Aufrufe
vor 2 Monaten

von fliegen ANTONIO PALIDO

Hatte vorher fest bei

Hatte vorher fest bei Hempels gearbeitet. Kam also eine große Summe. Irgendwann dann war es da. Beim Abholen treffe ich einen von der Therapie, der auch abgebrochen hatte. „Wollen wir uns was holen?“ Ich kannte mich nicht aus, wo die Plätze in Berlin waren. Zoo, klar, aber wo sonst. Osloer Straße fuhren wir. 4 Kügelchen Heroin. Ich besorgte mir Spritze, Asco, Wasser, Löffel und Filterkippen. Wollte aber alleine sein. Fuhr zum Alex, von da mit der 4 in den Volkspark. Suchte mir ein Gebüsch und legte los. 7 Monate clean schoss es mir durch den Kopf. Egal. Drückte ab, und wenig kam an. Was eine scheiße. Ich hatte noch etwas übrig, was ich bei Julie auf Klo wegmachte. Sie bemerkte nichts, so schlecht war das Zeug. Ich musste nach Kiel. Wir waren zwar ein Paar, aber wussten nun auch beide, die Therapeuten hatten Recht: es war nur der Zweck abzuhauen, der uns zusammenhielt. Ich fuhr nach Kiel. Sagte Julie, ich komme wieder. Was ich auch tat. Mit dem letzten ICE. Völlig breit. Kotzend, noch in Berlin. Das Heroin in Kiel war eindeutig besser. Und ich wollte es wieder haben. Paar Tage hielt ich es aus, dann verabschiedeten wir uns. Ich schrieb meinem Richter Dr. Mau, dass ich die Therapie abgebrochen habe, aber beabsichtige wieder auf Therapie zu gehen. So entging ich dem Knast. Es sollte aber noch dauern. In der Zeit konsumierte ich mehr wie zuvor. Machte mehr Mist wie zuvor. Ich war ein anderer Mensch. Die Zweite. Kurz vor meinem 31. Geburtstag hatte ich Aufnahmetermin im Landhaus Oppenheim. Auch in Berlin. Und auch dem Tannenhof zugehörig. Hier sollte es ein wenig anders werden. Aber auch nur ein wenig. Inzwischen wusste ich schon, was mich erwarten würde. Als erstes lief mir Monika über den Weg. Monika war vorher die Ärztin im anderen Haus, also auf meiner ersten Therapie. Sie ist gewechselt. Gut so. Sie mochte mich, ich mochte sie. Alte, weise Frau. Und dann kam Sabine. Ihr erinnert euch? Meine Sozialarbeiterin aus Ricklingen, die mich vorzeitig in den Tannenhof schickte. Sie stellte sich mir als meine Bezugstherapeutin vor. Ich sah mich bereits in den ersten Minuten scheitern. Aber erst einmal ging es zu Monika. Erstuntersuchung. Dann erst zu Sabine zum Gespräch. Sie erinnerte sich an mich. Sie wusste es, als sie meinen Namen in der Aufnahmeliste sah. Sie war mir immer noch unsympathisch. „Thorsten, dass ist ihre zweite Therapie, was wollen sie denn besser machen?“ „Sabine? Ich bin gerade angekommen. Ich will die zehn Monate bleiben. Mehr kann ich jetzt nicht sagen.“ 55

„Das ist alles? Und? Wieder in eine Beziehung schlittern?“ Ich dachte, „gibt es hier die passende für mich?“ antwortete aber: „Nein!“ Es kam mir wie Stunden vor, das Gespräch. Ingeborg unterbrach es. Sie war meine zweite Bezugstherapeutin. Zum Glück gab sie mir ein warmes Gefühl. Ex-Junkie, wie sie gleich erzählte, ich bräuchte ihr keine Märchen zu erzählen. Klartext. Das ist das, was ich brauche. Sehr gut. Die Einzel sollte ich allerdings mit Sabine haben. Konfliktbewältigung mit Respektpersonen würde es ein Richter wahrscheinlich nennen. Ich kam zu Andre auf ein Zimmer. Er war auch meine Bezugsperson. So wie auf der ersten Therapie; wenn was ist: fragen. Wir waren später draußen auch noch Freunde, bis er sich eine Überdosis setzte. Da war ich bereits auf meiner dritten Therapie. Er schaffte es nicht. Sören war auch dort mit seiner Frau, wo ich auch schon wieder den Namen nicht mehr weiß. ‚Olle Hamburger Hure‘, so nannte sie sich selbst. Ich hatte die beiden auf der Entgiftung vor der Therapie in Heiligenhafen kennengelernt. Zuhälter und Hure. Er zwanzig Köppe größer als ich und 8 Mal so breit. Ein wenig übertrieben. Ich denke, ihr habt ein Bild von ihm im Kopf. Wir waren in einer Gruppe. Also Sören, Andre und ich. Und wir schenkten uns nichts. Gut so. Ich hatte endlich kapiert, was Therapie bedeutet: sich von Freunden anhören müssen und zu schweigen, welche Scheiße man gebaut hat. Das bleibt im Hirn. Auch bei mir. Einiges habe ich bis heute verändert, aber noch längst nicht alles. Küchen-Verantwortlicher, Putz-Verantwortlicher, Garten-Verantwortlicher, Technik-Verantwortlicher. Die Therapeuten brummten mir alles nacheinander auf. Sie wollten mir helfen. Sie wollten mich reizen. Je mehr Verantwortung, je mehr Fehler. Und die Fehler habe ich halt immer wieder im Leben gemacht. So konnten sie mich kriegen. Was tat ich? Ich flüchtete. Nicht aus dem Haus. Nein. Doch wieder in eine Beziehung. Zu Susi. Punkerin aus der Nähe Berlins. Es wurde dieses Mal aber mehr oder weniger geduldet. Die Flucht konnte also kein Grund für mich darstellen abzuhauen. So sah ich ein. Und Susi auch. Wir beendeten die Beziehung, als ich in die 2. Phase wechselte, in der sie zu dem Zeitpunkt schon gewesen ist. Alles war gut. So kann es also auch gehen, liebe Angelika, Therapeutin meiner ersten Therapie. Die habe ich während meiner zweiten wiedergesehen: auf einem Fest im Tannenhof. Sie saß am Eingang und kontrollierte wer reinkam. Und steckte mir gleich: sie wolle mit mir sprechen! Ich antwortete: „Meist du nicht, dass es ein wenig zu spät ist?“ 56

Flieg , Vogel, flieg! - bei KIDDINX.de
Unsere Fliegen - Der Fliegen-Shop
ANTONIO® Sorte - Saatbau Linz
Der Traum vom Fliegen
Antonio Lazetera.indd - Zirkonzahn
lay_finish_28052010_1_taz_zur Ansicht.indd - Amadeu Antonio ...
António Inácio Andrioli - JPBerlin
Ein Traum vom Fliegen.
MS Antonio Bellucci***** - Thurgau Travel
Folder von Antonio Rubén Gitarren
Fliegen zwischen Main und Weinb ergen Fliegen zwischen Main und
Nur Fliegen ist schöner - Friedrichshafen
Nur Fliegen sind schöner - Kulturnews
Zu Hause Fliegen - Para Deltaclub
Als Gott fliegen lernte« - sggpp
Teil 2: Finish und Fliegen