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KnapsackSPIEGEL 03-04/2018

Das Magazin für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Chemieparks Knapsack

PROJEKT

PROJEKT „RETTUNGSWAGEN“ Ein neuer RTW ist ein ausgewachsenes Projekt A utofahrer dürften das kennen: Der alte PKW hat allmählich ausgedient, früher oder später muss ein neues Fahrzeug her. Automatik- oder Schaltwagen? Wie muss der Wagen ausgestattet sein? Und was gibt das Budget eigentlich tatsächlich her? Fragen über Fragen, die das Unterfangen Neuwagen zu einem kleinen Projekt machen können. Beim Kauf eines neuen Rettungswagens verhält es sich ganz ähnlich, nur dass es sich nicht um ein kleines, sondern eher um ein ausgewachsenes Projekt handelt. Davon kann die Werkfeuerwehr des Chemieparks Knapsack aktuell ein Lied singen – allen voran die Rettungssanitäter Dennis Scholzen und Andreas Moeke, die das Projekt „neuer Rettungswagen“ im vergangenen Jahr federführend betreuten. Zwischen dem Entschluss für einen neuen RTW Mitte 2016 bis zu seiner Jungfernfahrt Ende 2017 investierten die Beiden nicht nur viele Arbeitsstunden, sondern vor allem auch jede Menge Herzblut. „Der alte RTW war ganz einfach in die Jahre gekommen“, erinnert sich der 22-jährige Scholzen. „Die Federung war veraltet, er besaß keine Airbags, einen veralteten Tragetisch, bot wenig Platz in den Schränken und war auch sonst nicht mehr auf dem aktuellen Stand der Technik. Auch zeichnete sich ab, dass durch einen zunehmenden Reparaturbedarf die Verfügbarkeit eingeschränkt wurde“ Ergo musste ein neuer RTW her. Die Mitarbeiter der Werkfeuerwehr erstellten daher im ersten Schritt ein Lastenheft: Welche Anforderungen gab es? Wie sollte der neue RTW ausgestattet sein? Welche Vorgaben von öffentlichen Behörden, „Das war zwar herausfordernd, hat aber auch ungemein viel Freude gemacht. Und das Wichtigste ist, dass wir Patienten jetzt noch effizienter helfen können.“ z. B. dem öffentlichen Rettungsdienst im Rhein-Erft-Kreis, mussten beachtet werden? Mit den gesammelten Kriterien holten der Einkauf mit tatkräftiger Unterstützung von Scholzen und Moeke dann drei Angebote von verschiedenen Fahrzeugherstellern ein. Anschließend verglichen sie die umfangreichen Ordner, Zertifikate und Sicherheitsprüfungen und stellten die Angebote einander gegenüber. „Alleine dafür haben wir drei Tage benötigt“, erinnert sich Scholzen, der 2012 als Azubi in Knapsack begann. Der neue RTW sollte in Technik und Ausstattung zudem den Fahrzeugen der Stadt Hürth ähneln, „damit sich jeder Notarzt – ob der eigene, der aus Hürth oder sonstwo – auf Anhieb zurecht findet“, erläutert der 38-jährige Andreas Moeke. Wegen der hohen Anforderungen an die Sicherheit im Chemiepark fiel die Entscheidung schließlich nicht auf die günstigste, sondern vielmehr auf jene Variante, die die meisten Vorteile bietet: Beim Modell des Herstellers Fahrtec Systeme GmbH kann das Fahrwerk bei Bedarf beispielsweise vom Alukoffer-Aufbau getrennt und ausgetauscht werden. Durch die verbesserte Federung können Patienten maximal sicher transportiert werden, es gibt zudem ausreichend Platz für die Einsatzkleidung (u. a. Schwarz-Weiß-Bereich) sowie einen Kühlschrank für Medikamente. Eine Rückfahrkamera, Zentralelektrik und LED-Warnlampen für den nachfolgenden Verkehr machen den RTW noch sicherer. Darüber hinaus gehören ein neues EKG-Gerät, ein Defibrillator und eine neue Trage zur Ausstattung. 16 | KNAPSACKSPIEGEL 04.2018

