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von fliegen ANTONIO PALIDO

„Coco, nee, keine Lust

„Coco, nee, keine Lust auf Bukowski nachher, wenn er wieder besoffen ist. Das gibt wieder nur Ärger. – Ja. Zehner leihst mir noch?“ „Ok. Scheiße. Aber das wird heute bestimmt nicht so. Man, ich weiß doch.“ „Coco, egal. Alles gut.“ Kam selten vor, dass, wenn wir uns getroffen haben, so schnell wieder auseinandergingen. Also getrennt. An dem Tag war es anders. Coco & Anhang sind dann alle in ihre neue Wohnung. Ich ziemlich früh abends auf mein Dach gegangen und früh wach gewesen. Konnte nicht mehr schlafen. Irgendetwas war. Bin ich runter und durch Kiel gelaufen im Dunkeln. Richtung Tankstelle, dann wieder Richtung Dach am Bahnhof vorbei. Von weitem sah ich ihn. Bukowski. Wankend. Als er mich erkannte, rief er mich. Verweint. Flasche Hardgas in der linken Hand. Er fiel mir um den Hals, als wir nah genug beieinander waren. Er weinte. So habe ich ihn noch nie gesehen. Sein Vollbart kratzte. Habe mich befreit. „Was los Bukowski? Was passiert? Wat machste hier so früh?“ „Euleeeeee. Coco lebt nicht mehr. Sie ist kalt.“ Ich habs nicht sofort gerafft, was er mir sagen wollte. „Wie sie ist kalt?“ Im gleichen Moment, als ich das fragte, sah ich, dass er voller Blut war. Seine Hände. Seine Klamotten. „Scheiße. Bukowski. Was ist los!“ Er heulte nur noch. Und sagte mir, dass er aufgewacht ist, Coco angefasst hat und sie sich nicht mehr bewegt hat. Und kalt war. Und am Kopf geblutet. Er ist mitgekommen zu den Bahnhofsbullen. Am Tresen standen wir. Dort hat er gesagt, dass er sie geschlagen hat. Ich konnte wieder gehen. Ihn haben sie dabehalten. ch weiß nichts mehr von den Stunden danach. Irgendwann früh, als die Leute in die Stadt kamen, hatte es sich schon verbreitet. Coco ist tot. Aber nichts Genaues wusste ich. Ich wollte es noch nicht glauben. Dann kam Petersen. Er ist dabei gewesen. Bukowski hat sich mit irgendwem gestritten, ein Stuhl kaputt gehauen, das Stuhlbein genommen und damit zugeschlagen. Coco dazwischen gegangen und das Stuhlbein abbekommen. Hat geblutet. „Halb so wild“, soll sie gesagt und sich ins Bett gelegt haben. 21

Sie ist verblutet oder was auch immer. Sie ist tot. Bukowski hat vier Jahre wegen versuchten Totschlages bekommen. Nach zwei Jahren kam er wieder raus. Auch in den Taubenpark. Er wollte mich begrüßen. Ich habe seine Hand nicht genommen. Bis heute nicht. Heute verzeihe ich ihm. Jetzt, in diesem Moment. Coco ist immer in meinem Kopf. Mal mehr, mal weniger präsent. In den zwei Jahren nach und während der Therapien habe ich sie immer wieder um Rat gefragt. Laut, wenn mich keiner hörte. Wenn eine Gänsehaut kommt, dann hat sie mich gehört. So war es ganz oft. Kurz vor meiner Knastzeit hatte ich eine Fliege in meiner Wohnung, die nicht raus wollte. Habe Fenster aufgemacht, alles versucht. Sie flog immer mit mir. Ging ich auf Klo, sie flog hinterher. Setzte ich mich an den Pc, hat sie sich auf den Bildschirm gesetzt. Die ganze Zeit. Irgendwann kam ich rein in die Wohnung, sie kam mir entgegen. Ich ging in die Küche, holte Milch aus dem Kühlschrank. Sie setzte sich auf die Öffnung. Ich sagte laut: „Fall nicht rein, Coco. Da ersäufst du. Willste Milch, denne hier.“ Ich nahm das Tetrapack und machte mir einen Tropfen Milch auf die Fingerkuppe. Sie flog auf diesen Finger und trank. Coco, du bist in meinem Herzen. 22

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