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mission2030

4. WAS UNS WICHTIG IST

4. WAS UNS WICHTIG IST EMISSIONSARME MOBILITÄT DER ZUKUNFT Mobilität muss erhalten und gefördert, jedoch zukünftig nachhaltiger organisiert werden. Dabei folgt Österreich dem Prinzip vermeiden – verlagern – verbessern: - - - vermeiden von nicht unbedingt erforderlichen verkehren (etwa Leerfahrten, verkehrssparende raumordnung oder Stärkung von teleworking). - - - verlagern von verkehren auf effiziente verkehrsträger wie Bahn, Fahrrad oder zu Fuß gehen. - - - verbessern der eingesetzten technologien mit dem Ziel einer verlagerung auf alternative Kraftstoffe und Strom aus erneuerbaren Energiequellen. In der Mobilität ist bis 2050 eine weitgehende Dekarbonisierung möglich. Der fossile Energieeinsatz kann durch Umstellung auf emissionsfreie Fahrzeuge und den Einsatz von erneuerbarer Energien weitgehend ersetzt werden. Zusätzlich zur Elektrizität werden für jene Anwendungen, die schwer elektrifizierbar sind, beispielsweise nachhaltige Bio-Kraftstoffe oder mit erneuerbarer Energie hergestellter wasserstoff zum Einsatz kommen. Öffentlich zugängliche verkehrsangebote sowie die aktive Mobilität (radfahren, Fußverkehr) bilden das rückgrat nachhaltiger Personenmobilität. Mobilität und Siedlungsentwicklung sind voneinander abhängig. Im Güterverkehr erfolgt eine verlagerung auf die Schiene und die Binnenschifffahrt. voraussetzungen hierfür sind neben entsprechender Infrastruktur, ökonomischer rahmenbedingungen und verhaltensänderungen auch die wesentlich gestiegene Bedeutung von Mobilitätsmanagement und neuen Mobilitätsservices sowie Digitalisierung zur multimodalen vernetzung. Die Mobilitätswende führt zu großen Investitions- und Innovationsimpulsen, benötigt aber auch neue Finanzierungs- und Geschäftsmodelle für eine vernetzte und integrierte Mobilität der Zukunft. Das stärkt den wirtschaftsstandort Österreich, führt zu positiven Beschäftigungseffekten und fördert die Lebensqualität der Bürgerinnen und Bürger in Städten und regionen. Damit wird ein kosteneffizienter, sozial- und wirtschaftsverträglicher verkehr sichergestellt. TECHNOLOGIENEUTRaLITÄT AUF DEM DEkaRBONISIERUNGSPFAD BIS 2050 Der erforderliche Umbau des Energiesystems kann nicht mithilfe eines einzigen Energieträgers oder einer technologie allein bewerkstelligt werden. Gesucht ist ein ausgewogener Energiemix, der konsequenterweise entlang des Dekarbonisierungspfades den Ausbau heimischer erneuerbarer ressourcen forciert und gezielt Brückentechnologien im Sinne der versorgungssicherheit einsetzt. technologieneutralität im Sinne der Klima- und Energiestrategie bedeutet jedoch auch einen raschen Ausstieg aus Kohle, ein kurz- bis mittelfristiges Aus für Ölheizungen sowie den Umstieg auf Null- und Niedrigstemissionsfahrzeuge. Durch die Unabhängigkeit von Erdölimporten wird Österreichs Unabhängigkeit sowie die Eigenversorgung mit heimischer Energie massiv gesteigert, zudem sinken durch den Umstieg auf effiziente technologien die Kosten und risiken für Energieversorgung und Mobilität. STANDORT – WACHSTUM UND ARBEITSPLÄTZE SCHAFFEN UND SICHERN Die Energie- und Mobilitätspolitik bedient sich der Steuerungsinstrumente und regularien der sozialen Marktwirtschaft. Preisbildung und Investitionsentscheidungen haben daher in einem von wettbewerb geprägten Marktumfeld zu erfolgen. Einzelne technologien und Energieträger sollen innerhalb eines stabilen rechtsrahmens miteinander konkurrieren können, um Innovationen zu beschleunigen. - - - 20 - - -

