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thepalmshotel.com

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Einzigartige Natur:

der Everglades

Nationalpark ���������������������������������������������


Architektonischer Evergreen:

die eindrucksvolle Art-déco-Kulisse

am Ocean Drive

Großes Vogeltreffen:

Pelikane, Reiher, Flamingos

bevölkern Floridas Küsten

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ichts geht mehr, ich hänge

fest, unter mir der Abgrund,

über mir ein Felsvorsprung

und meine Hand, in der sich

die Kreide langsam in Angstschweiß auflöst.

Die Hand oder der Berg, einer wird

nachgeben müssen! Ich werfe einen Blick

zurück. Zum Glück entdecke ich statt

der Eigernordwand nur Young Cannon,

meinen bulligen „Bergführer“, der mir

mit den Worten „Come on, you can do

it!“ versucht, Beine zu machen. Ich fluche

innerlich, einmal weil die sportliche Gina

wie eine Bergziege an mir vorbeizieht,

zum anderen weil hier nix ist mit „You

can do it!“ und ich aus der Wand kippe.

Der Fall dauert eine gefühlte Ewigkeit,

dann liege ich auf einer Matte zu Füßen

der künstlichen Kletterwand und dem

feixenden Young. Oh, wie peinlich. Hätte

ich vielleicht doch das Kleingedruckte

lesen sollen? „Rockwall Boot Camp“

stand auf dem Programm, und zwar für

Fortgeschrittene. Dass die Fitness-Engel

von der „Canyon Ranch“ damit eher echte

Alpinisten meinten, hätte ich mir denken

können, als ich unter einer ersten Serie

von Liegestützen fast zusammenbrach.

Leicht gedemütigt ziehe ich mich zu

einem Snack ins Restaurant zurück.

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Miamis Wellness-

Bastion: die

„Canyon Ranch“

Nasse Füße in den

Everglades: Guide

Charles Kroepke

Canyon Ranch? Wer hinter dem Namen

eher Cowboy-Romantik im Wilden Westen

vermutet, liegt nicht ganz falsch – die

erste Wellness-Adresse dieses Namens

liegt in Arizona. Dass Miami schon bald

die dritte werden würde, zeichnete sich

ab, als die Stadt wieder einmal das tat, was

sie wie keine zweite beherrscht: sich

selbst stets neu erfinden. Das Mekka

für sportliche Sonnenanbeter ist von der

grünen Welle erfasst, alles soll, soweit es

eben geht, „sustainable“, umweltverträglich,

sein. Dass dieses Konzept im Konzert

sich ständig drehender Klimaanlagen

nicht immer aufgehen wird, stört zunächst

kaum – die Stadtväter haben die

Öko-Fahne gehisst. Natur pur, ökologische

Ernährung, holistische und integrative

Gesundheitsphilosophien, innovative

Fitness- und Wellness-Trends, so

lauten die Gebote der Stunde. Und Resorts

wie eben die „Canyon Ranch“ oder

das frisch renovierte „The Palms Hotel

& Spa“ stehen an der Spitze dieser Bewegung.

Dass Letzteres es damit ernst

meint, zeigt allein ein Blick auf die Speisekarte,

da werden nicht nur die Kalorien

für jedes Gericht ausgewiesen, sondern

auch noch die Quelle der organischen

Köstlichkeiten erwähnt: „Paradise Farms“.

Das klingt so lecker und verlockend, dass

ich beschließe, die Farmer auf ihrem

paradiesischen Hof zu besuchen.

