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vor 6 Monaten

von fliegen ANTONIO PALIDO

„Du weißt, wann

„Du weißt, wann Gruppe ist. Labber mich nun nicht voll.“ Irgendwann gaben sie uns Kontaktverbot. Julie bekam eine Aufpasserin an ihre Seite. Auf mich sollte die gesamte Gruppe achten. Es funktionierte. Ist erst einmal ein ‚Opfer‘ ausgemacht, macht die Masse mit. Ich mache den anderen Klienten keine Vorwürfe. Sie wollten alle ihren Arsch retten. Doch wurde ich bei der ganzen Scheiße vergessen. Bei Maria und Mark war es andersrum. Sie begannen ihre Beziehung auch auf der Therapie. Bekamen auch Kontaktverbot. Nur machten die Therapeuten Maria als die treibende Kraft aus. Und ich fiel auch darauf rein und habe mich Jahre danach bei ihr dafür entschuldigt. Sie kam einen Abend zu mir in den Garten und erzählte mir von ihren Fluchtplänen. Da bin ich ausgerastet. Habe ihr gesagt, dass sie doch wieder auf den Strich gehen soll, sich was holen und am besten gleich wegmachen soll. Zwei Stunden später sind Mark und sie abgehauen. Ihr bester Freund auf Therapie hatte nicht zu ihr gehalten. Beide konsumierten draußen. Es wurde nach ihnen gesucht. Tage später meldeten sie sich wieder und wurden wieder aufgenommen. Nachdem sie 24 Stunden getrennt im sogenannten Besinnungszimmer verbracht hatten. Einzelzimmer mit Bett und karger Einrichtung. Stift und Block um aufzuschreiben, was scheiße gelaufen ist. Maria erzählte mir, dass sie kurz davor war, sich umzubringen. Bei Julie und mir kam es dann richtig dick. Elternseminar stand bevor. Ihre Eltern kamen und meine Mutter. Zu dem ganzen Mist, was wir schon wegen unserer Beziehung durchmachen mussten, kam dann nun auch noch die Auseinandersetzung mit unseren Eltern. Ich habe heute noch Schwierigkeiten, die Dinge, die in den drei Tagen passiert sind, Revue passieren zu lassen. Julie und ihre Eltern bearbeiteten ihre Themen in einer anderen Gruppe wie ich und meine Mutter. Das weiß ich noch. Bei ihr ist es zum Eklat gekommen. Sie musste ruhig gestellt werden, kam ins Krankenhaus. Ihre Eltern reisten ab. Bei meiner Mutter und mir war es ähnlich. Wir saßen im Kreis, ich sollte das sagen, was ich meiner Mutter schon immer sagen wollte. Ich tat es. Meine Mutter wehrte sich und hatte die gesamte Gruppe von Therapeuten, Elternteilen und Klienten hinter sich. Alle droschen auf mich ein. Ich verließ den Raum. Ich wollte nicht mehr. Konnte nicht mehr. Julie war am nächsten Tag wieder da. Wir hatten die Möglichkeit uns auszutauschen. Wir wollten abhauen. Geplant: am nächsten Tag nach dem das Seminar vorbei war. In dem ganzen Trubel würde es keiner so schnell merken. Am Abend erzählte ich Dirk, der einzige, der noch auf meiner 53

Seite war, von dem Plan. Ich sagte ihm auch, dass wir nicht vor haben zu konsumieren. Nur, dass wir einfach nicht mehr können. Ich musste es ihm erzählen. Er war mir nah. Am nächsten Morgen gab es erst einmal eine Runde ohne Eltern. Hans fragte etwas in die Runde, ich wollte antworten, doch er unterbrach mich sofort. „Du bist als letzter dran.“ Ich schaute Dirk an und wusste Bescheid. Dirk hatte es den Therapeuten gesteckt. Ich durfte mich von meiner Mutter verabschieden und kam auf das Besinnungszimmer. Julie wurde geschont. Gut so. Die Therapeuten gingen davon aus, ich sei die treibende Kraft gewesen. Ich besann mich, aber auch nur aus dem Grund, weil ich nicht sofort in Haft gehen wollte. Die Knastauflage war halt immer in meinem Kopf. Zwei Wochen später waren meine ersten sechs Monate rum. Ich sollte in die zweite Phase wechseln. Anderes Gebäude, auch auf dem Gelände, mehr Ausgänge und Arbeit suchen. Julie und ich schmiedeten wieder Pläne abzuhauen. Trafen uns nachts beim Hühnerstall. Inzwischen hatten wir wieder ein paar mehr Verbündete, die uns deckten, da immer noch Kontaktsperre zwischen uns. Am nächsten Morgen war es soweit. Nachts hatte ich meine Sachen gepackt, ich hatte zum Glück ein Einzelzimmer im neuen Haus. Maja war auch dort. Und sie ahnte es. Sie antwortete mir auf die Frage, wann alle aus dem Haus sind, konkret. Es war gegen sieben. Passte gut. Julie konnte so auch gut vor dem Morgenkreis und dem Frühstück unbemerkt raus. Alles klappte. Wir wollten zu ihr. Ihre Wohnung in der Danziger 137 hatte sie noch. Und sie eröffnete mir, dass sie sich was zum Kiffen kaufen wollte. Ich schluckte. Das war so nicht abgemacht. Scheiße. Ich riskier Knast und sie will kiffen. Ich wollte zeigen, dass ich es schaffen kann ohne weiter auf Therapie zu sein. Und dieser kleine Satz bog bei mir alles in Hirn um. Ich war kein Kiffer, aber habe das Zeug Jahre lang verkauft. Abends sind wir ins Schliemann Cafe. Dort wollte sie sich was holen. 5 Leute, und ich wusste sofort, welches der Dealer war. War er wichtig! Tat er wichtig! Und sofort in mir die Gedanken: das hast du alles viel anders und besser gemacht. Gleich am ersten Abend wusste ich, ich muss wieder zurück nach Kiel. Alleine schon, um mir zu beweisen, dass ich es wirklich besser konnte. Eine Woche blieb ich erst einmal bei ihr. Ich wartete auf mein Übergangsgeld. 54

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