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KnapsackSPIEGEL 03-04/2018

Das Magazin für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Chemieparks Knapsack

1. Kontakt Allergen DES

1. Kontakt Allergen DES EINEN FREUD, DES ANDEREN LEID … HERZLICH WILLKOMMEN IN DER ALLERGIKER-SAISON! 2. Kontakt Allergen Wie schön sind doch blühende Wiesen und Gärten im Frühjahr! Leider sehen das nicht alle Menschen so. Wenn der eine sich an der erwachenden Natur erfreut, fängt der andere an zu schniefen und zu niesen. Dies ist natürlich ziemlich ungerecht, aber medizinisch recht einfach zu erklären. Und: Sie sind Ihrem „Heuschnupfen“ nicht auf Gedeih und Verderb ausgeliefert! Welche Möglichkeiten der Vorbeugung und Behandlung es gibt und wie es überhaupt zur allergischen Reaktion kommt, soll in diesem Artikel kurz dargestellt werden. D er Heuschnupfen ist eine allergisch bedingte Entzündung der Nasenschleimhaut und der Augen (allergische Rhinokonjunktivitis), wie sie – außer durch Blütenpollen – auch durch andere Allergene wie z.B. Hausstaubmilben-Kot und Schimmelpilz-Sporen ausgelöst werden kann. Bei der Pollenallergie zeigt sich die allergische Reaktion jahreszeitenabhängig mit einer Klimawandel-bedingten Tendenz zu immer längeren Zeiträumen im Jahresverlauf. Auch die Häufigkeit stieg in letzter Zeit in den Industrieländern an (in Deutschland: 20 – 25 % der Erwachsenen). Die Allergie-Neigung wird vererbt, und die Erkrankung beginnt meist im Kindesalter. Zum Ingangsetzen der allergischen Reaktion kommt es durch eine „Sensibilisierung“ bei Erstkontakt. Bei den nächsten Kontakten mit dem Allergen wird eine durch IgE-Antikörper vermittelte Reaktionskette ausgelöst. An deren Ende stehen die typischen Symptome: Naselaufen, Juckreiz der Nasen- und Augenschleimhäute, Niesreiz, behinderte Nasenatmung, Riechstörung, Tränenfluss, Augenrötung. Durch eine Überempfindlichkeit der Nasenschleimhaut können auch unspezifische Reize (z. B. kalte Luft) zu Beschwerden führen. Darüber hinaus ist die allgemeine Lebensqualität der Betroffenen oft beeinträchtigt, u. a. durch ein allgemeines Krankheitsgefühl. Zusätzlich können die tieferen Atemwege in Form von Asthma-Symptomen mitbeteiligt sein. Sogar chronische Nebenhöhlenentzündungen können eine allergische Ursache haben. DREI „SÄULEN“ DER THERAPIE In der Diagnostik spielen die detaillierte Erhebung der Krankengeschichte und die Erkennung der typischen Krankheitssymptome die wichtigste Rolle. Spezielle Allergietests (auf / in der Haut oder im Blut) helfen dann, die Allergie-Auslöser im Einzelnen zu identifizieren. Die drei „Säulen“ der Therapie sind: die Vermeidung des Allergens (oft schwierig 20 | KNAPSACKSPIEGEL 04.2018

B-Zelle Zytokine Differenzierung IgE-Anitkörper IgE-Rezeptor T H 2- Helferzelle Histamin Mastzelle Histamin Mastzelle 3. Allergische Reaktion bis unmöglich), die medikamentöse Behandlung der Symptome und die spezifische Immuntherapie. Grundsätzlich scheint es sinnvoll zu sein, in den Krankheitsverlauf möglichst frühzeitig einzugreifen, um eine Erweiterung des Allergiespektrums und ein Fortschreiten bis zum Asthma zu verhindern. Pollenallergikern wird zur Verringerung der Allergen-Exposition empfohlen, die Kleidung nach Aufenthalten in der Natur zu wechseln und die Haare zu waschen, die Nase zu spülen, sich vorzugsweise nach Regenschauern draußen aufzuhalten usw. MEDIKAMENTÖSE THERAPIE Zur medikamentösen Therapie gegen Heuschnupfen stehen zur Verfügung: lokal wirksame antiallergische Präparate für Nasenschleimhaut oder Augen, Antihistaminika in Tablettenform, Kortison-Präparate für die Schleimhäute oder ggf. als Tablette. Unterstützend kommen abschwellende Nasentropfen / -sprays zum Einsatz, die aber nicht über längere Zeit angewendet werden sollen. Alternative Methoden ohne sicheren Wirksamkeitsnachweis sind Akupunktur und Homöopathie. Eine wirklich ursächliche Behandlung stellt die spezifische Immuntherapie bzw. Hyposensibilisierung dar. Diese soll den Organismus schrittweise an das Allergen „gewöhnen“ und ihn so dauerhaft unempfindlich machen. Über einen mehrjährigen Zeitraum wird dabei der Allergie-Auslöser in steigender Dosierung unter die Haut oder unter die Zunge verabreicht. Der Wirkmechanismus ist noch nicht völlig aufgeklärt, eine Erfolgsgarantie gibt es nicht. Sie sehen aber: Es gibt viele Betroffene und nicht wenige Methoden einer effektiven Hilfe! Gerne berät Sie auch Ihre Werksärztliche Abteilung. Dr. med. Matthias Fischer KNAPSACKSPIEGEL 04.2018 | 21