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In Homestead, ca. 45 Autominuten südlich

von Miami, ist eine Nähe zur gro-

ßen Schwester allerdings kaum zu spü-

Schick und ökologisch orientiert:

das „Palms Hotel & Spa“ in Miami

ren, hier verläuft das Leben fern jeder

Hektik. Und hierhin verlief sich einst

die gebürtige Schwarzwälderin Gabriele

Marewski, erwarb zwei Hektar verwahrloste

Avocado-Plantagen und begann

dann mit dem Anbau von Salat. Das war

1999. Inzwischen beliefert sie die besten

Restaurants von Miami mit essbaren

Blumen, exotischen Früchten, Gemüse

und Grünzeug. Und einmal im Monat

kommen dann die besten Küchenchefs

zu ihr und kreieren eine lukullische Ernährungsoffensive

namens „Dinners in

Paradise“. Was hier an organischen

Leckereien aus dem tropischen Boden

sprießt, ist das Produkt aus harter Arbeit,

Feng-Shui-Gartenbauarchitektur und,

so klärt mich die Obergärtnerin auf,

biodynamischen Prinzipien, die auf das

besondere Zusammenspiel von Energie,

Kosmos und Sonnenstand aufgebaut

sind. Vielleicht macht das die besondere

Aura dieses Ortes aus, denke ich mir

und blicke in die Gesichter vieler junger,

gesunder und sehr bärtiger Arbeiter.

„Ich bin ein Wwoofer“, stellt Ben sich

vor, während er das Terrain von Unkraut

befreit. Ben ist 23, stammt aus

Wisconsin, ein Naturbursche durch und

durch. WWOOFing? Das steht für

World Wide Opportunities on Organic

Farms. Und: freiwilliges Helfen auf ökologischen

Höfen. Miami skurril. Hier

ackern idealistische Typen für Kost und

Logis, während ein paar Meilen weiter

nördlich die sorgenfreie Partykarawane

an den Stränden darauf wartet, die

Nacht erneut zum Tag zu machen.

FOTOS: JENS FRITZENWALDER (4); THE NEWYORKTIMES/REDUX/LAIF


Stille Wasserwege,

sattgrüne Natur:

Auf einer Biketour

durch Key Biscayne

entdeckt man viele

verwunschene Ecken

Kristallklares Wasser, Rochen,

Vögel: Einen grandiosen Einblick

in die Inselwelt der Keys vor

Miami bietet eine Kayaktour

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Bunte Strandwache: Überall am Miami Beach

wachen Lifeguards in ihren bemalten Häuschen

Ureinwohner: Florida-

Alligatoren liegen zu Tausenden in

den Sümpfen der Everglades

Im Ranking um ein neues Lebensgefühl

läuft Miami zu neuer Höchstform auf.

Bei einer Umfrage des Reise-Internetportals

TripAdvisor.de gallopierte Miami

2009 als „Sexiest City” Amerikas durchs

Ziel, ein Jahr zuvor kürte das Magazin

Forbes sie zur saubersten Stadt der USA.

Sex-Appeal meets Saubermann-Image,

hier scheint ein seltener Spagat zu gelingen

– und private wie städtische Öko-

Tour-Anbieter wissen das zu nutzen.

Ich verabrede mich zu einem „Eco-

Adventure“, das von den Miami-Park-

wächtern angeboten wird – im Crandon

Park auf Key Biscayne wartet ein Doppelkayak

und Rangel Diaz. Rangel? „Angel

mit R“, klärt mich der Guide auf,

grinst und schiebt uns samt quietschgelbem

Untersatz ins Meer. Luft und Wasser

stehen komplett still, für Floridaverhältnisse

ist es untypisch kühl. „Der Schnorchel-Teil

unseres Ausflugs wird wohl

ausfallen“, entschuldigt sich Rangel.

Während der zweistündigen Paddelei ent-

schuldigt er sich noch dafür, dass ich weder

Manatees (Seekühe), Delfine, Rochen

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Flaniermeile

unter Palmen:

die Lincoln Road

in Miamis Art

Deco District

oder Haie zu sehen bekomme, die sich

hier an wärmeren Tagen quasi die Flosse

in die Hand geben. Was bleibt, ist die

gefiederte Natur, und so referiert Rangel

munter über Reiher, Pelikane und Geier,

während ich zusehe, wie sich am Horizont

Miamis Skyline in der Bay spiegelt.

