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DMG-informiert 2/2018

Spannende und bewegende Missionsberichte aus aller Welt. Unsere Mitarbeiter sind rund um den Globus im Einsatz, damit Menschen Gott begegnen. Thema dieser Ausgabe: Hoffnung für Europa?

LEITUNGSWECHSEL WER SIND

LEITUNGSWECHSEL WER SIND DIE BEIDEN NEUEN? Lange schon angekündigt, erhält die DMG 2018 eine neue Leitung. Hier stellen sich Ihnen die beiden neuen Direktoren vor, die das Amt von Dr. Detlef Blöcher übernehmen, der im September in den Ruhestand geht: Günther Beck Neuer Direktor, DMG interpersonal e.V. Als Theologiestudent in Erlangen kam ich durch „Campus für Christus“ zum ersten Mal in meinem Leben mit Menschen aus anderen Kulturen in Kontakt. In diesen Begegnungen ist mir deutlich geworden, wieviel wir Christen investieren müssen, um den Islam zu verstehen. Gleichzeitig erlebte ich mit, wie Jesus Menschen aus dieser Kultur begegnete und ihr Leben erneuert hat. Mit diesem Wissen ging ich zunächst den normalen kirchlichen Weg ins Pfarramt. Im Vikariat jedoch erkannte ich, dass ich meiner Lebensberufung „verfügbar zu sein“ (zu tun, was getan werden muss, wenn andere es nicht tun) als bayerischer Pfarrer nicht entsprechen konnte. Der Bedarf an Botschaftern für Jesus Christus in der Arabischen Welt war ungleich größer. Am 1. November 1984 kam ich also zum christlichen Missions- und Hilfswerk DMG, das mir half, meinen weiteren Weg zu definieren: Als Student, dann Lehrer und schließlich als Geschäftsmann kam ich durch Nord afrika und den Nahen Osten. In Algerien lernte ich meine neuseeländische Frau Rosemary kennen, mit der ich zwei inzwischen erwachsene Kinder habe. Seit April 2016 arbeiten wir in der Zentrale der DMG auf dem Buchenauerhof mit, denken global und handeln lokal. Im Ausland habe ich gelernt, dass es für jedes Problem mit Gottes Hilfe eine Lösung gibt; möglicherweise eine unkonventionelle. Diese Erfahrung möchte ich in der DMG einbringen. Schwerpunkte, wo ich etwas bewegen möchte, sind: • Der Buchenauerhof ist ein interkulturelles Kompetenzzentrum, was jedoch in der Öffentlichkeit kaum bekannt ist. Das soll sich ändern. • Die DMG ist eine moderne, ja sogar richtig coole Mission, sie wirkt aber bieder. Um das zu ändern, benötigen wir nach außen hin ein selbstbewuss- teres Auftreten auf allen Kanälen moderner Kommunikation. Und von innen her neue, flexiblere Wege, Christen den Weg in den weltweiten Dienst für Jesus zu ebnen. Zum Beispiel im weltlichen Beruf in Ländern mit eingeschränkter Religionsfreiheit von Jesus zu erzählen. • Das geistliche und rechtliche Klima in Deutschland entfernt sich zunehmend von seinen christlichen Wurzeln. Gemeinden und christliche Werke sollten sich jetzt darauf vorbereiten, auch bei starkem Gegenwind auf Kurs zu bleiben. Günther Becks Ehefrau Rosemary betreut internationale Mitarbeiter in Deutschland 6 DMG-informiert | 2 | 2018

LEITUNGSWECHSEL Andrew Howes Neuer stellvertretender Direktor der DMG Bevor ich 1982 meine Frau Elisabeth, eine DMG-Missionarin, in London kennengelernt habe, hätte ich nie gedacht, dass ich einmal in Deutschland leben würde. Wir waren beide in der Vorbereitung für einen Missionseinsatz Das Potenzial der DMG ist enorm, wir haben eine reiche Geschichte und noch reichere Zukunft. Mein Vorgänger, Dr. Detlef Blöcher, hat eine sehr flache Hierarchie eingeführt und lebt vorbildlich dienende Leiterschaft. Die logische Weiterentwicklung ist Teamleiterschaft (Kompetenz-Teams fällen Entscheidungen eigenständig), und ich bin dankbar, mit meinen Kollegen, die ich sehr schätze, an einem Strang zu ziehen. in Afrika. Während unserer zwölf Jahre im Urwald des Kongo und der Wüste Burkina Fasos haben wir viel mit Jesus erlebt. Drei unserer vier Kinder sind in Missionskrankenhäusern in Afrika zur Welt gekommen. Inzwischen haben wir zwei Schwiegerkinder und drei Enkel. Geboren bin ich 1960, als erster von fünf Geschwistern. Meine Eltern lieben Jesus und wollten von Anfang an, dass ich im Dienst für ihn stehe. Erzählt haben sie mir das jedoch erst, als ich während meines Hoch- und Tiefbaustudiums an der Universität Leeds meine Berufung in die Mission verspürte und ihnen davon erzählte. 1978 hat Jesus ein Buch von Aiden Wilson Tozer, „Das Wesen Gottes“, gebraucht, um Neues in meinem Leben zu bewirken. Als Mitglied einer christlichen Studentengruppe erlebte ich viele Studierende, die sich für ein Leben als Christen entschieden. Gemeinsam haben wir Stunden im Gebet für Mission und die Völker der Welt verbracht. Es bewegte uns, wieviele Menschen rund um die Erde ohne Jesus lebten. Im Sommer 1980 konnte ich nicht mehr nur für Mission beten. Ich war bereit, selbst zu gehen. Ndongo Ndjundju, ein Kirchenleiter aus dem Kongo und mein erster Vorgesetzter, hat meinen Blick für die Menschen und die christlichen Gemeinden in Afrika stark geprägt. In 13 Jahren als Projektmanager mit Christliche Fachkräfte International hatte ich das Vorrecht, viele geistliche Leiter aus Afrika und Asien kennenzulernen. Ein Besuch aus dem Kongo bleibt in besonderer Erinnerung: „Wir beten für euch in Europa!“, sagten meine kongolesischen Freunde. Betroffen und zutiefst schockiert von der geistlichen Not, die sie im säkularisierten Europa erlebt hatten, begannen sie und ihre Kirchen, für uns hier zu beten. Eines habe ich aus der Missionsgeschichte (zum Beispiel während des Studiums an der AWM in Korntal) gelernt: Die Betroffenheit über Menschen, die ohne Jesus leben, treibt uns Christen ins Gebet. Die Kirchen in Afrika, Asien und Lateinamerika senden die nächste Generation Missionare aus. Wir als DMG und als Christen in Deutschland müssen neu fragen, wo unser Leben, unsere Erfahrung, Hingabe und Finanzen von Jesus in der global wachsenden Missionsbewegung gebraucht werden. Gleichzeitig befinden wir uns inzwischen mitten in einem großen Missionsgebiet: Europa! Wir dürfen Missionaren aus fernen Ländern helfen, in Deutschland Fuß zu fassen und freimütig unseren säkularisierten Nachbarn und neu zugewanderten Mitbürgern aus aller Welt von Jesus zu erzählen. In Partnerschaft mit anderen Werken will die DMG die neuen Möglichkeiten unserer Zeit nutzen und christlichen Gemeinden hierzulande helfen, ihren Auftrag vor Ort und weltweit neu anzunehmen. Andrew Howes mit Ehefrau Elisabeth, die sich ehrenamtlich in vielen Bereichen einbringt DMG-informiert | 2 | 2018 7