4. WAS UNS WICHTIG IST Die notwendige Umstellung auf ressourcenschonende versorgungssysteme, erneuerbare Energie und effiziente Mobilitätssysteme wird als Chance für die österreichische wirtschaft wahrgenommen (Stichworte „Green Growth“; „Green Jobs“, „wachstumsmarkt Umwelttechnik“ etc.). Bei allen zu treffenden Maßnahmen ist zu berücksichtigen, dass der Standort für die energieintensive Industrie gesichert und wettbewerbsfähig bleibt. Standortsicherung und Ausbau von Green Jobs sollen Arbeitsplätze schaffen und sichern. FORSCHUNG UND INNOVATION ALS TRIEBKRaFT FÜR ÖSTERREICHISCHE LÖSUNGEN AUF GLOBALEN MÄRKTEN Forschung und technologieentwicklung spielen in der weltweiten Dekarbonisierung eine Schlüsselrolle. Ausgehend von bereits erreichten Innovationserfolgen hat Österreich noch ein großes Potenzial, innovative technologien und Lösungen zu entwickeln, erfolgreich umzusetzen und Österreich zum „Innovation Leader“ zu machen. Bereits heute hat Österreich Pioniere, die mit intelligenten und zukunftsorientierten Klima- und Energietechnologien und Systemlösungen zeigen, wie man erfolgreich weltmärkte ansprechen kann. Diesen weg gilt es mit verstärkten Anstrengungen weiter fortzusetzen. Mit missionsorientierten Forschungs- und Innovationsaktivitäten der wirtschaft sowie der öffentlichen Hand sollen gemeinsam mit Forschungseinrichtungen und Bedarfsträgern Entwicklung und Erprobung von mutigen Lösungen unterstützt werden. Um globale Märkte nachhaltig anzusprechen, ist darüber hinaus die weltweite Sichtbarkeit der österreichischen Innovationskraft durch internationale Zusammenarbeit zu gewährleisten. Der geplante Beitritt Österreichs zur globalen Initiative „Mission Innovation“ wird wesentlich zu diesem Ziel beitragen. DIGITALISIERUNG ALS CHANCE – UNABHÄNGIGKEIT UND WAHLFREIHEIT STÄRKEN Die Digitalisierung der Energiewende kann eine Schlüsselfunktion bei Lösungen für die Herausforderungen der Dezentralisierung, Flexibilisierung und effizienten Nutzung von Energie und Mobilität spielen. So kann sie als „Enabler“ eines fortschreitenden Ausbaus der erneuerbaren Energien dienen. Die Steuerung und regelung mittels digitaler technologien wird im Zuge der Energiewende eine immer größere rolle spielen und neue, zukunftsfähige Geschäftsmodelle entstehen lassen. Langfristig wird die verknüpfung der Sektoren Strom, wärme und Mobilität ins Zentrum der IKt-gestützten optimierung des Energie- und Mobilitätssystems rücken. Durch die Einführung von „Smart Meter“-Systemen wird das Demand-side-management für alle Bevölkerungsgruppen begünstigt. Die Digitalisierung der Energiewende wird dazu beitragen, eine Dekarbonisierung entwickelter volkswirtschaften voranzutreiben. BÜROKRaTIEABBAU, STRUKTUREN SCHAFFEN Innovationen und Investitionen brauchen geeignete rahmenbedingungen. Um Investitionsblockaden zu lösen, sind Planungsund rechtssicherheit sowie der Abbau von Bürokratie von entscheidender Bedeutung. Das betrifft insbesondere Infrastrukturprojekte, die für die Energiewende notwendig sind. Derzeit sind die verfahren zu kompliziert und langwierig. Dadurch wird die transformation des Energiesystems gebremst und die versorgungssicherheit mittelfristig gefährdet. Ziel ist daher eine Beschleunigung, Entbürokratisierung und vereinfachung von Genehmigungsverfahren im Einklang mit Bürgerrechten und relevanten EU-vorgaben. So sollen Hemmnisse abgebaut und vermehrt Investitionen in das Energiesystem initiiert werden. - - - 21 - - -