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DMG-informiert 2/2018

Spannende und bewegende Missionsberichte aus aller Welt. Unsere Mitarbeiter sind rund um den Globus im Einsatz, damit Menschen Gott begegnen. Thema dieser Ausgabe: Hoffnung für Europa?

EUROPA DEUTSCHLAND Neues

EUROPA DEUTSCHLAND Neues DMG-Buch Der Engel im Bus Was mache ich nur mit diesem „ Geschenk?“ Der 24-jährige Syrer Abdi hatte bei einer christlichen Veranstaltung in München eine Bibel in arabischer Sprache bekommen. Die wollte er auf gar keinen Fall behalten, ja schon gar nicht mit nach Hause in seine Flüchtlingsunterkunft nehmen. Das christliche Buch war dem gläubigen Muslim suspekt. Abdi saß im Stadtbus der Linie 52 in Richtung Tierpark, ganz hinten in der letzten Reihe, und wusste einfach nicht, was er mit dem eingepackten Buch anfangen sollte. Er konnte doch nicht in einer Bibel lesen! Was würden seine Zimmerkollegen sagen, wenn sie ihn dabei erwischten? Einfach wegwerfen wollte er das heilige Buch aber auch nicht. „Sowas tut man nicht“, dachte er, „das würde Gott sicher nicht gefallen.“ Da hatte Abdi einen Gedankenblitz. Er ging im Bus nach vorne und deponierte die Bibel in der Tüte in der ersten Reihe unter einem Sitz. Irgendjemand würde sie schon finden und sich vielleicht sogar darüber freuen. Lächelnd über seinen Einfallsreichtum setzte Abdi sich wieder in der hintersten Reihe auf seinen Platz. Problem gelöst! Doch so einfach machte Jesus es ihm nicht, er schickte ihm einen Engel: Zwei Stationen weiter stieg ein Mann ein und setzte sich in die erste Reihe auf den Platz mit der Bibel. Der Fremde nahm die Tüte an sich. Während der Bus wieder anfuhr, stand er unvermittelt auf und kam damit direkt auf Abdi in der letzten Reihe zu. Er drückte dem völlig überrumpelten Syrer die Tüte wieder in die Hand und sagte: „Das müssen Sie unbedingt lesen!“ Ihr Bus erreichte den nächsten Halt, der Fremde stieg aus und verschwand in der Menge. Wie vom Blitz getroffen schaute Abdi auf die Tüte mit der Bibel, die er einfach nicht losbekam, und sagte zu Gott in seinem Herzen: „Ich werde diese Bibel jetzt lesen!“ Ein paar Tage später traf Abdi durch eine wunderbare Führung erneut die Christen, von denen er die Bibel ursprünglich geschenkt bekommen hatte, und fragte sie, wie man Christ wird. So fand Abdi zu Jesus und ließ sich ein paar Monate darauf taufen. Dieses Erlebnis eines Flüchtlingshelfers in München stammt aus dem neuen DMG-Buch „Die leise Erweckung“ von Theo Volland (Hrsg.), das 50 Erlebnisse schildert, wie Gott Flüchtlinge in Deutschland berührt. Gerne können Sie es bei der DMG bestellen. Die Hälfte des Verkaufspreises von 15,95 Euro kommt der Missionsarbeit zugute. 15,95 Euro Für Kinder und Familien 16. Mai - 14. Juni 2018 Jetzt auch für Kinder und Familien – bitte beten Sie mit: Weitere Infos auf www.30tagegebet.de 10 DMG-informiert | 2 | 2018

