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vor 7 Monaten

von fliegen ANTONIO PALIDO

Nadine (1993) 1993.

Nadine (1993) 1993. Kiel, Europaplatz. Kam sie als 16-jährige Ausreißerin von Berlin nach Kiel; zusammen mit ihrem auch ausgerissenen Freund Timmi. Tauchten nach Ankunft unwillkürlich bei uns in der Szene auf. Hatte einen riesen Mundwerk, die junge Dame. Das mochte ich. Ließ sich nichts sagen, stritt immer wieder mit ihrem Freund. Immer wieder hielt sie sich in meiner Nähe auf, wenn Timmi mal wieder stiften gegangen war, weil er keinen Bock mehr auf sie hatte. Ja, sie passte in mein damaliges Beuteschehma. Jung, gutaussehend, nicht auf den Mund gefallen. So richtig in Erinnerung brannte sie sich, als ich kurzzeitig im Krankenhaus gewesen bin, weil ich mir meinen Mittelhandknochen bei irgendeiner stumpfsinnigen Aktion, im-Stehen-eine-Rutsche-runter-rutschen, gebrochen hatte. Morgens, noch voll nach Alk riechend, ging ich ins Krankenhaus, weil mein linker kleine Zeigefinger extrem weit vom nächsten entfernt war. „Herr Bleich, dass müssen wir sofort operieren. Ansonsten könnte es sein, dass ihr Finger seine Beweglichkeit verliert.“ „Wie was? Jetzt sofort? Hierbleiben?“ „Ja. Wo wohnen sie?“ „Um die Ecke, darf ich wenigsten noch ein paar Klamotten holen.“ „Ich bitte darum. Und eine Dusche dürfen sie sich auch noch gönnen.“ Ich wohnte zu diesem Zeitpunkt wieder ein paar Wochen bei meiner Mutter, nach meinem ersten Rausschmiss. Ging also zurück, wusch mich, holten Klamotten und sagte Muttern, ich sei erst mal im Krankenhaus. Keine Ahnung wie lange. Dort wieder angekommen, dauerte es auch nicht lange, dass ich auf dem OP-Tisch lag. Meine Fresse, war ich noch Knalle. Dementsprechend harte Betäubung bekam ich dann wohl auch. Hatte vorher noch mit dem Anästhesisten wetten wollen, dass er es nicht schafft, mich in den Tiefschlaf zu befördern. Naja, er hätte gewonnen. Schwups, war ich weg. Irgendwann dann im Aufwachraum zu mir gekommen. Augen noch zu. Farbtunnel hab ich gesehen. Wollte die Augen nicht wirklich öffnen. Irgendwann dann eine Stimme: „Herr Bleich, sind sie wach?“ Na was mach ich nun? Weiter den genialen Film schieben oder aufwachen? 29

Ein wenig noch genossen, dann die Frage bejaht. „Boa, was war das ein genialer Film. Könnt ihr mir das nochmal geben?“ Die Schwester musste lachen, schob mich in mein Zimmer und meinte, dass ich erst mal richtig zu mir kommen sollte. Kaum war sie raus, versuchte ich mich aufzusetzen. Einen Schmachter hatte ich. Wollte eine Rauchen. Da kam sie doch glatt noch mal zurück und forderte mich auf, mich sofort wieder hinzulegen. Ich sei noch viel zu benebelt, um aufstehen zu können. „Na, aber ich will doch nur eine Kippe rauchen.“ „Na, das dürfen sie jetzt sowieso noch nicht. Da können wir nachher irgendwann mal drüber reden.“ Drüber reden. Ei. Was soll ich darüber reden. Rauchen wollte ich. Es wurde laut im Flur. Schwester inzwischen wieder aus dem Zimmer gewesen. Tür ging mit einem lauten Getöse auf und rein kam eine ganze Meute von meinen Stadtpunks. Bier und alles am Start. „Eule. Was machst du denn für einen Scheiß? Und? Wieder fit?“ „Logisch. Bier dabei? Kippen, Tabak?“ „Aber klar. Kommen sie mit. Pflanzen uns draußen aufs Gelände.“ Tja, und Nadine war auch mit. So ging ich dann schwankend mit der Horde, mit einer Hand immer an der Wand, langsam nach draußen. Bier auf, Kippe ins Maul und alles war gut. Von meinen alten Leuten war ich es gewohnt oder hatte es nicht anders erwartet, dass sie vorbeischauen, wenn vielleicht auch nicht sofort; aber dass dann auch noch ein Frischling mitkam und dann auch noch so ein hübscher, ließ mich doch Lächeln, auch noch als die Betäubung in meiner Hand irgendwann nachließ und alle schon wieder weg gewesen sind. Ich erinnere mich, dass ich da die ersten Pläne schmiedete, wie ich sie bekommen würde. Ja. So dachte ich damals: alles neue, weibliche, gut ausschauende, musste ich als erstes von meinen Leuten haben. Das war mein Anspruch. Niederlagen blende ich an dieser Stelle aus. Ich kann mich an keine erinnern. Ich wollte sie. Ich war mir aber noch sicher, ob sie mich auch wollte. Das hab ich dann Tage später mitbekommen. Auch da wieder in einem Krankenhaus beziehungsweise davor. Keine Ahnung mehr, wen wir alle besuchten, wir befanden uns auf jeden Fall auf dem Rückweg in die City. Trat sie mir irgendwann in den Arsch und meinte: „Was ein geiler Hintern!“ 30

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