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Von Stefan Beck Die

Von Stefan Beck Die vielbeschriebenen Scheunenfunde stehen heutzutage weniger in abgelegenen Scheunen unter alten Pferdedecken versteckt, sondern vielmehr in dunklen, zugemüllten Garagen. Vergessen und als totgeritten abgeschrieben. Mehrheitlich japanische Grossserien-Motorräder, eher selten echte Perlen. Meist haben diese Funde ihre eigene, skurile Geschichte. Mit Sicherheit auch folgender - aber dessen Vorgeschichte wird wohl immer im Dunkeln bleiben. Ans Tageslicht gezerrt und ins rechte Licht gerückt von unserem Clubmitglied Stefan Beck, der diese Moto Martin CB750 vor dem sicheren Zerfall rettete. Uns erzählt er ihre Geschichte: „Ich bin ein CB-Four-Fahrer der ersten Stunde. Die CB750Four war zwar schon über 10 Jahre auf dem Markt, als ich den druckfrischen Lappen von der Führerscheinstelle abholte, aber ein F1-Model stand bereits zuhause. Damals schon modifiziert mit Eckert-Tank, gelochter Doppelscheibe, zurückgelegter Rastenanlage und L&W 4in1. Das Motorrad hatte für mich, trotz der starken Konkurrenz von Kawasaki Z1 und Suzuki GS, nichts von seiner Faszination eingebüßt, die es seit meiner Kindheit auf mich ausübte. Wegen der langen Produktionszeit 4und vieltausendfach verkaufter Erstes roll-out in Dijon/Frankreich 750er gab es zur damaligen Zeit einen relativ preisgünstigen Gebrauchtmarkt und ich konnte im Laufe der Zeit für geringes Geld zusätzlich ein K1-Modell erstehen. Diese beließ ich optisch wie Serie und modifizierte lediglich Antrieb und Fahrwerk im Stile der 888er- König-Honda. Nachzulesen und anzuschauen im Roadster-Magazin 5/2015 und in den Four News Nr.78. Dann zog es mich zusehens zum klasssischen Motorsport und das Maß der Dinge seinerzeit war Egli. Ich konnte eine ergattern, wobei diese Motorräder damals schon ihren Preis hatten. Dennoch, im Laufe der Jahre sollte sie sich als gute Investition erweisen - ich fahre sie noch heute. Pflege und Wartung meiner König- und Egli-Honda bestimmten meinen außerberuflichen Alltag. Selbstverständlich muss das

nötige Kleingeld für ein nicht eben billiges Hobby erstmal verdient sein - aber Defekte blieben weitestgehend aus und die arbeitsfreien Wochenenden waren nicht vollgepackt mit „To-Do-Aufgaben“. Das sollte sich ändern. Im Jahre 2000 bekam ich einen Anruf aus Paris von Patrick Massè. Er ist der Vorsitzende des Clubs „Japauto de France“. Ich bin auch dort seit Jahren Mitglied und treffe Patrick und seine Frau Veronique regelmässig bei internationalen Veranstaltungen. Er berichtete mir von einer aufgegebenen und verwahrlosten Moto Martin CB750, die in einer feuchten Garage aufgefunden wurde. Kein Vereinsmitglied zeigte Interesse an deren Rettung und er bot mir einen Besichtigungstermin in der Nähe von Paris an. Sicher ist jedem klar, wie das ausging: ich nahm sie mit! Nicht weil das Gerät so toll war, vielmehr damit die Fahrt dorthin nicht umsonst war. Das ganze Motorrad war eine Katastrophe. Das Restaurieren dieses Wracks sollte meine Wochenenden der nächsten 8 Jahre bestimmen. Natürlich wäre ein Aufarbeiten im kleinen Stil zeitlich kurzfristiger zu realisieren gewesen: Fahrwerk entrosten, Farbe drauf, Gabel und Räder rein und einen Motor installiert...und fertig ist die Laube. Das 5