu Bianca und mir in die Wohnung. Bianca war immer da. Ich legte mich zu ihr. Jahre später habe ich ihr davon erzählt. Sie wusste es nie. Sie wusste so einiges nicht. Ich war die ganze Zeit auf der Suche nach Bestätigung. Auf der Suche nach Liebe. Auf der Suche nach Wärme. Bianca konnte mir das alles nicht geben. Sie suchte selbst und hatte es ihm Heroin gefunden. Das habe ich aber erst Jahre später feststellen müssen und erkennen dürfen. Westerland hat mich Mitch irgendwann 1994 das erste Mal mitgenommen. Ab 1995 dann die nächsten zwei, drei Jahre bestimmt ein Drittel des Jahres dort verbracht. Und auch dort wollte ich Bianca nicht mit bei mir haben. Die Jahre dann dort auch mit verschiedenen Menschen geschlafen. Teilweise sogar mit nach Kiel genommen und auf dem Dach mit ihnen die Nacht verbracht. Während Bianca zu Hause war. Doch meist lief es in Westerland ab. Mein Beschiss an Bianca. Beide haben wir die Hoffnung aber ganz lange nicht aufgeben uns vielleicht doch zu finden. Zweieinhalb Jahre blieben wir zusammen. Mein Bruch mit ihr zu dieser Zeit, war der folgende: 1996 wollte ich wieder mal nach Westerland. Bianca und ich gingen vorher zu meinem Vater, zu dem ich ein Verhältnis hatte, welches nicht das Beste war, aber: ich konnte hin, wenn, wie an diesem Tag keine Kohle für Kippen. Ich erzählte ihm, dass ich die Tage wieder nach Westerland mache. Er sagte dann zu Bianca, wenn sie was brauchen würde, könne sie jederzeit kommen. Ich hörte diesen Satz, machte mir aber überhaupt keinen Kopf. Ich hatte Westerland vor Augen und im Hirn. Ich rief Bianca an, als ich schon paar Tage dagewesen bin. Sie war aufgelöst. Wollte nicht wirklich reden. Irgendwann dann doch. Sie ist zu meinem Vater gegangen, weil sie nach Geld fragen wollte. Er meinte zu ihr: „Da ist das Schlafzimmer.“ Sie ist dann raus. Auch wenn Bianca in diesem Moment überhaupt nichts dafür konnte, war bei mir nun alles vorbei. Wäre ich in dem Moment in Kiel gewesen, wäre ich zu meinem Vater hin und hätte ihn getötet. Ja. Da bin ich mir noch heute sicher. Der Bruch war da. Ich habe Bianca in diesem Moment nicht aufgehört zu lieben, doch ging nun gar nichts mehr. Ich wollte zurück, aber auch nur, um meine Sachen rauszuholen, die ich für die Straße brauchte. Und sie sollte die ihren nehmen. 14

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