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Blick ins Heft - Ausgabe 4

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REIHE: Konservative Hipster José Ortega y Gasset Ein Denker im Zeitalter der Massen Unser letzter konservativer Hipster war glühender Nationalist und Ästhet, der Spanier Ortega y Gasset lässt es etwas ruhiger angehen und forderte bereits 1949 die Vereinigten Staaten von Europa. Also vielleicht ist der Mann ja gar kein Konservativer? Tatsächlich wird Ortega häufig der liberalen Schule zugeordnet, trotzdem finden sich in seinem Werk konservative oder gar reaktionäre Tendenzen. Gleichzeitig verbindet er wie kein zweiter hochwissenschaftliche Ansätze mit einer klaren, verständlichen und stilistisch herausragenden Sprache. Komplizierte Sachen, wie Zeitgeist oder kollektive Gefühle, können nämlich auch ganz einfach ausgedrückt werden. Lassen wir ihn selbst zu Wort kommen: „Im ersten Augenblicke erschienen die Burgen uns als Symptome eines Lebens, das uns im tiefsten fremd ist. Wir schreckten vor ihnen zurück und suchten Zuflucht bei den antiken Demokratien, die wir unseren Formen des öffentlichen Lebens – des Rechtes und des Staates – verwandter fanden. Aber als wir versuchten uns als Bürger Athens oder Roms zu fühlen, entdeckten wir einen dezidierten Widerstand in uns. Der antike Staat bemächtigt sich des ganzen Menschen und läßt ihm auch nicht den kleinsten Rest zu seinem Privatgebrauch übrig. In irgendwelchen unterirdischen Wurzeln unserer Persönlichkeit Ernst von Salomon (um 1920) José Ortega y Gasset - gemalt von Arturo Espinosa ©A. Espinosa, CC 2.0 widerstrebt uns dieses vollständige Aufgehen im Kollektivkörp er der Polis. So wenden wir uns zurück zu den Burgen und finden, daß hinter ihren theatralischen Gesten ein Schatz aus Ideen bereit liegt. Ihre Zinnen und Türme sind errichtet, um die Person gegen den Staat zu verteidigen. Meine Herren, es lebe die Freiheit.“(Signale unserer Zeit, S. 25) Das Hauptwerk Ortegas richtet sich gegen die moderne Massengesellschaft, die in allen westlichen Ländern in immer stärkerem Kontrast zu einer Elite steht. Dabei verwendet Ortega allerdings nicht den zumeist geläufigen Elitebegriff, einer finanziellen oder politischen Oberschicht, die über eine dumme und gesichtslose Masse regiere, sondern differenziert Masse und Elite in kleinteiligen Zellen. Die Einteilung erfolgt an der menschlichen Haltung des Individuums gegenüber 10 Der Aufstand der Massen dem Leben und den Problemen, denen man begegnet. In jeder Klasse, in jedem Stand, in jedem Beruf gibt es eine Elite und eine Masse. Gefährlich seien beispielsweise die akademischen Angeber, die sich selbst als Elite betrachten, dabei aber innerhalb der belesenen Zirkel nur zur intellektuellen Masse zählen. Im Zeitalter der Massen hat sich nach Ortegas Verständnis, die Demokratie grundlegend geändert. Früher ginge die „Herrschaft des Volkes“ mit dem liberalen Prinzip einher, einer Achtung der Freiheit, des Anderen und vor allem der Achtung von dem Gesetz. Aufgrund des „Aufstandes der Massen“ leben wir heute (1929) in einer „Überdemokratie“, die durch die einfache Mehrheit der Masse gelenkt wird. Diese neue Demokratie kann sich jederzeit von Werten, Freiheit und Gesetz verabschieden. Popularität erhielt seine Theorie durch das „faschistische Zeitalter“, das in Italien, Spanien und Deutschland auf deutlichen Mehrheiten basierte, sich aber von einem ursprünglichen Demokratiekonzept entfernte. Ortega spricht sogar von einer Hyperdemokratie, in der die Masse alles Herausragende oder nur Hervorstehende mühelos einebnet und sich untertan macht. Entstanden ist das Zeitalter der Massen durch eine Loslösung des Menschen von seinem „eigenen Platz“, seinem individuellen Standort. Jetzt organisiert er sich in Verbänden und tyrannisiert die Gesellschaft. •

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