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Blick ins Heft - Ausgabe 4

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ANLEGEN FÜR DUMMIES Das Sparbuch ist so tot wie Nietzsches Gott. Sparer verzweifeln, Kinder weinen, Mütter raufen sich die Haare. Was soll man tun, wenn das Geld stetig an Wert verliert? Hannes Plenge erklärt regelmäßig neue Strategien und Anlagemöglichkeiten, auf die man in turbulenten Zeiten zurückgreifen sollte. FRUGALISMUS In unserer Reihe „Investieren für Dummies“ haben wir euch bisher verschiedene Anlagemöglichkeiten, oder wie Kritiker anmerken würden „Spekulationsgelegenheiten“, vorgestellt. In dieser Ausgabe präsentieren wir euch dagegen eine bestimmte Anlagephilosophie, die vor allem während der letzten Jahre populär geworden ist und, wie kann es anders sein, aus den USA herübergeschwappt ist. Die Rede ist vom sogenannten Frugalismus. Keine Angst, falls ihr jetzt an radikale Nahrungseinschränkung denkt, es geht nicht um Frutarier. Das sind die Leute, die sich ausschließlich von den „freiwilligen“ Abfällen der Bäume ernähren und spätestens mit Mitte 30 wegen Vitaminmangels ins Krankenhaus eingeliefert werden. Manchen Frugalisten dürfte zwar ein ähnliches Schicksal zuteilwerden, allerdings aus anderen Gründen. Frugalismus leitet sich von frugalis (lat. ordentlich, bieder, wirtschaftlich) ab und hat seinen Weg über das französische frugal in die deutsche Sprache gefunden. Wenn euer Opa also das nächste Mal etwas als frugal bezeichnet, könnt ihr ganz unbescheiden mit eurem neuen Wissen prahlen. Einer der bekanntesten Frugalisten in Deutschland ist der 29-jährige Webgestalter Oliver Noelting. Er selbst charakterisiert Frugalisten in einem Interview mit der Wirtschaftswoche folgendermaßen: „Frugalisten sind Menschen, die aus dem Hamsterrad der Arbeitswelt ausbrechen wollen. Die Bewegung kommt aus den USA. Da gibt es mehrere tausend Menschen, die sich damit beschäftigen, wie sie möglichst früh finanziell unabhängig von ihrem Einkommen werden, also nur noch von ihrem angesparten Vermögen leben. In Europa ist die Bewegung noch recht klein. Aber auch hier finden sich immer mehr Menschen, die nicht arbeiten wollen, bis sie 67 Jahre alt sind.“ Ein Frugalist ist also jemand, der sich die möglichst frühe finanzielle Unabhängigkeit zum Ziel gesetzt hat. Das „gewöhnliche Erwerbsleben“ ist für die meisten Frugalisten negativ besetzt, weshalb die vollständige Abkopplung von Erwerbstätigkeit das wichtigste Ziel darstellt. Es geht darum so schnell „ wie möglich dauerhaft vom selbst erarbeiteten „Renteneinkommen“ leben zu können. Völlig neu 18 ist das Konzept des Frugalismus jedoch nicht. Schon Ernst Georg Jünger, der Vater Ernst Jüngers, hatte sich zum Ziel gesetzt mit 40 Jahren so weit unabhängig zu sein, „dass er allein von seinem Kapital leben und seinen Neigungen nachgehen könne“. Und es ließen sich sicher noch viele weitere prominente Beispiele der Weltgeschichte zeigen, die wir im Nachhinein als Frugalisten bezeichnen könnten. Auch die berüchtigte „schwäbische Hausfrau“ kann sicher als Vorläufer betrachtet werden, allerdings kommt diese Begrifflichkeit nicht aus den USA und musste daher wohl mangels „Coolness-Faktor“ im weltweiten Popularitätswettbewerb dem Frugalismus den Vorsprung lassen. Wer einmal „Frugalist“ oder „finanzielle Freiheit“ bei Google eintippt, der wird erstaunt feststellen, wie populär die Thematik in den letzten Jahren hierzulande geworden ist. Immer mehr Blogs sprießen aus dem Boden und schon Jugendliche machen sich Gedanken wie sie aus dem Hamsterrad ausbrechen können, das sie noch gar nicht betreten haben. Auffallend ist zudem der recht hohe Anteil an Nichtakademikern, - Geisteswissenschaftler kann man mit der Lupe suchen - Selbstständigen und Auswanderern. Zu den wichtigsten Grundregeln der Juden Frugalisten gehören Sparen, Vermögensaufbau und passives Einkommen. WANN IST DER FUGALIST FINANZIELL FREI? Eine einheitliche Definition für finanzielle Freiheit ist kaum möglich, jedoch würden sich Frugalisten wohl am ehesten darauf einigen, dass finanzielle Freiheit erreicht ist, sobald die monatlichen Kosten durch das angesparte Vermögen gedeckt werden können, ohne das Vermögen langfristig aufzubrauchen. Als Mittel zum Zweck dienen den Frugalisten meistens Aktien, Immobilien oder Anleihen. Der nötige Betrag kann von Person zu Person sehr stark variieren, da Ausgaben und Ansprüche unterschiedlich ausfallen. Für viele Frugalisten gilt die 4-Prozent-Regel als wichtiger Maßstab. Nichtstun macht nur dann Spaß, wenn man eigentlich viel zu tun hätte. (Noël Coward, britischer Schauspieler und Schriftsteller, 1899 – 1973)

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