Anders als zur See sind die Sehenswürdigkeiten

an Land verlässlich. Auf

einer Fahrradtour durch das idyllische

Key Biscayne mit seinen opulenten Villen,

Parks, Leuchttürmen und verkehrsberuhigten

Wasserwegen lernt man nebenbei,

wer hier einst hergekommen ist

– und wer wieder gehen musste. Uwe

Döringer von Dragonfly Expeditions

kennt die ganze Geschichte, von den indianischen

Ureinwohner, die sich gegenseitig

in die Quere kamen, über den ehemaligen

Zoo Miamis, der heute quasi sich

selbst überlassen im Crandon Park verwildert,

bis hin zu mondänen Domizilen,

in denen einst Al Pacino als „Scarface“

oder Richard Nixon als Ex-Präsident residierte.

Über zwei Stunden treten wir in

die Pedale, danach habe ich Teile Miamis

gesehen, die man einfach so im Vorbeifahren

niemals sehen würde.

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Man muss kein Öko-Orakel befragen,

um vorauszusagen, dass sich auch bei

Spa, Wellness und Fitness eine neue Tendenz

durchsetzt. „Lag der Schwerpunkt

früher nur darauf, Gewicht ab- und Muskeln

aufzubauen, wird heute viel filigra-

ner und gezielter trainiert, sagt Donna

Cyrus von der Fitness-Kette Crunch. Die

Programm-Direktorin ist die Spürnase

für alles, was ihre körperbewusste Klientel

bewegt. Dafür hat sie etwa Kurse wie

„Beaming“ ins Programm genommen –

auf einer Art Stufenbarren zu ebener

Erde geht es um Balance, Koordination

und Rumpf-Training. Das ist mir nun

doch zu filigran, ich lasse mich zu einem

Kurs mit dem unerklärlichen Namen

„Boing“ überreden. Nachdem mich

Kursleiterin Roya unter größten Mühen

in die dafür benötigten Kangoos – Schuhe,

die auf einer großen elastischen Feder

thronen – gestopft hat, stolziere ich ungelenk

über den Parkettboden. Doch

jetzt gibt es kein Zurück mehr, also rein

ins Boing ... und nach einer halben Stunde

wieder raus. Beziehungsweise das, was

von mir übrig geblieben ist. Die eigentlich

federleichten Hanteln hängen tonnenschwer

an meinen Armen, der Puls reicht

für zwei, der Kopf ist feuermelderrot.

Und die Muskeln? Ich glaube, die haben

es nicht mehr nach draußen geschafft ...

Was jetzt hilft, sind die heilende Hände

der Mitarbeiterinnen des „Uhma Spa“.

Schlauerweise habe ich mir die „Thai Sabai

Herbal Ball Massage“ im Anschluss

an meinen Ausflug ins Crunch-Studio gebucht.

Als Suzanne nach 90 Minuten von

mir lässt, bin ich komplett entspannt,

und rundumerneuert – gerade die Behandlung

mit heißen Kräuterbällen, die

sie mir auf alles drückte, was schmerzte,

FOTOS: RABOUAN/HEMIS/LAIF (2); NEUMANN/BILDERBERG; JENS FRITZENWALDER (2)


Karibik-

Feeling am

Ocean Drive:

Tänzerin auf

Stelzen

hat Wunder bewirkt. „Eco-chic urban

sanctuary“ ist hier der Anspruch, und der

kleine Wohlfühltempel ist genau das: ein

Öko-Spa-Refugium für die Sinne.

