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DMG-informiert 2/2018

Spannende und bewegende Missionsberichte aus aller Welt. Unsere Mitarbeiter sind rund um den Globus im Einsatz, damit Menschen Gott begegnen. Thema dieser Ausgabe: Hoffnung für Europa?

THEMA Hoffnung für

THEMA Hoffnung für Europa? „ Bei einem Gebetsabend in Südamerika sollte ich für Deutschland beten“, schrieb die damals 22-jährige Marie-Sophie aus Argentinien. „Irgendwie kam es mir langweilig vor, für mein eigenes Land zu beten. Ich kniete mich hin und fing an: ‚Lieber Gott, danke für Deutschland, danke …‘ Plötzlich stiegen Bilder in mir hoch: Punks am Bahnhof, einsame Senioren im Altenheim und Freunde, die mir von ihren kaputten Familien erzählt hatten. Da gab es kein Halten mehr, ich weinte über Deutschland. Ich spürte, wie sich ein Arm um mich legte. Jelena saß neben mir, auch sie begann zu schluchzen. Gemeinsam weinten und baten wir an diesem Abend Gott, sich über unser Land zu erbarmen. Wir legten ihm die Orientierungslosigkeit unserer Generation hin, die Hoffnungslosigkeit und Einsamkeit, all das Unverständnis, das einer dem anderen oft entgegenbringt … Wenn man in Südamerika ist, wirkt Deutschland irgendwie anders. Man sieht plötzlich die geistliche Not!“ Können wir noch weinen über un seren Kontinent, wie Marie-Sophie während ihres Einsatzes in Südamerika? In vielen Ländern Europas ist fast die Hälfte aller Jugendlichen arbeitslos, die Wirtschaftskrise in Südeuropa ist bedrückend. Auch politisch wird es komplizierter: Eine Regierung zu bilden, wird in vielen Ländern Europas immer schwieriger. Dazu die geistliche Not: Verglichen mit anderen Kontinenten gibt es in Europa am wenigsten Nachfolger von Jesus (siehe Grafik). Das kann uns nicht gleichgültig lassen. Wo finden wir Hoffnung für unseren Kontinent? DIE GRUNDLAGE UNSERER HOFFNUNG Die Antwort ist: Direkt in der Bibel, im Wort Gottes, nur in Jesus (1. Petrus 1,3): „Gepriesen sei der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus! In seinem großen Erbarmen hat er uns neu geboren und mit einer lebendigen Hoffnung erfüllt. Diese Hoffnung gründet sich darauf, dass Jesus vom Tod auferstanden ist.“ Petrus schreibt an Menschen, die eine Wiedergeburt erlebt haben. Von so einer Neugeburt spricht auch Jesus (Joh. 3,3): „Nur wer von neuem geboren wird, kann Gottes neue Welt zu sehen bekommen.“ Paulus drückt das in 2. Korinther 5,17 so aus: „Wenn also ein Mensch zu Christus gehört, ist er eine ‚neue Schöpfung‘. Was er früher war ist vorbei; etwas ganz Neues hat begonnen.“ Durch den Tod von Jesus am Kreuz ist der Weg für alle frei, neu geboren zu werden! Doch um errettet zu werden, muss jeder Einzelne Jesus im Gebet seine Verlorenheit bekennen, um Vergebung seiner Schuld bitten und Jesus einladen, Herr seines Lebens zu werden! Das bedeutet, Jesus aufzunehmen. Wer das tut, ist ein Kind Gottes (Joh. 1,12). Sind Sie wiedergeboren zu dieser lebendigen Hoffnung? Sie können es heute werden. Falls sie Fragen dazu haben, schreiben Sie uns. Durch Jesus haben wir eine lebendige (kräftige, blühende) Hoffnung! Sie basiert auf Tatsachen, die von unserer Situation und unserem Befinden unabhängig sind: Gott sei Dank für Jesus Christus – er ist die Hoffnung für Europa und die Welt. Menschen, die mit Jesus leben, haben begründete Hoffnung: für sich, ihre Familie, Gemeinde, ihr Land und ihren Kontinent! Diese Hoffnung basiert nicht auf dem Äußeren, was wir sehen und erleben, sondern direkt auf der Auferstehung. Wer mit Jesus lebt, bekommt Augen der Liebe, die hoffen, wo andere nur schwarz sehen. Ja, die Zahl der überzeugten Christen in Europa ist kleiner als auf anderen Erdteilen. Dennoch finden in jedem Land Europas Menschen zu Jesus. 