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6. LEUCHttURMPROJEKTE

6. LEUCHttURMPROJEKTE LEUCHttURM 7: ERNEUERBARER WASSERSTOFF UND BIOMETHAN ausgangslage Die Nutzung von wasserstoff auf Basis erneuerbarer elektrischer Energie ermöglicht den weg hin zu einer Dekarbonisierung von energieintensiven Industriezweigen und bietet sich als hervorragender langfristiger Energiespeicher an (Sommer/winter), um Stromfluktuationen bei wind und Photovoltaik abzufedern. Österreich als zentrale Energiespeicherregion (geologische voraussetzungen), als Knotenpunkt im Energietransport, als volkswirtschaft mit starker Industrie und als bedeutender Standort für erneuerbare Energieträger ist perfekt für die Nutzung dieses Energieträgers geeignet. Derzeit ist Erdgas, mit einem dicht ausgebauten Erdgasverteilungsnetz, ein bedeutender Energieträger in Österreich. Es gilt diesen sukzessive durch erneuerbares Gas, wie Einspeisung von wasserstoff und Biogas, zu ersetzen. ZielBilD Mit dem Energieträger wasserstoff wird die Integration von erneuerbaren Energien unterstützt, was daher ein wesentlicher Faktor für ein Gelingen der transformation der Energiesysteme darstellt. wasserstoff soll die Netzstabilität durch dezentrale Elektrolyseure sowie eine Langfristspeicherung von erneuerbaren Energien unterstützen. Gleichzeitig soll mit einer kosteneffizienten Produktion von wasserstoff der Ersatz von fossilen Energien in der energieintensiven Industrie vorangetrieben werden. Für die Produktion von Biogas soll die rohstoffversorgung insbesondere aus den Bereichen Landwirtschaft, Abfall/Kompostund Abwasserwirtschaft kommen. Ein wesentlicher zusätzlicher Nutzen liegt in der potenziellen vermeidung von Methanemissionen aus der Landwirtschaft (Gülleverwertung) sowie in der Gewinnung von Dünger aus dem Gärrestanfall. massnahmen - - - Die Langfristspeicherung von Strom durch wasserstoff soll ermöglicht und begünstigt werden. Dafür soll geprüft werden, ob branchennahe Zukunftsinvestitionen der Kohlenwasserstoffindustrie (z.B. Power-to-Gas) bei der Berechnung der Förderzinse angerechnet werden können (Mineralrohstoffgesetz). - - - Die Produktion von wasserstoff mittels Elektrolyseanlagen soll die Überschussenergie aus der zusätzlichen Erneuerbaren- Produktion abfedern. Durch eine verknüpfung von Erneuerbaren-Förderung mit der Bereitstellung von Speicherkapazitäten soll der Ausbau von Speichern bei gleichzeitig verstärkter volatilität im Strommarkt forciert werden (Energiegesetz Neu). - - - Begünstigte Einspeisung von wasserstoff/Biogas in das Erdgasnetz (Energiegesetz Neu). - - - Infrastruktur für wasserstoff und Biogas forcieren: Um nicht-fossile Energieträger zu forcieren und rechtssicherheit für Investoren zu schaffen, sollen wasserstoff und Biogas dem Erdgasabgabengesetz zugeordnet werden. Dadurch soll für diese Energieträger eine steuerliche Begünstigung entstehen. - - - 54 - - -

6. LEUCHttURMPROJEKTE LEUCHttURM 8: GREEN FINANCE ausgangslage Das von Österreich ratifizierte Pariser Klimaübereinkommen sieht – neben der Beschränkung des Anstiegs der Erdtemperatur unter 2° C und einer klimawandelresilienten Entwicklung – gemäß Artikel 2.1.c auch vor, dass „die Finanzmittelflüsse in Einklang gebracht werden mit einem weg hin zu einer hinsichtlich der treibhausgase emissionsarmen und gegenüber Klimaänderungen widerstandsfähigen Entwicklung”. Unter dem Stichwort „Green Finance” gilt es nun zu analysieren, welche Potenziale für den Privatsektor am Standort Österreich vorliegen und welche „Green Finance”- Instrumente (u.a. Green Bonds) in welchem Ausmaß zur Einhaltung der EU Klima- und Energieziele beitragen können. wichtige, potenzielle Zielbereiche sind unter anderem die Sektoren Energie und Gebäude bzw. die generelle Infrastruktur. wesentlich ist jedenfalls eine kosteneffektive Mobilisierung privaten Kapitals unter vermeidung von Marktverzerrungen und der Sicherstellung der Finanzmarktstabilität. ZielBilD / massnahmen Auf Basis einer umfassenden Marktanalyse und unter direkter Einbindung des Privatsektors wird in Abstimmung mit dem Aktionsplan der Europäischen Kommission zu Nachhaltigen Finanzierungen eine österreichische „Green Finance” Agenda entwickelt. Hierfür werden – neben der Identifikation relevanter Finanzinstrumente – fundierte Nachhaltigkeitskriterien im Sinne der Zielvorgaben des Pariser Übereinkommens erarbeitet (verstärkte Ausrichtung auf Impact). Dabei gilt es letztlich, das risiko von Stranded Investments zu minimieren und Anreizstrukturen für Investitionen in klimafreundliche Infrastrukturen, im Einvernehmen mit dem BMF, zu schaffen. LEUCHttURM 9: ENERGIEFORSCHUNGSINITIATIVE 1 – BAUSTEINE FÜR DIE ENERGIESYSTEME DER ZUKUNFT ausgangslage Die zukünftigen Energiesysteme werden aus vernetzten teilsystemen bestehen, die eine vielzahl von technologien und Akteuren integrieren müssen. Durch technologieoffene, missionsorientierte Forschungs- und Entwicklungsschwerpunkte sollen erfolgreiche technologien und Lösungen entwickelt werden, mit denen sich Österreich als Innovations-Leader auf den globalen technologiemärkten positionieren kann. Neben der Integration über Energieträger und Infrastrukturen spielt das Zusammenwirken verschiedener Branchen und Sektoren (Mobilität, Gewerbe und Industrie, Landwirtschaft …) eine ebenso wichtige rolle wie das Ineinandergreifen unterschiedlicher Innovationssysteme (z.B. regionale Akteure und globale Start-Ups). In verbindung mit den technologischen werden auch ökonomische und organisatorische Fragen zu lösen sein. Akzeptanzprozesse und Nutzerverhalten müssen besser verstanden und berücksichtigt werden. Die frühzeitige Einbindung zukünftiger Bedarfsträger in Co-creation Prozesse und vergleichbare Formate wird dabei für den nachhaltigen Erfolg entscheidend sein. ZielBilD plus energie areale, die durch optimierung der baulichen Infrastruktur - höchste Effizienz in allen Bereichen des energetischen Endverbrauchs sowie die Entwicklung geeigneter Geschäftsmodelle - in der Lage sind, ihren gesamten Energiebedarf aus erneuerbaren Quellen zu decken. Sie stellen eine wichtige voraussetzung für Co2-neutrale Städte und urbane räume dar. Dabei wird Energie aus lokaler Erzeugung durch Flexibilisierung des Endverbrauchs in verbindung mit der Nutzung von Speichern und Synergieeffekten von Infrastrukturen überwiegend lokal genutzt. - - - 55 - - -