Aufrufe
vor 1 Woche

von fliegen ANTONIO PALIDO

Na gut. Vielleicht

Na gut. Vielleicht wollte ich den Streit und Stress auch. Ich hab mich jedenfalls recht schnell überreden lassen. Im Zug begann es dann schon. Wortgefechte zwischen Nadine und mir. Keiner mischte sich ein, keiner Ergriff so wirklich Partei. Sie kannten mich alle, und wenn ich laut wurde, war meist ein wenig Wahrheit dabei. Irgendwann dann angekommen in Rendsburg, Waren auf irgendeinen kleinen Platz angelangt. Ein Autohaus rechts von uns. Weit und breit keine Punker zu sehen, die auch auf ein Konzert hätte wollen. „Was hab ich gesagt?“ Logisch hatte ich Recht. Haben ein Plakat entdeckt, wo zu lesen war, dass es am Tag vorher gewesen ist. Frauen mögen nicht, wenn der Mann Recht hat und sie vorher was anderes behauptet haben. So meine Erfahrung damals. Und Nadine machte diesem Ruf alle Ehre. Sie provozierte, riss an meinen Klamotten. Mein Shirt im Arsch. „Na, das mit der Unterhose fand ich aber geiler!“ Ging mein Blick zum Autohaus. Ein überdimensionaler Parfüm-Flacon mit roter Flüssigkeit stand in der Auslage oder im Raum. Wie auch immer. Bestimmt einen Meter hoch. „Hab dir noch gar kein wirkliches Geschenk gemacht, wa?“ Stein gesucht. Gefunden. Genommen. Scheibe im Arsch. Flacon rausgeschleppt. Hoch gewuchtet und in ihre Richtung geschmissen. Wie kopulierende Stubenfliegen sind sie alle rumgerannt. Was machen wir? Scheiße. Eule. Was war das denn? Die Bullen werden antanzen. Kurz vor dieser Aktion hatten wir ein Mädchen angesprochen, welches uns sagte, wenn das Konzert nicht ist, könnten wir alle zu ihr. Dorthin sind sie alle auseinander hingestoben. Ich allein auf dem Platz. Wollte auf die Bullen warten. Dann doch nicht mehr. Also hinterher in dieselbe Richtung. Irgendwann in dieser scheiß beschissen Stadt ohne Menschen eine Frau am Fenster gefunden. „Ist hier eben eine Horde Punks vorbeigekommen?“ „Ja. Sind da vorne ins Haus.“ Ich wusste noch, dass sie ganz oben wohnte. Also oben geklingelt. Keiner machte auf. Immer wieder geklingelt. Es war eine Glastür und ich hatte Martens mit Stahlkappe an. Also irgendwann ein wenig doller getreten. In dem Moment, als die Scheibe zerbarst, geht der Summer. Ich war doch richtig. Ich also hoch, reingekommen und gesagt: 35

„Werden bestimmt gleich die Bullen hier auftauchen. Scheibe unten ist auch im Arsch.“ Dauerte keine fünf Minuten und sie standen im Raum. Keine Ahnung wie viele. Alle wurden wir mitgenommen, auch wenn ich immer wieder beteuerte, dass ich an allem Schuld sei, und dass sie die anderen doch einfach laufen lassen sollen. Machten sie nicht. Einzelnt wurden wir die Nacht über wieder entlassen. Ich um fünf nach sechs. Fragte noch nach dem Weg zum Bahnhof. Sagten sie mir. Ich hin. Wer saß dort auf dem Bahnsteig? Nadine und Robert. Nun gut, die Frage, ob sie mir Geld für ‘n Fahrschein geben konnten, hatte sich eigentlich erübrigt, dennoch fragte ich. Es folgte ein Wortgewitter von ihr. Innerlich musste ich schon wieder leicht grinsen, alles beim alten, alles in Ordnung. Der Tag konnte beginnen. In Kiel sich aus dem Weg zu gehen ist schwer. Gerade für Szene-Menschen. Gab zu der Zeit die Innenstadt und Gaarden als Treffpunkte. Gaarden kam für uns Punks zu dem Zeitpunkt noch nicht in Frage, weil sich dort die Junks aufhielten, also Innenstadt. Zwangsläufig liefen Nadine und ich und somit auch über den Weg. Dazu hatte ich meinen Schlafplatz inzwischen auch noch mitten in der Innenstadt. Auf dem Europaplatz. Das Dach vom Reisebüro war mein neues Zuhause geworden. Wind- und Wetter geschützt. Wachte ich auf, ging ich runter und war gleich da. Der Europaplatz wurde zu meinem Wohnzimmer. Irgendwann hörte ich, dass Party abends angesagt war bei Nadine. Ich also hin. Irgendwie ging schon wieder eine Scheibe zu Bruch. Keine Ahnung mehr, wie es passierte; ich glaub es war der Wind unten im Party-Keller. Komischerweise war dieser Abend der Moment, wo wir uns wieder vernünftig unterhalten haben. Die 74 Tage gingen scheinbar vorüber, näherten sich dem Ende. Sie wandelte sich zu der Zeit allmählich in eine Möchtegern- Rocker-Braut. Setzte Perücke auf, um ihren Iro zu verbergen. Ging ins Böll, wo wir Punks zwar geduldet wurden, aber nicht immer wirklich willkommen. War halt ein Schuppen in der Bergstraße, wo die harten Jungs hingingen, die scheinbaren. Sie lachte sich dort einen Typen an: Heiko. Und sagte mir noch vorher, wehe, ich würde erwähnen, dass es nicht ihre richtigen Haare seien. Naja, irgendwann zu vorgerückter Stunde waren wir auf der Tanzfläche, er auch dabei. Ich ließ es mir nicht nehmen, ihr ihre falschen Haare vom Kopf zu nehmen. Fand sie nicht toll. Nein. Sie schallerte mir eine, das es nur so knallte. Irgendwann war sie dann von Heiko schwanger. Mit oder ohne Perücke? Kein Plan. Ich glaub, sie erzählte mir später irgendwann einmal, er hat noch nicht einmal meine Aktion im Böll so wirklich gerafft. Der Jung war ein wenig hohl in der Birne. Sein Sohn nicht. Ich war inzwischen mit Bianca 36

ANTONIO® Sorte - Saatbau Linz
Antonio Lazetera.indd - Zirkonzahn
António Inácio Andrioli - JPBerlin
lay_finish_28052010_1_taz_zur Ansicht.indd - Amadeu Antonio ...
Unsere Fliegen - Der Fliegen-Shop
Ein Traum vom Fliegen.
Folder von Antonio Rubén Gitarren
Nur Fliegen sind schöner - Kulturnews
Nur Fliegen ist schöner - Friedrichshafen
Zu Hause Fliegen - Para Deltaclub
Als Gott fliegen lernte« - sggpp
Teil 2: Finish und Fliegen
Flieg , Vogel, flieg! - bei KIDDINX.de
ttr 4400 hst - Antonio carraro
Antiziganismus – Vergangenheit und Gegenwart - Amadeu Antonio ...
Antiziganismus – Vergangenheit und Gegenwart - Amadeu Antonio ...
hier fliegen die preise tiefer.