1.750 neue Gemeinden sind es alleine in Frankreich seit 1970. Orte der Hoffnung, wo Menschen Jesus begegnen können. Dafür setzen sich unsere 150 Missionare in 16 europäischen Ländern ein. Es gibt die Zeichen der Hoffnung! HOFFNUNGSZEICHEN FÜR EUROPA Anna Lena Wagner aus unserem Team für kurze Auslandseinsätze 1 erzählt, was ihr Hoffnung für Europa macht: „Die vielen jungen Menschen bei unseren Bewerbertagen, die Jesus authentisch nachfolgen und für ihn leben. Während ihrer Einsätze sind sie ein Licht für Jesus auf unserem Kontinent – und hinterher an Hochschulen und Ausbildungsstätten in Deutschland!“ Hoffnung machen uns auch viele Christen in Asien, Afrika und Amerika, die verstärkt für Europa beten und immer mehr Missionare hierher senden. 2017 hat die DMG sechs Mitarbeiter aus anderen Ländern für Deutschland bekommen und weitere sind in Aussicht. Wir brauchen sie, besonders um Geflüchtete mit dem Evangelium zu erreichen. Zudem gibt es immer mehr Gebetsbewegungen für unseren Kontinent und Mission weltweit. Beispielsweise den Männergebetsbund 2 und den Deutschen- Frauen-Missions-Gebetsbund 3 . Der „Runde Tisch Gebet“ 4 vereint inzwischen 60 solche Initiativen. Seit zwei Jahren gibt es die App „Deutschland betet“ 5 . Werke, Bewegungen und Gemeinden veröffent- 12 DMG-informiert | 2 | 2018 1 www.freiwillig-im-dienst.de – DMG-Freiwilligendienste 2 www.maennergebetsbund.de – Männergebetsbund 3 www.dfmgb.de – Deutscher-Frauen-Missions-Gebetsbund 4 www.lausannerbewegung.de – Runder Tisch Gebet 5 www.deutschlandbetet.de – Deutschland betet App

Hoffnung für Europa? | THEMA 30% 25% 20% 15% 10% 5% 0% Anteil evangelikaler Christen an der jeweiligen Bevölkerung Nach Jason Mandryk, Operation World Nordamerika Afrika Lateinamerika Pazifik Asien lichen hier tägliche Gebetsanliegen und jeder kann mitbeten. Christen aus Deutschland und Migranten, die Jesus gefunden haben, beten gemeinsam Jesus an, wie es unser Redakteur Theo Volland im neuen Buch „Die leise Erweckung“ beschreibt (bei der DMG erhältlich) 6 . Er schildert, wie auf sachte Weise Geflüchtete aus aller Welt Jesus begegnen. Eindrücklich schreibt das auch Stephen Beck in seinem neuen Buch „Mission Mosaikkirche“ 7 . Christen erleben, wie Gott Wunder tut und Gemeinde baut, mitten in Europa! Der Rektor der Freien Theologischen Hochschule (FTH), Prof. Stephan Holthaus, schreibt: „Deutschland braucht eine Erweckung … Stephen Beck und seine dynamische ‚Mosaik-Bewegung‘ sind der Beweis, dass Gott heute noch handelt.“ DMG-Mitarbeiterin Rita Gartside, früher in Nordafrika, dann in Frankreich, ist 2017 nach Frankfurt umgezogen, wo sie im Rahmen einer dieser Mosaikgemeinden Geflüchteten Gottes Liebe weitergibt. Wir freuen uns über viele solcher Partnerschaften mit Gemeinden und Werken, um Europäern und Einwanderern Hoffnung zu bringen. HOFFNUNG SCHENKT MUT ZUM HANDELN Wenn wir auf Gottes Wort hören und die uns von Christus angebotene Hoffnung annehmen, gibt es allen Grund, mutig vorwärts zu gehen. Dies beginnt im Gebet. Beten wir persönlich? Mit dem Ehepartner? In Familie und Gemeinde? Mit Freunden? Dazu gehört auch, Buße zu tun für unseren Kontinent: für die Abwendung Europas von Gott und seinem Wort, für die massenhafte Tötung ungeborenen Lebens. Und für unser Europa Welt Versagen als Christen in vielen Bereichen. Dass wir uns vielleicht die Hoffnung haben rauben lassen. Dass wir oft selbstbezogen oder gleichgültig waren und die Nöte der Menschen nicht sehen