DEUTSCHLAND ZUM THEMA Hoffnung für Europa? Gott tut Großes Ich habe unverschämt viel Hoffnung für Europa! Die Grundlage dafür sind einige Tatsachen: Beispielsweise war ich im Herbst auf dem „Movement Day“ in London, einem zweitägigen Kongress mit 1.000 Teilnehmern voller Inspiration in der Central Hall, gegenüber Big Ben. Es ging um christliche Stadtnetzwerke und welche Veränderungen sie für ihre Stadt bewirken. 120 solcher Netzwerke gibt es alleine im Vereinigten Königreich, es werden immer mehr. Kennzeichen solcher Netzwerke sind gute Freundschaften und gewachsene Beziehungen zwischen Leitern unterschiedlicher Prägung und Herkunft sowie gemeinsames Gebet. Die Netzwerke eint, dass sie ihre Stadt lieben und für sie tätig sein wollen, nach der biblischen Aufforderung in Jeremia 29,7: „Suchet der Stadt Bestes …“ Sie bewirken sichtbare Veränderungen von Herzen und Verhältnissen. Auch in Deutschland tun sich Gemeinden, diakonische Einrichtungen und Menschen unterschiedlicher Couleur zu christlichen Stadtnetzwerken zusammen, es gibt etwa 15 davon. Diese Initiativen haben Potenzial, denn sie sind ganz auf ihr Ziel hin ausgerichtet: Was dient unserer Stadt und der Einheit aller Christen Denkt nicht an das Frühere … Denn siehe, ich will ein Neues schaffen, jetzt wächst es auf, erkennt ihr’s denn nicht? Jesaja 43,18+19a hier? Ich bin im Netzwerk „Gemeinsam für Hamburg“ aktiv. Seit drei Jahren darf ich mitarbeiten und die Vernetzung mit internationalen Gemeinden und Werken suchen und fördern. Der geistliche Reichtum in unseren Städten ist beeindruckend: Sonntags feiern in Hamburg und anderen größeren Städten in Deutschland inzwischen mehr Christen mit Migrationshintergrund Gottesdienst als deutsche. Sie bringen Leidenschaft und Begeisterung ein und scheuen sich nicht, in Einkaufspassagen zu singen und mit Passanten auf öffentlichen Plätzen für deren Nöte zu beten. Früher waren diese Glaubensgeschwister auf sich selbst gestellt und ihr Wunsch, Deutschland zu reevangelisieren, wurde von Deutschen kaum ernstgenommen. Das hat sich geändert. Eine besondere Rolle nehmen die Kinder dieser Christen ein. Diese zweite Generation Einwanderer baut Brücken zwischen Kulturen und Gemeinden. Es gibt Stadtteile in Hamburg, in denen drei Viertel aller Einwohner unter 18-Jährige mit Migrationshintergrund sind. Die Zukunft unserer Städte liegt bei diesen jungen Menschen. Sie benötigen ehrliche in unseren Städten Antworten auf ihre Fragen und Ängste. Um ihnen zu begegnen, benötigen wir diese zweite Generation, die ihre Sprache spricht und selbst durch den Prozess der Identitätsfindung gegangen ist. Eine solche Initiative ist Worship United, die viermal im Jahr einen offenen Jugendgottesdienst veranstaltet. Als Netzwerk unterstützen wir sie von Herzen. Gott macht uns ein weiteres Geschenk: Er sendet Missionare aus aller Welt in unsere Städte, die sich gemeinsam mit uns Einheimischen dafür einsetzen, dass sich Gottes Herrschaft weiter ausbreitet. In Hamburg gibt es inzwischen 70 Missionare aus anderen Ländern. Unser Netzwerk hat sie Ende November zum Abendessen eingeladen, um sie persönlich kennenzulernen und ihnen für ihren Dienst für Hamburg zu danken. Es war so ermutigend. Eine Missionarin aus Malaysia zeigte mir ein Heft ihrer Gemeinde aus Kuala Lumpur, in dem Hamburg eingezeichnet war. Ihre Gemeinde betet für unsere Stadt. Mir wurde neu bewusst, dass Gott an vielen Stellen in unserem Land arbeitet. Er zieht die Fäden, beruft und sendet Menschen, die dann zu uns kommen. Europa ist geistlich gesehen kein sterbender Kontinent, weil Jesus täglich Neues schafft! Thomas und Mirjam Hieber P10234 DMG-informiert | 2 | 2018 11