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vor 4 Monaten

von fliegen ANTONIO PALIDO

Wir gingen ruhig

Wir gingen ruhig auseinander. Weinten beide beim Packen. Ich dann wieder los nach Westerland. Zusammen mit DJ. Der gehörte zu mir. Ich trank, wie ein Loch. Schlief mit verschiedenen Frauen, und war dann mit Beate zusammen. Bianca hat sich auch schnell neu orientiert und war mit Kowitz zusammen. Ich wollte sie sehen. Fuhr also irgendwann von Westerland nach Kiel. Ich wusste, sie wohnt mit ihm zusammen im Krusenrotter Weg. Ich dort hin. Vom Bahnhof mit meinen geliebten Rollerblades. Klopfe an die Tür, klopfe ans Fenster. Keiner da. Habe mich gegenüber auf die Straßenseite gesetzt. Sofort zurück nach Westerland wollte ich nun auch nicht wieder. Habe auch das Vertrauen gehabt, dass ich sie noch sehen würde. Ich wollte es. Sie kam auf der anderen Straßenseite den Bürgersteig hoch. „Was machst du denn hier?“ „Ich wollte dich sehen.“ Wir gingen rein. Sie erzählte mir von einem Zettel, den sie gefunden hatte. Von Kowitz. Er sei gleich wieder da. Das wäre Stunden her. Schade. Eigentlich wollte ich mit ihm auch reden. Ihn sehen. Seine Reaktion. Wir waren immerhin Freunde. Er wusste von meiner Liebe zu ihr. – Nun gut. Er war nicht da. Bianca und ich redeten. Lagen uns im Arm. Irgendwann bin ich dann mit dem letzten Zug wieder los nach Westerland. Am nächsten Tag ein Anruf bei Beate. Ich war grad an der Wilhelmine. Bea kam und sagte mir, dass Bianca um Rückruf gebeten hat. Ich rief sie an. Sie hat Kowitz mit einer Überdosis in der Toilette ihrer Wohnung gefunden. Scheiße. Beate und ich beendeten unsere Beziehung. Ich ging zurück nach Kiel. Nun wollte ich es wissen. Ich wollte nicht zurück zu Bianca. Nein. Ich wollte zum Heroin. Ich wollte verstehen. Ich wollte verstehen, warum ich es nicht geschafft habe zu Biancas Herz zu kommen. Warum Menschen sich umbringen, obwohl da doch Menschen sind, die einen lieben. Ich wollte wissen, was so stark ist, dass es dich jemand anderes werden lässt. Ich begann Heroin zu konsumieren und zu vertickern. Hatte aber auch meinen festen Arbeitsplatz bei Hempels. Bianca sah ich selten. Sie hatte inzwischen einen neuen Freund in Elmschenhagen und war versorgt. Meine Straftaten hatten sich derweil dahin entwickelt, dass mir Richter Mau, keine Bewährung mehr geben wollte. Ich bekam den Paragraphen 35. Therapie statt Strafe. Ich kümmerte mich um eine Therapie zusammen mit meiner Drogenberaterin Tanja von der Odyssee. Da habe ich Bianca dann das nächste Mal wieder bewusst wahrgenommen. Im Dezember 1999. Ich erzählte ihr, dass ich demnächst auf Therapie nach Berlin gehe. Vorher auf Entgiftung nach Ricklingen. Dort hatten sie und ihr 15

Freund Oliver auch einen Termin für die Zeit. Na, was ein Zufall. War es wirklich. Oliver war und ist für mich ein Arschloch. So sollte es also sein, dass ich mit den beiden zusammen auf Entgiftung bin. Am 6. Januar 2000 ging es los. Für mich. Von den beiden keine Spur. Die kam dann eines Morgens. Die ganzen Klienten der Eingangsstation aufgeregt. „Hier wurde heute Nacht eine eingeliefert. Ist im Beobachtungszimmer. Hat sich eine Überdosis von irgendwelchen Pillen geschmissen.“ Es war Bianca. Ich fragte natürlich sofort nach im Schwesternzimmer. Stellte sich dann heraus, dass die beiden paar Tage früher als ich nach Ricklingen kamen. Und dann gleich auf die 3 und nicht auf die Eingangsstation, weil Oliver es so deichselte, ich sei eine Gefahr für Bianca. Und dann kam sie in den Aufenthaltsraum. Setzte sich neben mich. Schaute mich mit großen Augen an. Sprach kein Wort. Die ganze Zeit. Konnte nicht reden. Die ganzen zwei Tage nicht ein Wort, als sie mit mir auf der Station war. Auch mit den anderen nicht. Oliver ließ sich entlassen und kam mit seinen Eltern Bianca besuchen. Sie begegneten mir draußen. Hätte ich nicht den Knastdruck gehabt auf Therapie gehen zu müssen, hätte ich ihm eine gedonnert. So kam nur ein „Arschloch“ über meine Lippen. Die Ärzte taten dann ihr übriges. Da ich ja scheinbar eine Gefahr für Bianca war und nicht Oliver, der sie alleine gelassen hat, bin ich frühzeitig auf die Station 3 gekommen. Weg von Bianca. Habe nur noch über Mitpatienten erfahren können, wie es ihr geht. Irgendwann wurde sie entlassen. Sie ging wieder nach Kiel. Ich nach Berlin kurze Zeit später. Auf Therapie. Nach sechs Monaten abgebrochen. Abgehauen mit Julie. Noch paar Wochen bei ihr verbracht. Dann wollte ich wieder konsumieren, also zurück nach Kiel. Mein Konsum wurde mehr und mehr. Bianca sah ich nicht. Hatte rausgefunden, dass sie wohl Hofstraße wohnen würde, sie dort aber nie angetroffen, wenn ich dort war, um sie zu sehen. Frauengeschichten gab es auch keine mehr. Das Braune hatte mich gefangen. Im Juni 2001 ging ich wieder auf Entgiftung. Dann auf Therapie. Wieder Berlin. Diesmal nicht in den Tannenhof. Diesmal ins Landhaus Oppenheim. Der 35er saß mir noch immer im Nacken. Diesmal hielt ich es acht Monate aus. Blieb noch eine Weile in Berlin bei Nadine, die inzwischen zurück in ihre Heimatstadt gezogen war. Dann wollte ich wieder konsumieren. Also ab nach Kiel. Und diesmal traf ich Bianca auch in der Hofstraße an. 16

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