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vor 7 Monaten

von fliegen ANTONIO PALIDO

Ich fragte noch einmal

Ich fragte noch einmal nach. „Alles einpacken?“ „Hören sie schlecht?“ „Alles gut. Ich mach ja schon.“ Ich packte die Tüten wieder an meinen Sack. Wir fuhren zur Gerichtskasse, ich zahlte ein. Und ging in den Taubenpark und verkaufte das Zeug. Auch wegen dieser ungewöhnlichen Art der Bullen, wurde hinter meinem Rücken in der Szene nicht nur einmal vermutet, dass ich mit den Grünen zusammenarbeiten würde. Gezielt alleine wurde ich im Taubenpark nicht ein einziges Mal herausgepickt von ihnen und zur Wache gebracht oder an Ort und Stelle gefilzt; meine ‚Kollegen‘ nicht nur einmal. Kann sie verstehen, dass viele es dachten. Doch ich weiß es am besten – nie auch nur ein Wort von mir zu der Staatsmacht. Ich denke einfach, sie wussten, was sie an mir haben. Ihnen war ein einigermaßen korrekter deutscher Dealer wesentlich lieber, als wenn dort noch mehr Zigeuner oder gar Russen den Platz besetzt hätten. Und manches Mal war es einfach zu offensichtlich, wenn sie Kinder als Testkäufer losschickten. Klar haben die nichts von mir bekommen. So hatten sie, was das betrifft auch nie etwas in der Hand gegen mich. Obwohl doch: ein einziges Mal bin ich reingefallen. Ein Junge kam. Hatte ihn gefragt, wie alt er sei. Er meinte 18, ich nahm es ihm ab. Hatte für ein Zwanziger Hasch bei mir gekauft. Den haben sie Andreas-Gayk-Str. bei der Post abgefangen und sind mit ihm rüber zu mir. Hatten aber schon andere von uns mitbekommen und mich gewarnt. Schnell mein Zeug aus der Unterhose ins Gebüsch getan. Dann kamen sie auf mich zu. Zwei Zivis. Einer blieb in Entfernung bei dem Jungen. Ich solle ihm eben Hasch verkauft haben, sagten sie zu mir. Ich verneinte. Er war bei mir und wollte Geld wechseln. Ich pokerte. „Er hat mir zwei Zehner gegeben. Er bekam von mir einen Zwanziger.“ Die beiden gingen zu dem Jungen zurück. Fragten ihn. Er hatte einen Zwanziger. Ich hatte Glück gehabt. Er anscheinend sein Dope auch nicht rausgerückt oder rechtzeitig weggeschmissen. Guter Junge. Mussten sie unverrichteter Dinge wieder verschwinden. Irgendwann dann verkaufte ich beides. Dope und Heroin. Andreas, mein Typ, bei dem ich immer kaufte, fragte mich irgendwann. Für ihn wurde es auf der Straße zu heiß. Ich sagte natürlich ja. Der Stoff war gut. Wurde mir förmlich aus der Hand gerissen. Er war zufrieden, ich war zufrieden. Nebeneffekt war natürlich, dass ich meinen Heroinkonsum enorm steigerte. 65

Ich hatte ja nun meist etwas auf Tasche. Der mögliche Gewinn landete in meinen Venen. Manches Mal noch mehr, so dass ich ihn nicht voll bezahlen konnte. War aber die ersten Monate nie wirklich dramatisch, weil ich ihm am Ende des Monats die Schulden von meinem Hempels-Gehalt, damals immerhin 1730 Mark bezahlte und dann den Rest in neuen Stoff investierte. Für Andreas war ich eine kleine Goldgrube. Und er tagtäglich meine Rettung. Leichter konnte ich nicht an Stoff gelangen. Wir wurden Freunde. Saßen oft lange bei ihm in der Bude und quatschen. Nichts Sinnloses wie in der Szene auf der Straße. Ein wichtiger Mensch für mich gewesen der Andreas. Ja. Immer öfter kamen dann auch die Momente in denen ich keine Lust mehr hatte auf den ganzen Scheiß. Meine Tage sahen so aus: Spätestens um 7 war ich wach. Meist hatte ich mir etwas vom Vortag aufgehoben, so dass ich mir gleich einen Druck machen konnte beziehungsweise mir einen 5er Beutel abends bei Andreas geholt, dass ich gleich einer der ersten morgens im Taubenpark war. Der Druck hielt bis zum Mittag locker an. Meist war ich jedoch so gierig, dass ich mir zwischendurch noch einen machte. Ich liebte es, die Spritze in meine Venen zu jagen. Heute kann ich es mir nicht mehr vorstellen, warum. Ich ging dann also früh in die Stadt. Meist war ich gegen elf schon wieder ausverkauft, so dass ich wieder zu Andreas nach Gaarden rüber gelaufen bin. Neues holen. Selten habe ich drei Touren gemacht. Kam natürlich auch vor. Den Nachmittag verbrachte ich dann meist weiter in der Stadt und ging auf Klau-Tour. Brillengestelle bei Fielmann für die Huren an der Küste, Schuhe auf Bestellung bei Karstadt. CDs bei Karstadt für mich, aber auch für Marc und Andreas, die sie gerne in Zahlung nahmen. Klamotten bei Fishbone. Zwischendurch noch mal einen Druck in der Steinwüste. Und: ganz viel Eis bei Fiedler. 4 Kugeln Cassis. Sie wussten schon Bescheid. Dort durfte ich als einer der wenigen auch die Kundentoilette benutzen. Frau Fiedler mochte mich. Kannte mich aus Dachzeiten. Wir waren schließlich Nachbarn. Und gab es mal Ärger vor ihren Schaufenstern, kam sie zu mir und bat mich, doch ein wenig drauf einzuwirken, dass wir uns ein wenig weiter hinsetzen oder was auch immer. Abends dann meist noch mal zu Andreas. Neu holen, wenn er was da hatte, Geld abliefern. Kurz sappeln, dann schlafen. So ging es sieben Tage die Woche. Und nebenbei natürlich immer auf der Hut sein, was die Bullen und Detektive anbetraf. Stand also den ganzen Tag unter Strom, auch wenn das Heroin das Adrenalin natürlich bei weitem übertrumpfte. Vorm Klauen nahm ich dazu noch Diazepan, was mich noch mehr ruhiger werden ließ. Abgebrüht & cool war ich. Meist. Natürlich im Endeffekt ein Trugschluss. Ich wurde nicht oft erwischt, aber auch nicht selten. Es reichte, um irgendwann vor Gericht zu landen. Zum wiederholten Male. 1999 war es dann soweit: ich bekam den Paragraphen 35. Therapie statt Strafe. Bedeutet: ich 66

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