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handouts_foodwaste

Im Laufe der Beschäftigung mit dem Schwerpunkt Lebensmittelverschwendung konnten wir unser Wissen enorm erweitern; nicht zuletzt durch persönliche Begegnungen. Dennoch war es uns wichtig, uns genauso durch intensive Internetrecherche weiterzubilden - daher möchten wir auch euch unsere dadurch entstandenen Handouts zu den Themen Rechtliche Lage, Qualität und Frische, Alternativen, sowie eine allgemeine Einleitung und ein paar Linktipps zur Verfügung stellen. In Kürze werden diese auch auf unserem Blog (derzeit in Arbeit) veröffentlicht werden. Wir sind auch gerade dabei, unser umfangreiches Projekt mit einer Radiosendung im Radio B138 weiter aufzuarbeiten - nähere Informationen folgen :) Viel Spaß beim Lesen!

Lebensmittel im Überfluss Weltweit werden jährlich rund 1.3 Mrd Tonnen Lebensmittel weggeworfen, was ein Drittel aller international produzierten Lebensmittel ist. In Österreich sind 160 000 Tonnen das jährliches Mittel. Der durchschnittliche Europäer warf nach der FAO Studie 2011 100 kg Lebensmittel im Jahr weg, von Einzelhandel und Gastronomie noch abgesehen. Beim Österreicher sind (mit der Zahl von 160 000 Tonnen und 8.7 Mio Menschen in Österreich Anfang 2017 berechnet) es ca 180kg/Kopf/Jahr (Betriebe miteinbezogen). 1 Dennoch leiden 815 Mio Menschen weltweit an Hunger, Tendenz steigend. Nur als ein Gedankenbild angemerkt: Jeden Abend werden in unseren Supermärkten noch essbare abgelaufene Lebensmittel weggeworfen, obwohl die Länder, in denen es Hungerkrisen gibt, mit dem Flugzeug in nur wenigen Stunden zu erreichen wären. Auch wenn das bestimmt keine dauerhafte Lösung darstellen kann, ist es dennoch makaber, fast pervers. "Die Lebensmittel, die wir in Europa und Nord-Amerika wegwerfen, würden ausreichen, um die Hungernden der Welt dreimal zu ernähren.“ (Film:Taste the waste) Gründe für Food-Waste Einerseits gibt es rechtliche Grundlagen, die das systematische Wegwerfen von Lebensmitteln in diesem Ausmaß erst möglich machen (siehe rechtliche Grundlagen), andererseits ist unsere Lebensmittelindustrie extrem ineffizient in ihrem Handeln und wirft Lebensmittel einfach weg, obwohl sie woanders gebraucht werden könnten - da es oftmals einfach billiger ist, sie zu entsorgen (Zb Sie zu verbrennen), als sie weiterzuverarbeiten, wenn sie als Rohstofflebensmittel nicht mehr „schön“ genug sind (zum Beispiel ist es zu teurer, matschige Tomaten in Letscho einzukochen, als sie zu entsorgen – Energiekosten, …). Der ausschlaggebendste Grund ist trotzdem unser Konsumverhalten: Wir sind eine Gesellschaft, die erwartet, jederzeit das frische Lieblingsbrot kaufen zu können - wir reagieren verärgert, wenn es schon ausverkauft ist. Wir finden es geil, im Restaurant große Portionen zu bekommen, so groß, dass wir sie alleine nicht bewältigen können; wir mögen es, wenn die Regale auch am Abend noch schön angefüllt sind. Wir haben uns an die Überproduktion überall um uns herum gewöhnt 1 Die Werte, die man bei der Recherche findet, sind höchst unterschiedlich, da es bei solchen Statistiken stets große Dunkelziffern gibt. Hier wurde der Mittelwert aller gefundenen Werte berechnet und angenommen.