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Kein Floridatrip ist komplett ohne einen

Abstecher in die Everglades. Dass dieser

besonders werden wird, fern ab vom typischen

Airboat-Rummel, wird mir klar,

als Charles mich zu einem quasi Auserwählten

bestimmt. „Das erleben nicht mal

0,1 Prozent aller Everglades-Besucher“,

raunt er mir zu, als wir im Jeep auf dem

Tamiami Trail Richtung Big Cypress

National Preserve unterwegs sind. Ein

wenig Mut und Klamotten, die nass werden

dürfen, sollte man im Gepäck haben,

denn: Es geht zu Fuß in die Sümpfe. Und

das heißt, auf Augenhöhe mit Reihern,

Kranichen und einer kunterbunten Pflanzenwelt,

aber auch auf Tuchfühlung mit

Alligatoren, Schlangen und Schildkröten,

eben alles, was sich in diesem einmaligen

Ökosystem so tummelt. Mir ist ein wenig

mulmig. Aber ich habe ja Charles dabei,

und Charles ist gute 1,95 Meter hoch, mit

einem Kreuz, hinter dem sich eine ganze

Reisegruppe verstecken kann. Und er hat

einen Stock, was kann da schon schiefgehen?

Außerdem macht er die Tour nicht

zum ersten Mal, und er sieht tierische

Teilnehmer in einer Entfernung, die ich

wahrscheinlich erst sehen würde, wenn

sie mich beißen. „Ich würde jetzt nicht

noch einen Schritt in diese Richtung

machen“, flüstert er und zeigt mit seinem

Stock auf einen noch größeren Stock, der

sich ... minimal bewegt. Der Stock bekommt

plötzlich Augen, einen Kopf und

entpuppt sich als kapitale Alligatoren-

Mutter, die hier eindeutig territoriale

Vorrechte hat. Wir ziehen uns vorsichtig

zurück. Knappe zwei Stunden dauert die

Wanderung, die anfängliche Angst weicht

einer unglaublichen Faszination, es ist

die Einmaligkeit solcher Erlebnisse, die

diese individuellen Exkursionen zu einem

echten Reise-Highlight werden lassen.

Oder ganz lapidar gesagt: Man hat zu

Hause viel zu erzählen.

Zurück in der „Canyon Ranch“ sortiere

ich meine Eindrücke. Das neue

Öko-Kleid, das sich Miami übergeworfen

hat, es fühlt sich gut an. Das alte, mit

dem Ausschnitt der ewigen Party-Metropolis,

es gehört deshalb aber nicht in die

Altkleidersammlung, trendy sind beide.

Ich bestelle eine Cola. Sie ist hauseigen

und auf rein pflanzlicher Basis angerührt.

Auch vor Ikonen macht der Trend

nicht Halt. Jens Fritzenwalder

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HINKOMMEN Von allen großen deutschen Flughäfen direkt oder mit Zwischenstopp

nach Miami (ab 450 Euro, opodo.de). ÜBERNACHTEN „Canyon Ranch“ ab

450 Dollar inkl. aller Fitnessangebote (canyonranch.com); „The Palms Hotel“ ab

325 Dollar (thepalmshotel.com). „Paradise Farms“ ab 150 Dollar inkl. Frühstück

(paradisefarms.net). TOUREN UND AUSFLÜGE Everglades-Tagesausflug (Wanderung

durchs Feuchtgebiet, Abstecher nach Everglades City, Lunch etc.) ab 490

Dollar p. P. (mind. 2 Personen, jede weitere Person 129 Dollar); Fahrradtour durch

Key Biscayne mit deutschem Guide, 3 Std.

ab 139 Dollar p. P. (beides über dragonfly

expeditions.com). 2-stündiger Kajak- und

Schnorcheltrip mit Guide auf Key Biscayne

ab 70 Dollar (miamiecoadventures.org).

Treatments: „Uhma Spa & Shop“ in Miami

(uhmaspa.com). MEHR INFO:

miamiandbeaches.com

USA

MEXIKO

New York

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Miami

Stillleben in der Biscayne

Bay: Eine einsame

Mangroveninsel dient als

Rastplatz für Vögel

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