Aufrufe
vor 6 Monaten

von fliegen ANTONIO PALIDO

Sie grinste. Irgendwann

Sie grinste. Irgendwann am Abend fand sie mich. Wollte sich entschuldigen. Und tat doch genau das Gegenteil. Sie pikte rein ins Herz, in dem sie fragte, als sie merkte, dass ich nicht gewillt war mit ihr zu sprechen: „Thema Vater schon angegangen?“ Ich habe sie sitzen gelassen, habe mir Hilfe in Form von einem Gespräch bei Andre geholt. Zusammen sind wir zurück ins Landhaus. Mir ging es beschissen. Was bildet die Frau sich ein? Denke ich übrigens heute immer noch. Erst ihre Ignoranz mir gegenüber auf der ersten Therapie und dann dieser eine Satz, der so tief traf, dass ich Bock hatte, mich sofort dicht zu machen. Schultherapeuten nenne ich solch Menschen. Nie das Leben eines Junkies auch nur Ansatzweise gerafft. Inzwischen war ich mehr als 6 Monate dort. War also in der zweiten Phase. Wohnten in der Nähe der Glienicker Brücke mitten im Wald. Zehn Menschen, wenn es voll besetzt war. 2 Therapeuten. Unseren Alltag planten wir selbstständig. Einkaufslisten, Putzpläne usw. Arbeit sollten wir uns suchen; wenn es nicht hinhaute, wurde darüber gesprochen. Ich fand Arbeit beim 'Weißen Elefanten' in Berlin-Wilmersdorf. Einem Cleancafe. In der Küche. Sollte nicht mein letztes Mal sein, dass ich dort anfing. (Das Kapitel ist noch nicht beendet. Kommt noch etwas irgendwann.) 57

Chaostage Hannover (1994) Das war schön. Um es vorweg zu sagen. So viele bunte Menschen auf einem Haufen nicht wieder gesehen. Auch nicht ein Jahr später. Da waren die meisten von uns in irgendwelchen Gebüschen versteckt, damit die Bullen uns nicht wegkrallen. Da bin ich aber noch nicht. Zur Geschichte der Chaostage, warum sie das erste Mal zehn Jahre vorher stattgefunden habe, kann und will ich auch gerade nur aus dem Stegreif erzählen, ohne nachzuschauen. Damals wurde eine sogenannte „Punkerkartei“ von den Bullen in Hannover angelegt. Alle bunten Menschen sollten und wurden versteckt fotografiert, und dann, sobald bekannt, mit Namen, Aufenthaltsort usw. versehen. Ob das nun so richtig ist – sei dahingestellt – darum ging es mir nicht, als ich 1994 nach Hannover wollte. Uns ging es darum, Spaß zu haben. Nix von wegen „Hannover in Schutt und Asche legen!“ wie es auf Flyern hieß. Meine Fresse, verstehen die Menschen keinen Spaß. Wir wollten uns sehen. Alle von überall. Uns, das waren - soweit ich mich erinnere - Schneider, Mitch und Finn auf jeden Fall. Bianca glaube ich auch. Frischverliebt. (Falsch gedacht: Bianca erzählte mir, dass ich es ihr verboten habe, mitzukommen. Eieiei. Ich war ein Arsch!) Dann noch welche aus Flensburg. Zusammen sind wir bis kurz vor Hannover mit dem Zug schwarzgefahren. Wie immer in dieser Zeit. Den Leuten im Zug gesagt, stellt eure Koffer vor die Sitze, und wir denne darunter schlafend mitgefahren. Bis kurz vor Hannover, weil wir waren ja nicht doof. Wir wussten, dass die Bullen mit Hunderten am Bahnhof standen und bunten Menschen, wenn irgendwie möglich gleich ein Aufenthaltsverbot für 3 Tage aufbrummen wollten. Wir wussten auch, dass die Autobahnabfahrten kontrolliert werden. Was sie vergaßen: die Raststätten, weiter vor Hannover. Dort sind wir hin und dann per Anhalter rein nach Hannover. Mit normalen Menschen am Steuer und wir unter Decken und Gepäck versteckt! Jaja. Wir waren wirklich nicht doof. Sind auch alle durchgekommen von uns. Bahnhofsvorplatz haben wir uns dann alle wiedergefunden. Mehr oder weniger. War auch egal. Meine Fresse, waren da viele Bunte. Überall Alk, überall geile Stimmung, überall gaffende Menschen. Geld brauchten wir keines. Keine Ahnung, wie es heute gemacht wird: damals war es so: jeder hat das geteilt was er hatte. Und: Geschäfte zum Klauen, gab es auch genug. An den Bahnhof schließt dort genau die Einkaufsstraße an. Sehr gut. Erste Biere also geschnorrt, Kontakte geknüpft, was bedeutet, einfach ein wenig blöd gesappelt. Wie wir angekommen sind, wie die reingekommen sind und und und. 58

Flieg , Vogel, flieg! - bei KIDDINX.de
Ein Traum vom Fliegen.
Der Traum vom Fliegen
Unsere Fliegen - Der Fliegen-Shop
Antiziganismus – Vergangenheit und Gegenwart - Amadeu Antonio ...
ttr 4400 hst - Antonio carraro
Antiziganismus – Vergangenheit und Gegenwart - Amadeu Antonio ...
ANTONIO® Sorte - Saatbau Linz
MS Antonio Bellucci***** - Thurgau Travel
Wir lassen die Späne fliegen!
Wo Marken fliegen lernen - Raumkontakt
Fliegen ohne Turbulenzen - Europakonsument
Fliegen Für die Forschung - Baden-Württembergischer ...
Luft und Fliegen - Landesinstitut für Lehrerbildung und ...
Neues aus San Antonio 2013 - Diakoniekrankenhaus Rotenburg ...
lokale geschichte sichtbar machen - Amadeu Antonio Stiftung