wollten. Geistliche Erneuerung beginnt immer mit Gebet. Gebet bewirkt Wunder. Wer hätte kurz vor der Wende 1989 zu hoffen gewagt, dass die Berliner Mauer einmal fallen könnte – ohne Blutvergießen? Heute stehen wir in Europa eher vor scheinbar unüberwindlichen geistigen und geistlichen Mauern. Doch Gott kann auch diese zum Einsturz bringen, er heilt Herzen und baut Neues auf in Ehe und Familie, Gemeinde, am Arbeitsplatz, in unseren Dörfern und Städten. Beten öffnet uns die Augen: Wir erkennen, dass unsere Nachbarn und Kollegen von Gott geliebte Menschen sind, die Jesus und Hoffnung bitter nötig haben. Dann kann Gott uns einsetzen, damit wir den Menschen Gutes tun und mutig von Jesus weitersagen. Auch solchen, die hier fremd und einsam sind. Ich übersetzte einem jungen Geflüchteten aus Afrika viele Gottesdienste unserer Gemeinde ins Französische. Am Ostersonntag nahm er Jesus in sein Leben auf – was für eine Freude! Seitdem hat er diese lebendige Hoffnung und nimmt sie überallhin mit. Selbst wenn er vielleicht bald wieder in sein Herkunftsland zurück muss. Bitte beten Sie, dass der junge Mann ein Segen für seine Mitmenschen wird, wo immer Gott ihn hinstellt. JESUS VOLLER HOFFNUNG DIENEN Demütig nehmen wir die Tatsache an, dass es heute mehr Christen auf anderen Kontinenten gibt als bei uns – der Schwerpunkt der Christenheit hat sich zumindest zahlenmäßig verschoben. Dennoch haben wir Europäer weiterhin weltweite Verantwortung: Wir wollen auch in Zukunft Jesus voll Hoffnung dienen, Zeichen der Hoffnung setzen und Missionare aus aller Welt empfangen und sie beim Einleben unterstützen. Gleichzeitig ist es weiterhin unser Auftrag – der Auftrag jeder Gemeinde auch in Europa – Missionare in alle Welt zu senden. Ein Blick in die Geschichte zeigt, dass es einen Zusammenhang zwischen dunklen Zeiten, Mission und Erweckung gibt: John Wesley, der engagierte Leiter einer Studentengruppe, erlebte durch den Kontakt mit Herrnhuter Missionaren auf einer Schiffsreise und einer ihrer Veranstaltungen 1738 den Wendepunkt seines Lebens. Er bekam Gewissheit, dass Gott ihm seine Sünden vergeben hatte und ihn bedingungslos liebte. Die Herrnhuter waren eine kleine Gemeinschaft, erst wenige Jahre alt. Statt sich nur auf die Erweckung des sicher auch damals geistlich recht dunklen Mitteleuropas zu konzentrieren, sandten sie von Anfang an Missionare aus – in beinah unmöglich weit entfernte Weltgegenden (z.B. Amerika, Grönland und Südafrika). Durch Gottes Gnade – beispielsweise durch die Begegnung mit Wesley, den Gott später sehr für Europa gebraucht hat – trug ihre Mission in aller Welt auch wesentlich dazu bei, dass es in Europa heller wurde. Danke für Ihre Mitarbeit für Europa. Danke für Ihren Einsatz in Ihrer Gemeinde vor Ort – und für Ihre Gebete und Spenden für Missionare in Deutschland und Europa und darüber hinaus! Gemeinsam tragen wir unsere Hoffnung nach Europa: „Christus in uns ist die Hoffnung der Herrlichkeit. Ihn verkündigen wir!“ (Kol. 1,27b–28a). Gerald Häde ist seit 2004 Personalleiter für DMG-Missionare in Europa. Er hat Theologie studiert an der STH Basel, war von 1989 bis 1992 in Frankreich tätig und bis 2003 Öffentlichkeitsreferent der DMG. Er ist mit Susi verheiratet und Vater von vier Kindern. 6 Buchtipp: Die leise Erweckung. Wie Gott die Flüchtlinge in unserem Land berührt. Von DMG-Redakteur Theo Volland (Hrsg.), 2018, SCM-Hänssler-Verlag, 15,95 Euro 7 Buchtipp: Mission Mosaikkirche. Wie Gemeinden sich für Migranten und Flüchtlinge öffnen. Dr. Stephen Beck/ Frauke Bielefeldt, 2017, Brunnen-Verlag, 20 Euro DMG-informiert | 2 | 2018 13