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vor 3 Monaten

von fliegen ANTONIO PALIDO

der Kreuzung zu hören.

der Kreuzung zu hören. Adrenalin kam in mir hoch. Ich musste hin, musste schauen. Warum werdet ihr euch fragen. Ich witterte Ungerechtigkeit. Von welcher Seite wusste ich noch nicht. Ich verabschiedete mich von Hanna und Enrico. Und lief zur Kreuzzug. Dort: Menschenauflauf. Viele, meist jüngere Kids, am Steine und Flaschen schmeißen. Weiter links eine ganze Front mit schwarz gekleideten Bullen. Waren es welche? Ich hab schon einiges gesehen. So etwas noch nicht. Sie sahen aus, als wären sie einem Science-Fiction Film entlaufen. Sie bewegten sich kaum. Machten keine Anstalten irgendeinen Geschoss aus dem Weg zu gehen. Warum waren sie da? Warum haben sie sich dort platziert? Bis zu dem Zeitpunkt war alles, wirklich alles friedlich verlaufen. Die Dunkelheit kündigte sich an, war meine Vermutung. Logisch, die Steinund Flaschenwürfen von Kids mussten nicht sein, nein. Absolut nicht. Doch wer begann mit der Gewalt? Ist es nicht schon welche, wenn die Bullen sich in solchen Uniformen da positionieren? Mit Motorradhelmen? Gesichtsschutz, wo nur die Augen ein wenig zu sehen sind? Gepanzert von oben bis unten? Schilder, die ausschauen, als wenn es Eisenplatten wären? Kleine Schlagstöcke? Schon sehr provozierend. Sie regten sich jedenfalls nicht. Ich versuchte zwei, drei Kids davon abzuhalten, weiter zu schmeißen. Sichtbar für die Bullen. Wurden jedoch immer mehr Kids. Die Luft brannte vor Spannung. Aus der Bullenecke keine Aufforderung sich zu entfernen oder sonstiges. Ich habe mich irgendwann einfach in die Mitte gestellt. Unbewaffnet. Nichts in den Händen. Mit mal rannten sie los. Die Bullen. Eine Front von vielleicht 30 Metern. Direkt auf mich zu. Ich blieb stehen. Was wollen sie machen? Müssen mir ausweichen. Ich hab nichts getan. Falsch. Als sie näher dran waren, sah ich den einen. Seine rechte Faust ging nach vorne. Ich sah die Handschuhe. Waren verstärkt. Mit Eisenplatten drin. Adrenalin war so hoch, mir war es egal. Die Faust traf mich am Kinn. Ich ging wohl zu Boden. Wachte paar Minuten später wieder auf, als mich zwei Frauen aus der Mitte zogen. Bin wohl k.o. gegangen, dachte ich. Kinn tat weh. Kurz bedankt. Die Bullen standen schon wieder da. An der gleichen Stelle. Weiter Stein- und Flaschenwürfe. Es kam mir vor wie eine Wiederholung. – Wie ich am nächsten Tag erfuhr, ist die erste Front in die Menge vom Mayfest und hat sich einzelne Menschen gegriffen. – Die zweite Front stand nun bereit. Was also machen? Nun werden sie gesehen haben, dass ich nichts mache, also stelle ich mich wieder dorthin, wieder in die Mitte. Gedacht, getan. Achso: erstaunlich gewesen, dass mich zwei Frauen aus der Mitte zogen. Ganz normale. Keine vermummten, keine Werferinnen. Stand ich also wieder dort. Ohne Geste in Richtung Bullen. Ohne mich zu rühren. Noch benommen von der Faust. Und wieder stürmten sie los. Und wieder 41

sah ich eine Faust. Und wieder traf sie mich. Und wieder ging ich k.o. Und wieder zogen mich Frauen aus der Mitte. Sie redeten auf mich ein, es nicht noch einmal zu machen. Ich verstand sie nicht. Ich bedankte mich wieder. Schrie nun der werfenden Menge zu, was es für Arschlöcher seien, dass sie werfen, aber sich nicht trauen, sich unbewaffnet den Bullen in den Weg zu stellen. Also positionierte ich mich ebenso wie die Bullen ein drittes Mal. Und wieder stürmten sie los. Die dritte Front. Diesmal auch wieder eine Faust. Doch traf sie nicht richtig. Ich ging zu Boden, war aber weiter bei Bewusstsein. Das merkten auch die Bullen. Und traten zu sechst auf mich ein. Darunter auch mindestens eine Frau. Ich sah ihren Pferdeschwanz. Irgendwann hörten sie auf. Und ich hatte genug. Keine vierte Runde mehr. Ich war nur noch schockiert, sauer, ach, was auch immer. Ich war im Arsch. Irgendwo stand eine Bullenwanne mit normalen Bullen. Ohne Panzerung. Ich bin zu denen hin. „Habt ja guten Blick. Habt ihr das alles mitbekommen? Was kann ich machen? Ich möchte die Jungs und Mädels anzeigen, die mir dreimal eins auf die Fresse geschlagen haben.“ „Ja.“ – mitleidig klang der ältere auf der Fahrerseite. „Wir können nichts machen, wir wissen selbst nicht, wer die sind und welchen Befehl die haben. Wir stehen hier nur zur Straßensicherung.“ Ich musste lachen. Weinen. Ich ging zur U-Bahn. Stieg ein. Voll. Proppenvoll. Ich höre eine Stimme, die sagt: „Da möchte ich gerne dabei sein.“ – sieht das Geschehen unten auf der Straße. Ich schreie los: „Ab mit dir, ab mit euch ihr Gaffer. Geht darunter und stellt euch dazwischen. Aber sappelt nicht.“ Das ganze Abteil leise. Erst nach Sekunden wieder Stimmen. Die Moral von dieser Geschichte? Morgen ist der Erste Mai. Es wird wieder zu Auseinandersetzungen kommen. Schaut Euch an, wer beginnt. Ich lasse mich gerne von der Polizei verhaften, wenn ich klaue. Ich lasse mich von ihnen erkennungsdienstlich behandeln, wenn ich ein Haus besetze. Ich lasse mir aber nicht die Freiheit nehmen, an einem Fest teilzunehmen. Es tut nicht Not, in solch Uniformen dort aufzutauchen. Nein. 42

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