AUF NACH NEUBRANDENBURG! Nach unzähligen Abstimmungen, E-Mails und Telefonaten ging es für Scholzen und Moeke schließlich gemeinsam mit Bert Richartz zum Hersteller nach Neubrandenburg zur sogenannten Aufbaubesprechung. „Wir sind dabei unter anderem die Zeichnungen durchgegangen und haben vor allem auch die Details konkret geplant“, so Scholzen. Zurück im Chemiepark stellten die beiden ihr Projekt der „Mannschaft vor“ – neben Begeisterung kamen dabei auch weitere Ideen und Anregungen auf, woraufhin Scholzen und Moeke die Planungen nochmals optimierten. Im Dezember 2017 ging es dann erneut Richtung Neubrandenburg, um vor Ort den fertigen RWT abzuholen. Die Abnahme dauerte noch mal volle zwei Tage – dann aber konnten die Kollegen der Werkfeuerwehr endlich den nagelneuen RTW auf seine Jungfernfahrt nach Knapsack mitnehmen. Kurz vor Weihnachten standen schließlich noch die Bestückung, diverse Schulungsfahrten sowie die Abnahme durch die zuständige Dienststelle des Rhein-Erft-Kreises an, bevor der RTW endlich offiziell in Betrieb genommen werden konnte. Ein erfolgreicher Abschluss für ein umfangreiches Projekt, wie Andreas Moeken betont: „Das war zwar herausfordernd, hat aber auch ungemein viel Freude gemacht. Und das Wichtigste ist, dass wir Patienten jetzt noch effizienter helfen können.“ NEUE SCHALTANLAGE FÜR DIE ISK-PUMPSTATION Arbeiten am Wasserwerk Dirmerzheim dauerten eine Woche D as „Wasser von Kölle“ haben die Bläck Fööss einst in höchsten Tönen besungen. Doch das Wasser aus Erftstadt-Dirmerzheim ist kein bisschen schlechter – ganz im Gegenteil. Vom dortigen Wasserwerk aus wird die gesamte Trinkwasser-Versorgung des Chemieparks Knapsack sichergestellt. Von der Pumpstation im Wasserwerk Dirmerzheim, die sich im Eigentum der Infraserv Knapsack befindet und die von RWE Power betrieben wird, wird der Frischwasser-Turm im Chemiepark gespeist. Seit vielen Jahren erfolgt der Betrieb schon in guter Abstimmung und ohne größere Störungen. An der Pumpstation standen jüngst Bauarbeiten auf dem Programm – so musste die Mittelspannungsanlage ersetzt werden, über die die elektrische Energieversorgung sowie das Ein- und Ausschalten der Pumpen erfolgt. „Die Mittelspannungsanlage hat das Ende der technischen Lebensdauer erreicht und musste ausgetauscht werden“, erläutert Simon Hamacher, der bei der InfraServ Knapsack in der Geschäftseinheit der Ver- und Entsorgung im Team Stromnetze tätig ist. Die ersten Pläne für eine Erneuerung der Mittelspannungsanlage kamen im Juli 2017 auf. Um die hohe Verfügbarkeit des Trinkwassers sowie einen sicheren und störungsfreien Betrieb der Pumpen zu gewährleisten, erwies sich eine Erneuerung der Anlage als unumgänglich. In Zusammenarbeit mit RWE Power entwickelten die Mitarbeiter der ISK daher ein Konzept für eine neue Schaltanlage. Seitens der ISK waren Mitarbeiter aus den Geschäftseinheiten Ver- und Entsorgung, Engineering sowie Anlagenservice und -Technik an dem Projekt beteiligt. Die Bauarbeiten wurden schließlich im Januar 2018 durchgeführt. Das Dach der Einhausung der Schaltanlage musste mit einem Kran angehoben werden, dann wurde die alte Anlage entfernt und die neue eingebaut. Anschließend folgten noch der elektrische Anschluss sowie eine Funktionsprüfung. Die Anlage wurde in zwei Hälften ausgetauscht, sodass die Pumpe während der Bauarbeiten ungestört weiterarbeiten konnte und die Trink- Links: Eingang zum Pumpenkeller, Rechts: Einhausung der Schaltanlage wasser-Versorgung ohne Unterbrechungen gewährleistet war. Die Montage und Inbetriebnahme der neuen Anlage dauerte etwa eine Woche. „Die Arbeiten vor Ort sind reibungslos verlaufen“, lautet das positive Fazit von Simon Hamacher. „Die Zusammenarbeit mit Hersteller und Betreiber waren sehr gut.“ Die Maßnahme leistet einen wichtigen Beitrag für eine zukünftige und weiterhin sichere Wasserversorgung auf dem Knapsacker Hügel. Na dann: Wasser marsch! KNAPSACKSPIEGEL 04.2018 | 17